Demokratie braucht Beteiligung


DSAG e. V. und die SAP-Community leben! Nach den erfolgreichen Amtszeiten von DSAG-Vorstandsvorsitzendem Jens Hungershausen wird die Mitgliederversammlung in Köln anlässlich des DSAG-Jahreskongresses einen neuen Vorstandsvorsitzenden wählen. Ein logischer Nachfolger wäre der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Thomas Henzler.
Auf der Mitgliederversammlung werden sich zwei Personen um den DSAG-Vorstandsvorsitz bewerben, damit steht dem Verein nach langer Zeit wieder eine demokratische und engagierte „Kampfabstimmung“ bevor. Demokratie braucht Beteiligung: Der operative Teil des Anwendervereins wird seit vielen Jahren erfolgreich und mit ruhiger Hand von Geschäftsführer Mario Günter geführt. Damit waren auch die Mitgliederversammlungen in den vergangenen Jahren mehr ein administrativer Akt als ein demokratischer Diskurs. Die meisten Mitglieder bevorzugten die Fachdiskussion im Ausstellungsbereich oder den frühen Weg zur Abendveranstaltung.
Dieses Jahr ist in Köln das demokratische Engagement gefragt: Auf der Mitgliederversammlung werden nicht nur zwei Personen sich um das Amt des DSAG-Vorstandsvorsitzenden bewerben, sondern es wird auch eine Richtungsentscheidung sein. Wie positioniert sich der weltweit wichtigste SAP-Anwenderverein gegenüber der SAP? Wie könnte ein neuer Vorstandsvorsitzender eine neue DSAG-Rolle im KI-Zeitalter für die Mitglieder definieren und orchestrieren?
Alfons Wahlers, der legendäre Mitgründer der DSAG e. V., wählte einst als informellen Leitspruch: kritisch und konstruktiv. Viele DSAG-Mitglieder fühlen sich diesem Motto bis heute verpflichtet. Kritik gegenüber SAP ist wichtig, weil es einen Diskurs auslösen kann, um Situationen, Produkte und Services zu verbessern. Eine sich hinterfragende SAP-Community ist ein Mehrwert für SAP. Der fachliche, kritische und konstruktive Meinungsaustausch ist ein Gewinn für alle SAP-Bestandskunden.
SAP-Chef Christian Klein ist dem DSAG-Diskurs immer aus dem Weg gegangen. Die SAP-Keynote auf dem DSAG-Jahreskongress überließ er dem SAP-Vorstandsmitglied Thomas Saueressig, der diese Pflicht perfekt routiniert, aber mit wenig Engagement erfüllte. Vorbei sind die Zeiten, in denen Professor Henning Kagermann auf dem DSAG-Jahreskongress die Premiere- und Gerd Oswald die Dernière-Keynote hielten. Die Keynote des damaligen Vorstandsmitglieds Oswald war immer besonders erhellend: Am Ende seines Vortrags zeigte er das letzte Bild aus dem vergangenen Jahr und resümierte, was geschaffen wurde und was noch ansteht – naturgemäß war die Bilanz immer äußerst positiv!
Eine wesentliche Aufgabe des neuen DSAG-Vorstandsvorsitzenden wird somit das Bestreben sein, einen lebendigen, disruptiven, lehrreichen und kritischen SAP-DSAG-Diskurs zum Leben zu erwecken. Demokratie braucht Beteiligung: Es gilt, dass sich bei der kommenden Mitgliederversammlung in Köln nicht nur zahlenmäßig mehr Mitglieder beteiligen sollten, sondern dass auch wieder eine intensivere Beteiligung des SAP-Vorstands an der DSAG-Arbeit gewünscht wird. Der erste Schritt ist aber ein voller Saal bei der DSAG-Mitgliederversammlung 2026. (pmf)



