Information und Bildungsarbeit von und für die SAP-Community

Tech-Tage-Diskurs

SAP bekommt seit vielen Jahren das Datenchaos nicht in den Griff, eine der vielen Erkenntnisse von den DSAG-Technologietagen in Mannheim. Ob NetWeaver PI/PO, Data Hub, Smart Data Integration, Data Fabrics, Information Steward oder nun Datasphere, an Ideen mangelt es nicht.
Peter M. Färbinger, E3 Magazin
30. März 2023
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SAP-Basis-Konsolidierung

Diese Auswahl an Begriffen aus dem Reich des Datenmanagements ist willkürlich, nicht vollständig und ungeordnet: NetWeaver PI/PO, Data Hub, Smart Data Integration, Data Fabrics, Information Steward, Datasphere etc. Das Sammelsurium an Begriffen zeigt, dass SAP um eine Lösung bemüht ist, aber immer wieder an der Wirklichkeit scheitert. Eine Konsolidierung mit den Erkenntnissen aus der Open-Source-Community hätte wahrscheinlich einen stringenten Weg eröffnet, vielleicht jedoch weniger Lizenzeinnahmen erbracht.

Aber nicht nur beim Datenmanagement schuldet SAP den Bestandskunden eine glasklare Roadmap, auch beim Thema Dokumentenmanagement basierend auf den Adobe Document Services gibt es noch keine Exit-Strategie. Beim SolMan ist mit 2027 das Ende definiert und mehrfach betonte SAP-CTO und Vorstandsmitglied Jürgen Müller auf den DSAG-Technologietagen, dass es definitiv keine Verlängerung der Verfügbarkeit von ERP/ECC 6.0 respektive der SAP Business Suite 7 geben wird.

Security und Compliance

Seit 2018 verspricht SAP ein Security Dashboard für eine globale Sicht auf die ERP-Architektur. Viele Einzellösungen wurden in den vergangenen Jahren präsentiert. Eine ganzheitliche Security-Suite scheint jedoch nicht machbar zu sein.

SAP hat Probleme mit Funktionen, die weniger Umsatz bringen und weniger attraktiv sind. Neben Security ist das Thema Compliance nicht wirklich präsent. SAP stellte ein interessantes Low-Code/No-Code-Werkzeug vor, aber wie die zusammengeklickten Applikationen auch Compliance-konform werden sollen, konnte in Mannheim noch nicht erklärt werden. Auch Themen wie Monitoring der Apps auf der Business Technology Platform und darüber hinaus werden momentan ausgespart. Zwischenbilanz: SAP ist voller innovativer Ideen, aber die Wirklichkeit bei den SAP-Bestandskunden schaut anders aus.

Transformation Center

SAP ist sich ihrer Defizite bewusst. Ein SAP Business Transformation Center powered by Cloud ALM soll ein Sicherheitsnetz für die S/4-Transformation sein. Über dieses Thema wird in Salzburg auf dem Competence Center Summit auch Uwe Grigoleit von SAP sprechen. Es gibt eine Anleitung für die Business-Data-Transformation und zahlreiche Werkzeuge dafür: Signavio, ALM und LeanIX. Daneben hat aber der SolMan keine Zukunft. Somit müssen die SAP-Bestandskunden viele neue Verfahren, Tipps und Tricks lernen – daneben darf die digitale Transformation nicht ins Stocken geraten.

Die zahlreichen Herausforderungen und deren Lösung an der SAP-Basis werden auf dem Competence Center Summit am 1. und 2. Juni in Salzburg zur Sprache kommen, denn es gibt viel zu lernen.

RAP und CAP

Das Abap RESTful Application Programming Model (RAP) ist neben Cloud Application Programming (CAP) eine weitere Herausforderung für SAP-Bestandskunden, wo es gilt, sich zu informieren und zu orientieren. Mit CAP lassen sich ganzheitliche Cloud-Anwendungen zentral in einem vollumfänglichen Framework erstellen und dazu gehören auch die Core Data Services (CDS). Mit RAP geht der Weg Richtung Steampunk (Embedded Abap). Leider gilt auch bei RAP und CAP, dass viele Wege nach Rom respektive Walldorf führen. SAP will die Abap-Entwicklung mit Steampunk revolutionieren! Mit Core Data Services, Behavior Definitions und UI-Annotationen sollen Anwendungen entwickelt werden, die für S/4 in der Private und Public Cloud funktionieren sollen.

Ein weiterer Diskurs auf den DSAG-Technologietagen widmete sich der Frage Low-Code (SAP Build) versus Pro-Code. Auch in einer S/4-Welt werden die SAP-Bestandskunden spezifische Modifikationen einfordern. Mit dem Anspruch eines Clean Core wird es Restriktionen für den „Z-Namensraum“ geben, aber ohne Anpassung wird das Private-Cloud-Konzept (On-prem) nicht funktionieren, siehe RAP oder CAP.

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Peter M. Färbinger, E3 Magazin

Peter M. Färbinger, Herausgeber und Chefredakteur E3-Magazin DE, US und ES (e3mag.com), B4Bmedia.net AG, Freilassing (DE), E-Mail: pmf@b4bmedia.net und Tel. +49(0)8654/77130-21


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Die Arbeit an der SAP-Basis ist entscheidend für die erfolgreiche S/4-Conversion. 

Damit bekommt das sogenannte Competence Center bei den SAP-Bestandskunden strategische Bedeutung. Unhabhängig vom Betriebsmodell eines S/4 Hana sind Themen wie Automatisierung, Monitoring, Security, Application Lifecycle Management und Datenmanagement die Basis für den operativen S/4-Betrieb.

Zum zweiten Mal bereits veranstaltet das E3-Magazin in Salzburg einen Summit für die SAP-Community, um sich über alle Aspekte der S/4-Hana-Basisarbeit umfassend zu informieren. Alle Informationen zum Event finden Sie hier:

SAP Competence Center Summit 2024

Veranstaltungsort

Eventraum, FourSide Hotel Salzburg,
Am Messezentrum 2,
A-5020 Salzburg

Veranstaltungsdatum

5. und 6. Juni 2024

Reguläres Ticket:

€ 590 exkl. USt.

Veranstaltungsort

Eventraum, Hotel Hilton Heidelberg,
Kurfürstenanlage 1,
69115 Heidelberg

Veranstaltungsdatum

28. und 29. Februar 2024

Tickets

Regular Ticket
EUR 590 exkl. USt
Veranstalter ist das E3-Magazin des Verlags B4Bmedia.net AG. Die Vorträge werden von einer Ausstellung ausgewählter SAP-Partner begleitet. Der Ticketpreis beinhaltet den Besuch aller Vorträge des Steampunk und BTP Summit 2024, den Besuch des Ausstellungsbereichs, die Teilnahme an der Abendveranstaltung sowie die Verpflegung während des offiziellen Programms. Das Vortragsprogramm und die Liste der Aussteller und Sponsoren (SAP-Partner) wird zeitnah auf dieser Website veröffentlicht.