Information und Bildungsarbeit von und für die SAP-Community

SAP Data Hub V2

Es gibt bei SAP eine neue Version des legendären Data Hub. Weil das ehemalige Projekt krachend gescheitert ist, wurde es still entsorgt und soll nun gemeinsam mit Partnern jenseits der SAP-Community durch Datasphere ersetzt werden.
Peter M. Färbinger, E3 Magazin
9. März 2023
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Data Fabric, Hub und Sphere

SAP hat nach NetWeaver, BW und Data Hub eine weitere Lösung präsentiert, die Kunden den Zugriff auf geschäftskritische Daten ermöglichen soll. SAP stellt mit der Lösung Datasphere die nächste Generation seines Portfolios für das Datenmanagement vor. Darüber hinaus hat SAP strategische Partnerschaften mit den Daten- und KI-Unternehmen Collibra, Confluent, Databricks und DataRobot angekündigt. Die Partnerschaften soll es Unternehmen ermöglichen, eine einheitliche Datenarchitektur aufzubauen (wieder einmal), die SAP-Software- und Fremddaten sicher zusammenführt.

Vom Hub zur Sphere

Von Anbeginn der ERP-Softwareentwicklung standen Daten im Focus. Mit dem Buch „Algorithmen und Datenstrukturen“ des legendären Informatik-Professors Niklaus Wirth von der ETH Zürich wurde allen Programmieren bewusst, dass es bei der Konstruktion von Applikationen zukünftig zwei Aufgabenbereiche geben wird: Prozess und Algorithmen sind zu bauen und parallel dazu ein konsistentes Mengengerüst und passende Datenstrukturen zu konstruieren.

Die Organisation des Datenmanagements war bei SAP immer eine Herausforderung, weil zu Beginn man es den Datenbankanbietern wie Oracle, IBM und Microsoft überlies und man letztendlich mit einer eigenen Datenbank offensichtlich den Umfang des Projekts unterschätzte: Nach dem gescheiterten Versuch des SAP Data Hub versucht es SAP nun mit Datasphere.

Filesysteme

SAP hat die Bedeutung von Daten immer gelebt und gegenüber den Anwendern auch zum Ausdruck gebracht. Intern wurde das Thema aber nur zweitrangig behandelt und die angeschlossenen Datenbanken von Oracle, IBM und Microsoft lediglich als Filesysteme benutzt. Ein echter Mehrwert durch die DB- Funktionalität der Anbieter war offensichtlich nie beabsichtigt. Mit Business Warehouse, Data Hub und nun Datasphere soll die Datenhoheit beim ERP-Anbieter verbleiben.

Lösung sucht Problem

SAP hat die Herausforderung verstanden und trotzt Versuche in der Vergangenheit mit dem SAP Data Hub erklärte nun der ERP-Weltmarktführer: „Bisher war der Zugriff und die Nutzung von Daten, die in verschiedenen Systemen und an unterschiedlichen Orten wie etwa bei Cloudanbietern, Datenanbietern und in On-prem-Systemen liegen, eine komplexe Herausforderung. Kunden mussten Daten aus ihren ursprünglichen Ablageorten extrahieren und an einen zentralen Ort exportieren. Hierbei gingen wichtige Kontextinformationen verloren, die nur mit speziellen, fortlaufenden IT-Projekten und manuellem Aufwand wiederhergestellt werden konnten. Mit SAP Datasphere gehört dieser Aufwand der Vergangenheit an. Kunden haben die Möglichkeit, eine Data-Fabric-Architektur für das Management von Geschäftsdaten zu gestalten, die schnell aussagekräftige Daten mit Geschäftskontext und intakter Logik bereitstellt.“

Aus Sicht von SAP könnte es richtig sein, in der SAP-Partner-Community gibt es aber zahlreiche Lösungen für diese Herausforderungen. Data-Fabric wurde schon vor vielen Jahren von den Analysten bei Gartner als ein wesentlicher IT-Trend definiert, und wurde somit auch schnell von SAP-Partnern aufgegriffen. Jeder SAP-Bestandskunde, der Interesse an Datasphere hat, ist gut beraten, sich vorerst in der Community umzuschauen. Alle von SAP richtig erkannten Probleme lassen sich seit vielen Jahren mit Drittlösungen von SAP-Partnern lösen.

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Peter M. Färbinger, E3 Magazin

Peter M. Färbinger, Herausgeber und Chefredakteur E3-Magazin DE, US und ES (e3mag.com), B4Bmedia.net AG, Freilassing (DE), E-Mail: pmf@b4bmedia.net und Tel. +49(0)8654/77130-21


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