Salzburger Festspiele – Carmen


SAP-Chef Christian Klein versucht im Moment vieles zu erklären. Vieles bleibt ungesagt und nebulös. Andeutungen des SAP CEO lassen viel Spielraum für Spekulationen. Das ist ein fundamentales Versagen der Kommunikation, Pressearbeit und des Marketings bei SAP. Wahrscheinlich ist SAP unter der Führung von Christian Klein, Dominik Asam und Thomas Saueressig auf der richtigen Spur, aber für ein Mitglied der SAP-Community ist der Weg nicht erkennbar. Wohin geht SAP?
Vom Bühnenbild der Carmen bei den Salzburger Festspielen war ich enttäuscht: Es war dunkel, sehr schwach ausgeleuchtet, und zeigte viele Elemente, deren Sinn sich für Außenstehende nicht erschloss. Musikalisch war die Premiere gut, wenn auch nicht perfekt. Dirigent Teodor Currentzis leitete die Aufführung bravourös. Asmik Grigorian als Carmen schien bei der Premiere sehr nervös und damit stimmlich nicht ganz auf der Höhe zu sein.
Das Bühnenbild und die Statisten waren für mich unverständlich und schwer zu interpretieren. Zwei Wochen später ergab sich auf der Bühne von Carmen gemeinsam mit dem Bühnenbildner und dem technischen Verantwortlichen der Salzburger Festspiele ein vollkommen neues Bild: Die Optik wurde abgeleitet von Francisco de Goya (1746–1828). Er ist ein bedeutender spanischer Maler und Grafiker, der als Wegbereiter der Moderne gilt. Seine Endzeitbilder sind Vorlage für den Geschlechterkampf auf der Bühne von Carmen. Ich erkannte nun auf der Bühne viele Details und wurde auf die Bedeutung hingewiesen. Gemeinsam mit dem Bühnenbildner von Carmen war es ein sehr erhellender Moment und ich verließ das Festspielhaus mit neuen Erkenntnissen.
Dieser Erkenntnisgewinn fehlt mir aktuell bei SAP. Ich sehe sehr viele Anstrengungen bei SAP-Chef Christian Klein und seinen Vorstandskollegen. Ich vertraue, dass SAP sich in die richtige Richtung bewegt. Erhellend ist die momentane Situation aber nicht: Vieles wird nur angedeutet, versprochen und angekündigt. Nur weniges wird ausformuliert, zu Ende gedacht und erklärt. Die Situation bei SAP ist nebulös, sodass es kaum möglich ist zu sagen, ob SAP erfolgreich unterwegs oder vom ERP-Kurs abgekommen ist. Der sich seit Wochen seitwärts bewegende Aktienkurs, der nicht über 200 Euro an der Frankfurter Börse springen will, ist dafür ein gutes Indiz.
Die Community beobachtet und sieht SAP, aber viele Bestandskunden erkennen keine Strategie und Vision. Es fehlt der Beipackzettel, der erklärt, warum Christian Klein diese Schritte setzt. Wer nicht auf die Veranstaltungen von SAP geht, sondern sich in den freien Medien, bei Partnern oder Anwendervereinen informiert, dem bleiben viele Erkenntnisse vorenthalten. Es scheint also nicht an Aufklärung zu fehlen, sondern an Kommunikation. Christian Klein scheint zu wissen, was er tut, aber seine Stäbe kommunizieren diese Erkenntnisse nicht. Nichts Erhellendes dringt nach außen! Dieses Schweigegelübde der Presseabteilung und des Marketings von SAP ist eine Herausforderung für die gesamte Community: Wie sollen die guten und richtigen Taten letztendlich bewertet werden, wenn der erklärende Beipackzettel fehlt? (pmf)


