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Warum Clean Core zur strategischen Leitplanke für die digitale Supply Chain wird

Standardisieren, ohne an Profil zu verlieren: Mit S/4 Hana müssen Unternehmen neu entscheiden, wo Individualität echten Mehrwert schafft – und wo sie zum Ballast wird. Gerade in der Supply Chain wird Clean Core damit zur strategischen Architekturfrage mit weitreichenden Folgen.
E3-Magazin
24. September 2026
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Die Transformation in Richtung SAP S/4 Hana ist weit mehr als ein technisches Upgrade. Sie markiert einen grundlegenden Paradigmenwechsel: weg vom monolithischen ERP hin zu einer modularen, serviceorientierten Architektur, die Innovation ermöglicht und gleichzeitig Stabilität sichert. Im Zentrum dieser Entwicklung steht ein Leitprinzip, das die SAP-Strategie maßgeblich bestimmt: Clean Core.

Viele SAP-Systeme sind über Jahre – oft Jahrzehnte – gewachsen. Individuelle Entwicklungen, Modifikationen und kundenspezifische Erweiterungen haben zu hochgradig angepassten, aber schwer wartbaren Systemlandschaften geführt.

Mit der Clean-Core-Strategie verfolgt die SAP das Ziel, Systeme langfristig wartbar, releasefähig und anpassungsfähig zu halten.

Mit S/4 Hana verfolgt SAP einen klaren architektonischen Ansatz:

  • Der digitale Kern bleibt standardnah und stabil
  • Erweiterungen erfolgen entkoppelt vom Kern
  • Innovation wird außerhalb des ERP realisiert

Dabei existieren zwei zentrale Erweiterungsoptionen, nämlich die On-Stack-Entwicklung oder die Nutzung der SAP Business Technology Platform, kurz BTP.

Die Entwicklung On-Stack (Abap Cloud) ist für eng am Prozess liegende Erweiterungen und Innovationen innerhalb des Systems sehr gut geeignet. Dennoch gelten auch hier strenge Clean-Core-Richtlinien.

Die Nutzung der SAP Business Technology Platform hingegen eignet sich besonders für Side-by-Side-Extensions und für innovative Anwendungen außerhalb des Kerns.

Architekturprinzip Clean Core

Clean Core ist kein Marketingbegriff, sondern ein klar definiertes Architekturprinzip, in dem der SAP-Standard nicht modifiziert wird, Erweiterungen ausschließlich über freigegebene Schnittstellen erfolgen, sogenannte APIs, und die Entwicklungen überschneidungsfrei den jeweiligen Architekturschichten zugeordnet werden.

Die technische Umsetzung erfolgt dabei für stabile und systemnahe Erweiterungen und Innovationen über Abap Cloud (On-Stack) und für „lose gekoppelte“ über die BTP (Side-by-Side).

Ziel der Vorgehensweise ist die Sicherung der Upgradefähigkeit bei gleichzeitiger Entkopplung der Innovationszyklen davon. So können Unternehmen neue Releases und Neuentwicklungen nutzen, ohne aufwendige Anpassungsprojekte durchführen zu müssen. Im klassischen SAP-Modell wurden Erweiterungen häufig direkt im System umgesetzt (Z-/Y-Entwicklungen), teilweise tief integriert in Standardprozesse. Dieses Modell wird durch Clean Core bewusst eingeschränkt.

Heute gelten andere Prinzipien:

  • Nutzung freigegebener APIs und Erweiterungspunkte
  • Entwicklung in klar definierten Modellen (Abap Cloud, BTP)
  • Vermeidung von nicht freigegebenen Zugriffen auf SAP-Objekte

Eine zentrale Herausforderung bleibt jedoch die Praxis, denn nicht alle benötigten APIs und Erweiterungspunkte sind heute vollständig verfügbar.

Welche Optionen bleiben also?

In erster Linie natürlich die Nutzung von zertifizierten Add-ons (z. B. SAP-Build-Partnerlösungen), aber auch die Entwicklung fehlender APIs durch Partnerlösungen ist möglich. Diese könnten dann ggf. zu einem späteren Zeitpunkt in den SAP-Standard überführt werden. Oder man konzentriert sich auf Übergangslösungen im Rahmen zulässiger Erweiterungsmuster. Auch in diesem Fall können Add-ons eine wichtige Rolle spielen, denn sie können funktionale Lücken schließen und gleichzeitig Clean-Core-konform integriert werden. So lässt sich die Übergangsphase technisch absichern.

Zielbild Cloud

SAP treibt die Transformation in Richtung SAP S/4 Hana konsequent voran. Dabei sollten folgende Betriebsmodelle unter die Lupe genommen werden:

  • On-prem (maximale Flexibilität, hohe Eigenverantwortung)
  • Private Cloud (gehostete Umgebung mit mehr Standardisierung)
  • Public Cloud (höchster Standardisierungsgrad, klare Leitplanken)

Wichtig zu wissen ist dabei, dass insbesondere die Public Cloud den Clean-Core-Ansatz konsequent durchsetzt und für die Realisierung dieser Strategie am besten geeignet scheint.

Denn in der Public Cloud gilt, dass Erweiterungen ausschließlich über definierte Modelle möglich sind. Modifikationen am Kern sind nur unter Einhaltung der Clean-Core-Level-A-Richtlinien möglich und auch die Innovationszyklen werden von der SAP vorgegeben. Die BTP spielt in diesem Szenario eine zentrale Rolle. Sie ist gleichzeitig Integrations- und Erweiterungsplattform und sie stellt die Innovationsschicht außerhalb des ERP dar.

In der Praxis ist die Verlagerung von Logiken auf externe Plattformen nicht unbedingt ein Selbstläufer. Insbesondere im Bereich der Supply Chain stellen große Datenvolumina, Echtzeitanforderungen und komplexe Abhängigkeiten eine echte Herausforderung dar.

Supply Chain im Spannungsfeld

Die Clean-Core-Transformation stellt vor allem die Umstellung der digitalen Supply-Chain-Prozesse vor große Herausforderungen, denn hier treffen hohe operative Kritikalität, komplexe, unternehmensspezifische Prozesse und große Datenmengen in Echtzeit aufeinander. Gleichzeitig bietet die Umstellung auf Clean Core auch Wettbewerbsvorteile, denn gerade in Bereichen, in denen Standardlösungen nicht ausreichen, können die Performance und die ausgeklügelte Logik, die der Clean Core erfordert, den entscheidenden Unterschied für die Leistungsfähigkeit der Supply Chain darstellen.

Eine zentrale Fragestellung für Unternehmen mit stark individualisierten Ausprägungen und Prozessen lautet daher:

Wie kann Differenzierung erhalten bleiben, ohne die Clean-Core-Prinzipien zu verletzen?

Die Antwort liegt in einer ausgewogenen Architekturstrategie. Natürlich sollte überall dort, wo keine Differenzierung notwendig ist, der Standard genutzt werden. So wird die Komplexität vermieden.

Wenn Erweiterungen notwendig sind, sollten diese gezielt platziert werden, nämlich entweder On-Stack ODER als Side-by-Side Lösung. Darüber hinaus müssen Kernprozesse klar von Zusatzlogiken getrennt werden und die Architektur der Lösung sollte bewusst erstellt und intensiv geprüft werden. Technische Opportunität um jeden Preis sorgt im Praxisbetrieb nur für Probleme und hohe Kosten für spätere Anpassungen.

Zertifizierungen gezielt einsetzen

Zertifizierungen können ein wichtiger Qualitäts- und Integrationsnachweis sein – insbesondere beim Einsatz von Drittanbieter-Add-ons. In diesen Fällen sollten sie gezielt eingefordert werden, da sie die Einhaltung von SAP-Standards und architektonischen Vorgaben unterstützen.

Für kundeneigene Entwicklungen im Rahmen von Clean Core (z. B. Abap Cloud On-Stack) ist eine Zertifizierung hingegen nicht erforderlich. Entscheidend ist hier die konsequente Umsetzung der vorgegebenen SAP-Architektur- und Erweiterungsrichtlinien.

Im Fokus steht daher nicht die Zertifizierung selbst, sondern die saubere architektonische Einbettung. Dazu zählt die Einhaltung der Clean-Core-Prinzipien, die Nutzung freigegebener Erweiterungsmodelle (APIs, Abap Cloud, BTP) und natürlich die strategische Anschlussfähigkeit an die SAP-Roadmap. Zertifizierungen können hier Sicherheit in der Bewertung von Add-on-Anbietern geben. Denn von außen lassen sich die komplexen Programmierungen nicht beurteilen.

Fazit

Clean Core ist weit mehr als eine technische Vorgabe von SAP. Es ist die architektonische Grundlage für eine zukunftsfähige und gleichzeitig beherrschbare ERP-Landschaft. Gerade in der Supply Chain zeigt sich, dass nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit nicht durch maximale Individualisierung entsteht, sondern durch die intelligente Balance zwischen Standardisierung und gezielter Differenzierung. Unternehmen, die ihre Erweiterungsstrategie konsequent an Clean-Core-Prinzipien ausrichten, schaffen die Voraussetzung, Innovationen schneller zu nutzen, Betriebskosten zu senken und von der SAP-Roadmap zu profitieren. Der Erfolg der S/4-Transformation entscheidet sich damit nicht allein an der Technologie, sondern vor allem an der Qualität der zugrunde liegenden Architektur. (Quelle: GIB)

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Die Arbeit an der SAP-Basis ist entscheidend für die erfolgreiche S/4-Conversion. 

Damit bekommt das sogenannte Competence Center bei den SAP-Bestandskunden strategische Bedeutung. Unhabhängig vom Betriebsmodell eines S/4 Hana sind Themen wie Automatisierung, Monitoring, Security, Application Lifecycle Management und Datenmanagement die Basis für den operativen S/4-Betrieb.

Zum vierten Mal bereits veranstaltet das E3-Magazin in Salzburg einen Summit für die SAP-Community, um sich über alle Aspekte der S/4-Hana-Basisarbeit umfassend zu informieren.

Veranstaltungsort

FourSide Hotel Salzburg,
Trademark Collection by Wyndham
Am Messezentrum 2, 5020 Salzburg, Österreich
+43-662-4355460

Veranstaltungsdatum

Mittwoch, 10. Juni, und
Donnerstag, 11. Juni 2026

Nur KI-Erlebnisworkshop am 11. Juni 2026 (limitierte Plätze)
Bonus: Zugang zu allen Vorträgen am 11. Juni 2026

Reguläres Ticket

Vorträge, Abendveranstaltung und je Verfügbarkeit der KI-Workshop am 11. Juni 2026
Die Plätze beim KI-Erlebnisworkshop sind limitiert und eine Anmeldung ist erforderlich.

Abonnenten des E3-Magazins Ticket

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Studierende*

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Studiennachweis bitte per Mail an office@b4bmedia.net senden.
*Die ersten 10 Tickets sind für Studierende kostenfrei. Versuchen Sie Ihr Glück! 🍀
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Veranstaltungsort

Hotel Hilton Heidelberg
Kurfürstenanlage 1
D-69115 Heidelberg

Veranstaltungsdatum

Mittwoch, 22. April und
Donnerstag, 23. April 2026

Tickets

Nur KI-Erlebnisworkshop am 23. April 2026 
Bonus: Zugang zu allen Vorträgen am 23. April 2026
Reguläres Ticket
22. April 2026: Vorträge und Abendveranstaltung
23. April 2026: Vorträge und KI-Workshop
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EUR 590 exkl. USt
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Veranstalter ist das E3-Magazin des Verlags B4Bmedia.net AG. Die Vorträge werden von einer Ausstellung ausgewählter SAP-Partner begleitet. Der Ticketpreis beinhaltet den Besuch aller Vorträge des Steampunk und BTP Summit 2026, den Besuch des Ausstellungsbereichs, die Teilnahme an der Abendveranstaltung sowie die Verpflegung während des offiziellen Programms. Das Vortragsprogramm und die Liste der Aussteller und Sponsoren (SAP-Partner) wird zeitnah auf dieser Website veröffentlicht.