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Availability und Recovery

Ein relevantes IT-System sollte keinen Single-Point-of-Failure haben. Was offensichtlich in einem zurückliegenden On-prem-Zeitalter ein Standard war, scheint nun im vernetzten Cloud-Zeitalter nicht zu gelten, siehe DB und Lufthansa.
Peter M. Färbinger, E3 Magazin
16. Februar 2023
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IT-Infrastruktur und SAP-Architektur

Vor vielen Jahren sprach ich mit dem IT-Verantwortlichen des österreichischen Handelskonzerns Spar anlässlich der Renovierung seines Rechenzentrums in der Spar-Zentrale in Salzburg. Ergänzend zu neuen Servern und Storage für SAP ERP/ECC 6.0 mietete er ein Ausfallrechenzentrum an. Beide Standorte wurden mit zwei Glasfaserkabelsträngen verbunden – unter der Vorgabe: An keinem Punkt durften die Kabelstränge im freien Feld näher als 200 Meter zueinander vergraben werden. Das Ansinnen ist logisch: Ein Bagger ist keine Seltenheit. Ein Bagger, der unkontrolliert 200 Meter rollt, sollte nahezu unmöglich sein.

SPOF

Theoretisch sollte es in keinem IT-System einen Single-Point-of-Failure geben. Aufgrund der Komplexität hybrider ERP-Landschaften erscheint diese Forderung aber kaum erfüllbar. SAP-Bestandskunde Lufthansa war wahrscheinlich nicht in der Situation, auch die Vernetzung des outgesourcten Wide-Area-Networks in die eigene Risikoanalyse einzubauen. Vielleicht gibt es auch ein Service-Level-Agreement, nach dem ein solcher Baggerunfall nicht vorkommen kann – grau ist alle Theorie.

Cloud First

Unabhängig von den IT-Baustellen bei der Deutschen Bahn und Lufthansa sollte sich jeder SAP-Bestandskunde bewusst werden, dass Cloud Computing wesentlich mehr als Lift und Shift ist. Die Redundanz der Rechenzentren der Hyperscaler beschränkt sich großteils auf deren interne, globale Vernetzung. Der Datenweg zum Anwender ist schon wieder ein neues IT-Kapitel. Mit Cloud First werden viele Herausforderungen verlagert, aber nicht gelöst. Die Gefahr besteht, dass mit Cloud Computing viele Probleme aus dem eigenen Wirkungskreis gleiten. Was im eigenen Rechenzentrumsbetrieb eine tägliche Aufgabe war, scheint in der Cloud unsichtbar zu werden.

High Availability

Hochverfügbarkeit ist ein teures Gut und muss wohlüberlegt eingesetzt werden. Der IT-Chef des Handelskonzerns Spar weiß genau, dass der Ausfall des SAP-Systems sehr schnell zu leeren Regalen in den Märkten führen würde und sich an den Scannerkassen lange Schlangen bilden. Zwei Rechenzentren mit weit getrennten Glasfaserverbindungen sind somit kein Luxus, sondern eine betriebswirtschaftliche Notwendigkeit. Von der High Availability kann sich der On-prem-CIO jeden Tag selbst überzeugen. Als Cloud-Administrator muss der CIO auf die verlässliche Arbeit anderer hoffen.

Desaster Recovery

Im Fall des Falles muss ein Back-up-Plan zur Verfügung stehen. Mit allen Ressourcen im eigenen Rechenzentrum besteht die Möglichkeit eines schnellen Notfallplans. Mit Cloud Computing muss der CIO erst in der Wolke Ursache, Wirkung und Verantwortliche suchen. Es scheint, dass mit Cloud Computing einiges besser läuft, der Verwaltungsaufwand selbst aber um einiges höher ist. Warum hat es bei der Lufthansa-IT so lange gebraucht, bis die Fehlerquelle gefunden wurde? Ein kaputtes Glasfaserkabel ist keine Raketenwissenschaft.

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Peter M. Färbinger, E3 Magazin

Peter M. Färbinger, Herausgeber und Chefredakteur E3-Magazin DE, US und ES (e3mag.com), B4Bmedia.net AG, Freilassing (DE), E-Mail: pmf@b4bmedia.net und Tel. +49(0)8654/77130-21


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Veranstaltungsdatum

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