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SAP-Re-engineering

Zeitenwende auch bei SAP: Mit Luka Mucic verlässt ein Urgestein den ERP-Weltmarktführer und ähnlich wie Ex-Co-CEO Jim Hagemann Snabe und sein CFO-Vorgänger Werner Brand wird er nicht mehr zu SAP zurückkehren. Gerd Oswald bleibt eine Ausnahme.
Peter M. Färbinger, E3 Magazin
2. März 2023
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Fluktuation in Vorstand und Aufsichtsrat

Die Historie von SAP ist geprägt durch die Gleichzeitigkeit von Kontinuität und Disruption. SAP-Mitgründer wie Professor Hasso Plattner und Gerd Oswald sind seit vielen Jahren eine Garantie für Stabilität, Vertrauen und Erfolg – zuerst im SAP-Vorstand, aktuell im Aufsichtsrat. Beide Executives haben über viele Jahre das erfolgreiche Bild von SAP geprägt und teilweise auch persönliche Beziehungen zu Bestandskunden aufgebaut. Noch immer erzählt man sich in Walldorf die Geschichte, dass Hasso Plattner bei Porsche nicht nur die Software eingeführt hat, sondern auch mitdiskutiert hat, wo nun ein Porsche zu verbessern sei – letztendlich war er ja auch selbst Porschefahrer mit Anhängerkupplung für sein damals noch wesentlich kleineres Segelboot.

Rette sich wer kann

Eine Analyse der Executive-Karrieren bei SAP ergibt dennoch ein überraschendes Bild: Viele erfolgreiche SAP-Vorstände kehrten nach einer Abkühlungsphase mit ihrer Erfahrung und ihrem Wissen nicht mehr zu SAP zurück. Prominente Ausnahme der jüngeren Vergangenheit ist Gerd Oswald – ein glücklicher Umstand für alle Beteiligten! Professor Henning Kagermann, Claus Heinrich, Jim Hagemann Snabe, Michael Kleinemeier verließen im Guten den ERP-Konzern. Sie waren im Aufsichtsrat aber niemals gesehen und standen offensichtlich mit Ausnahme von Jim Hagemann Snabe auch nicht zur Diskussion.

Snabe versus Renjen

In einem Interview für das Handelsblatt hat Hasso Plattner angedeutet, dass einer seiner Wunschkandidaten als Nachfolger auch der Ex-SAP-Co-CEO Jim Hagemann Snabe gewesen sei. Offensichtlich hat Snabe frühzeitig abgesagt, weil Ende vergangenes Jahr über Vermittlung von SAP-CEO Christian Klein der ausscheidende Global CEO von Deloitte, Punit Renjen, von Plattner angesprochen wurde. Auf der kommenden SAP-Hauptversammlung im Mai soll Punit Renjen in den Aufsichtsrat gewählt werden und ein Jahr später dessen Chef werden.

Generationswechsel

Punit Renjen war Global CEO von Deloitte von 2015 bis zu seinem Ausscheiden am 31. Dezember 2022. Als Global CEO hat Punit Renjen die Strategie entwickelt und umgesetzt, mit der Deloitte seinen Umsatz in nur sieben Jahren von 35 auf über 59 Milliarden US-Dollar steigerte. Heute ist Deloitte eines der führenden Dienstleistungsunternehmen und soll einer der besten Arbeitgeber der Welt sein. Deloitte beschäftigt 415.000 Menschen in 150 Ländern und verfügt darüber hinaus über ein erfolgreiches Partner Ökosystem, in dem SAP seit über 30 Jahren Teil davon ist.

Herr Renjen ist Mitglied des Leadership Council des Weltwirtschaftsforums (WEF) und des International Business Council. Im Jahr 2022 wurde er von der Economic Times als „Global Indian of the Year“ und von der Carnegie Corporation of America als „Great Immigrant, Great American“ ausgezeichnet. Geboren und aufgewachsen in Indien, zog Renjen mit einem Stipendium der Rotary Foundation in die Vereinigten Staaten, um an der Willamette University zu studieren, und schloss sein Studium mit einem Master in Management mit Auszeichnung ab. Nach seiner Pensionierung erhielt er den Ehrentitel Deloitte Global CEO Emeritus.

Doppelspitze

Mit einem Alter von 62 Jahren wird Punit Renjen kommendes Jahr als SAP-Aufsichtsratsvorsitzender eine Zeitenwende einleiten. Im kommenden Jahr wird sich auch der neue CFO Dominik Asam erfolgreich bei SAP eingearbeitet haben, sodass eine alte SAP-Tradition wieder reaktiviert werden könnte: die Doppelspitze!

Für DAX-Konzerne ist es ein unübliches Führungsmodell, aber bei SAP hat es mit Kagermann und Apotheker, Snabe und McDermott teils erfolgreiche Momente gegeben. Die bisher letzte Doppelspitze Jennifer Morgan und Christian Klein war nur von kurzer Dauer, sodass eine Bewertung entfallen muss. Harvard Business Manager vom Februar 2023 schreibt auf Seite 39: „Machtteilung kann den Verantwortlichen helfen, ihre Egos im Zaum zu halten.“

Auf einen wichtigen Umstand weisen die Autoren im Harvard Business Manager hin, der ab 2024 bei SAP wieder gegeben ist: „Bei Oracle und SAP wurde das Co-CEO-Modell durch einen starken Aufsichtsratschef unterstützt, der aufkommende Meinungsverschiedenheiten schlichten und für den nötigen Fokus sorgen konnte.“ Kommendes Jahr gibt es bei SAP mit Punit Renjen einen starken Aufsichtsratsvorsitzenden und zwei starke SAP-Vorstände, Christian Klein und Dominik Asam – es kann nur besser werden, oder?

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Peter M. Färbinger, E3 Magazin

Peter M. Färbinger, Herausgeber und Chefredakteur E3-Magazin DE, US und ES (e3mag.com), B4Bmedia.net AG, Freilassing (DE), E-Mail: pmf@b4bmedia.net und Tel. +49(0)8654/77130-21


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