Value-Add-in


Aus der Perspektive einer kritischen Bildungsarbeit und journalistischen Beobachtung des SAP-Marktes präsentiert sich die Geschichte und Zukunft von GIB als ein Lehrstück darüber, wie pragmatische Mittelstandskompetenz dem Anspruch erhabener Konzernarchitekturen trotzen kann.
Vom Add-on zum Value-Add-in im digitalen ERP-Kern: Die Wurzeln von GIB liegen in der klassischen Dispositions- und Beschaffungsoptimierung im Umfeld von SAP R/3 und der Business Suite 7. Bereits früh erkannten die GIB-Experten, dass die bloße Auslieferung von Software nach dem Prinzip „Plug and Play“ fehlschlagen muss, wenn im Unternehmen Silodenken, Informationsbrüche und gegensätzliche Abteilungsziele herrschen. Das 2006 geprägte selbstkritische Mantra „Mit unserer Software verwalten wir das Elend“ markierte einen Wendepunkt: GIB verstand sich fortan nicht mehr nur als reiner Code-Lieferant, sondern übernahm zunehmend einen beratenden und nachhaltigen Bildungsauftrag in der SAP-Community, um die „Leichen im Keller“ der Supply Chain aufzuspüren und ungesunde Prozessmuster aufzubrechen.
„Für uns bedeutet End-to-End in der Supply Chain nicht primär die technische Verbindung von Prozessschritten, sondern die durchgängige operative Steuerung vom Bedarf bis zur Auslieferung“, erklärt GIB-Geschäftsführer Björn Dunkel im E3-Gespräch. „Viele Unternehmen verfügen bereits über eine Vielzahl integrierter Systeme. Die eigentliche Herausforderung besteht darin, täglich die richtigen Entscheidungen zu treffen, wenn sich Bedarfe ändern, Materialien fehlen oder Kapazitäten knapp werden“, weiß Björn Dunkel aus seiner langjährigen und erfolgreichen Tätigkeit in der SAP-Community und er ergänzt: „End-to-End bedeutet für GIB deshalb Transparenz und Steuerungsfähigkeit entlang der gesamten Versorgungskette. Entscheidend ist nicht, dass Daten von A nach B fließen, sondern dass die richtigen Personen die richtigen Entscheidungen zur richtigen Zeit treffen können oder in Zukunft diese Entscheidungen zunehmend automatisiert erfolgen.“
Einen historischen Schwenk vollzieht das Unternehmen in diesem Jahr unter dem Slogan „GIB goes GIB“: Die Muttergesellschaft ifm löste die Supply-Chain-Softwaresparte aus den starren Konzernstrukturen heraus. GIB tritt wieder als eigenständiges, agiles Softwarehaus am Markt auf, während ifm dem Unternehmen weiterhin als starke Finanzbeteiligung den Rücken stärkt. Die Wiederbelebung der Marke GIB markiert dabei weniger einen technologischen Neuanfang als vielmehr eine geschärfte Positionierung. Der Wandel vom klassischen Add-on-Lieferanten hin zum Value-Add-in für SAP S/4 Hana war bereits in den vergangenen Jahren erfolgt. Allerdings blieb diese Entwicklung innerhalb der Konzernstrukturen für den Markt vielfach unscharf. Als eigenständiger SAP-Spezialist kann GIB nun wieder klar kommunizieren, worin die eigene Stärke liegt: in der Optimierung und operativen Steuerung komplexer Supply Chains direkt im SAP-Kern, auf Basis derselben Stamm- und Bewegungsdaten und ohne den Umweg über zusätzliche Datensilos.
Fokus: Supply Chain Essentials
Unter der Führung von Björn Dunkel – CEO, Vordenker und oberster Produktmanager hinter dem Kernprodukt GIB SCX (Supply Chain Excellence) – richtet sich die „neue“ GIB auch anders aus. Dunkels erklärtes Ziel ist die klare Positionierung als spezialisiertes Softwarehaus mit absolutem Fokus auf Supply Chain Essentials und messbare betriebswirtschaftliche Ergebnisse. Dunkel erteilt starr verordneten Betriebsmodellen eine Absage und vertritt eine pragmatische, agnostische Plattform-Philosophie: Die Software passt sich flexibel dem bevorzugten Betriebsmodell des Kunden an – von On-prem über Private Cloud bis hin zur Public Cloud.
CEO Dunkel stellt im E3-Gespräch somit klar: „Supply Chain Planning beschäftigt sich mit der Frage, wie eine optimale Versorgung theoretisch aussehen sollte. Supply Chain Management umfasst darüber hinaus die operative Umsetzung und Steuerung im Tagesgeschäft. Viele Lösungen am Markt fokussieren heute auf strategische oder taktische Planung. Der eigentliche Mehrwert entsteht jedoch erst dann, wenn aus einem Plan operative Handlungen werden. Genau dort liegt traditionell die Stärke von GIB. Wir helfen Unternehmen dabei, Planungen tatsächlich in operative Exzellenz zu überführen und direkt im SAP-System wirksam zu machen.“ Im Zentrum der Dunkel’schen Philosophie stehen das kybernetische APEO-Prinzip (Analyze, Plan, Execute, Optimize) sowie die benutzerzentrierte Informationsbereitstellung CLUI (Context-based, Location-based, User-based Information). Anstatt den Anwender mit einer Flut unzähliger isolierter Kennzahlen zu überfordern, setzt GIB auf den GIB-SCX-Indikator. Dieser verdichtet die Prozessgüte top-down zu einer einzigen Stellgröße und gibt über Führungssysteme (Guiding-Funktionen) direkte Handlungsempfehlungen, an welcher Stelle im SAP-System Korrekturbedarf besteht. Für Dunkel bleibt der Mensch dabei der unersetzliche, vernetzt denkende Entscheider (Human in the Loop), der durch intelligente Heuristiken befähigt wird, in der richtigen Priorität das Richtige zu tun.
Ergänzung der SAP-Strategie
In der gegenwärtigen Ära der betriebswirtschaftlichen ERP-Anwendungssoftware steht der SAP-Bestandskunde vor einer Zäsur, die von einer Diskrepanz zwischen verordneter ERP-Architektur und der rauen Realität in den Werkshallen und Logistikzentren geprägt ist. Während SAP den Übergang in die Cloud vorantreibt und das Zeitalter des autarken Unternehmens (Autonomous Enterprise und SAP Knowledge Graph) proklamiert, sehen sich die Verantwortlichen in Supply Chain Management, Logistik und Beschaffung mit einer völlig anderen Komplexität konfrontiert: Geopolitische Erschütterungen, brüchige globale Lieferketten, unvorhersehbare Nachfrageschwankungen und der anhaltende Fachkräftemangel machen die Beherrschung der intralogistischen und unternehmensübergreifenden Wertschöpfungsprozesse zu einer existenziellen Kernaufgabe.
In diesem Spannungsfeld nimmt der im südwestfälischen Siegen ansässige Softwarespezialist GIB seit Jahrzehnten eine außergewöhnliche und profiliert herausgehobene Stellung innerhalb der SAP-Community ein. GIB ist in der SAP-Community historisch tief im Mittelstand verwurzelt und genießt bei über 1000 Kunden mit mehr als 2000 betreuten SAP-Systemen weltweit eine hohe Glaubwürdigkeit.
„Wir sehen uns nicht als Wettbewerber von SAP, sondern als Ergänzung der SAP-Strategie“, betont Björn Dunkel. SAP adressiert mit Lösungen wie IBP, Ariba oder weiteren Cloud-Angeboten häufig strategische, unternehmensübergreifende oder langfristige Planungsprozesse. „GIB konzentriert sich auf die operative Supply Chain direkt im ERP-Kern. Unser Alleinstellungsmerkmal besteht darin, dass wir dort ansetzen, wo täglich Tausende Disponenten, Einkäufer und Planer arbeiten. Unsere Lösungen sind nah am SAP-Core, Clean-Core-konform und unmittelbar wirksam. Während andere Lösungen zunächst integriert, orchestriert und organisatorisch eingeführt werden müssen, arbeiten unsere Kunden bereits produktiv mit unseren Werkzeugen direkt in ihren operativen Prozessen“, weiß CEO Dunkel aus vielen erfolgreichen Kundenprojekten.
Das Verstehen dieser spezifischen Marktstellung erfordert eine genaue Betrachtung der strategischen Entwicklung, die das Unternehmen durchlaufen hat. Nach Jahren der organisatorischen Einbettung in den globalen Automatisierungskonzern ifm vollzog das Unternehmen in diesem Jahr unter dem prägnanten Leitsatz einer erneuten Verselbstständigung einen bemerkenswerten Carve-out. Dieser Schritt zurück in die eigenständige Agilität markiert keine Abkehr von den bisherigen Werten, sondern eine schärfere Fokussierung auf die essenziellen Anforderungen der Anwenderunternehmen. Für den SAP-Bestandskunden bietet diese Neupositionierung eine Orientierungshilfe in Zeiten, in denen viele IT-Entscheider Orientierung im Dschungel aus SAP IBP, BTP-Abrechnungsmodellen, Clean-Core-Vorgaben und unklaren KI-Versprechungen suchen.
SAP Clean Core
Und Björn Dunkel präzisiert: „Clean Core ist für uns kein Marketingbegriff, sondern eine grundlegende Architekturentscheidung. Unsere Strategie besteht darin, den SAP-Kern nicht unnötig zu modifizieren, sondern Erweiterungen standardnah, upgradefähig und zukunftssicher bereitzustellen. Alle neuen Entwicklungen der GIB orientieren sich konsequent an den Clean-Core-Prinzipien von SAP. Dabei nutzen wir moderne Erweiterungsansätze über APIs und cloudfähige Technologien, ohne die enge operative Anbindung an die ERP-Prozesse zu verlieren.“
Das von SAP durchgesetzte Clean-Core-Prinzip stellt für zukünftige SCM-, Logistik- und Beschaffungssysteme eine fundamentale Weichenstellung dar. Über Jahrzehnte hinweg wurden gerade in den Modulen MM, PP und SD unzählige kunden individuelle Z-Entwicklungen, Modifikationen und User-Exits programmiert, um betriebliche Besonderheiten abzubilden. Dieses historische Erbe rächt sich heute, da es den direkten Umstieg auf S/4 blockiert und Releasewechsel zu teuren Großprojekten macht. Im Logistikbereich ist ein sauberer Kern daher die zwingende Voraussetzung, um Systeme überhaupt noch stabil und cloudfähig zu halten.
GIB hat sich dieser architektonischen Herausforderung frühzeitig und mit konsequenter Härte gestellt. Als einer der weltweit ersten zehn Softwarepartner überhaupt erhielt das Siegener Unternehmen die offizielle Zertifizierung für den sauberen Kern. Björn Dunkel unterstreicht, dass das Bekenntnis zu Clean Core keine Einschränkung der kundenindividuellen Handlungsfreiheit bedeutet, sondern den Schutz der Systemintegrität gewährleistet. Um diese Zertifizierung zu erlangen, wurden die eigenen Softwarearchitekturen vollständig überarbeitet.
Die moderne GIB-Software nutzt ausnahmslos freigegebene Schnittstellen, verzichtet auf unzulässige direkte Schreibzugriffe auf SAP-Standardtabellen und nutzt die Abap-Cloud-Sprachversion sowie Fiori-Technologien. Dadurch erreichen die Lösungen eine vollständige Konformität mit den hohen Anforderungen der Level-A- und Level-B-Architekturstandards. Für den Bestandskunden bedeutet dies die absolute Beruhigung: Die Erweiterung der Logistikfunktionen über GIB gefährdet in keiner Weise die Upgrade-Fähigkeit des S/4-Systems, gleichgültig ob dieses lokal, in einer Private Cloud oder zukünftig in einer Public Cloud betrieben wird. In Zusammenarbeit mit spezialisierten Clean-Core-Anbietern zeigt GIB, wie verkrustete Altsysteme systematisch entschlackt werden können, ohne auf die wertvolle dispositorische Intelligenz im Betrieb zu verzichten.
KI und SCM
„Wir begleiten Kunden auf ihrem Transformationspfad und kombinieren dabei Prozesswissen mit technischer Modernisierung“, beschreibt CEO Dunkel den Projektansatz. „Wichtig ist aus unserer Sicht, dass Unternehmen nicht nur bestehende Prozesse technisch migrieren, sondern ihre Supply Chain aktiv weiterentwickeln. Dabei verfolgen wir einen pragmatischen Ansatz: Standardisierung dort, wo sie Nutzen bringt, und intelligente Differenzierung dort, wo Wettbewerbsvorteile entstehen.“
In der aktuellen Diskussion der SAP-Community nimmt das Thema KI eine dominierende Stellung ein. Die Marketingabteilungen überschlagen sich mit Begriffen wie Business AI, Joule, Generative AI Hub und dem Konzept des autarken Unternehmens, Autonomous Enterprise. Aus der Sicht von GIB bedarf es bei der Beurteilung dieser Entwicklungen im Bereich Logistik und Beschaffung jedoch einer gehörigen Portion Nüchternheit und sachlicher Abwägung. KI ist kein magischer Alleskönner, sondern ein mathematisches Werkzeug zur Veredelung strukturierter Daten.

„KI muss einen betriebswirtschaftlichen Nutzen erzeugen. Genau daran messen wir jede Innovation“, definiert Björn Dunkel im E3-Gespräch. „Heute sehen wir großes Potenzial bei der Analyse komplexer Dispositionssituationen, bei der Priorisierung von Aufgaben und bei der Identifikation von Prozessmustern. Ein aktuelles Beispiel ist Factory Optimization Excellence, unsere KI-basierte Lösung zur intelligenten Feinplanung und Optimierung der Produktionssteuerung. FOX unterstützt Unternehmen dabei, Produktionsaufträge, Ressourcen und Kapazitäten dynamisch zu koordinieren und Planungsentscheidungen auf Basis von Echtzeitdaten besser und schneller zu treffen.“
Daten und Automatisierung
Sinnvolle Einsatzfelder für KI und Machine Learning in der Supply Chain liegen dort, wo riesige Datenmengen nach versteckten Mustern durchsucht werden müssen. Dazu gehören die automatisierte Erkennung von Absatzausreißern, die dynamische Anpassung von Sicherheitsbeständen anhand historischer Wiederbeschaffungsschwankungen oder die vorausschauende Qualitätsprüfung an der Schnittstelle zwischen Sensoren und Fertigungsaufträgen.
„Grundsätzlich sehen wir KI dort am stärksten, wo sie operative Anwender im Tagesgeschäft entlastet. Sie hilft dabei, komplexe Zusammenhänge transparent zu machen, Handlungsbedarfe zu priorisieren und fundierte Empfehlungen bereitzustellen. Der Mensch bleibt dabei stets in der Verantwortung und behält die Kontrolle über die Prozesse“, betont CEO Dunkel. „Der nächste Schritt wird die teilautonome Abwicklung standardisierbarer Prozesse sein. KI wird Routineentscheidungen übernehmen, während Anwender sich auf Ausnahmen, Eskalationen und wertschöpfende Entscheidungen konzentrieren können. Voraussetzung dafür sind Transparenz, Governance und vor allem Vertrauen.“
Dennoch warnt Björn Dunkel vor der Illusion einer sich völlig selbst steuernden oder gar selbst programmierenden autonomen Lieferkette. Ein autonomes System kann nur so gut agieren wie die Qualität der Stamm- und Bewegungsdaten, mit denen es gefüttert wird. Wenn die Grundlagen im ERP-System fehlerhaft sind, führt der Einsatz von autonomen KI-Agenten nicht zu effizienten Prozessen, sondern lediglich zu einer dramatischen Beschleunigung des Chaos. „Unsere Vision ist eine Supply Chain, in der Anwender über intelligente Dashboards jederzeit nachvollziehen können, welche Entscheidungen automatisiert getroffen werden können und an welchen Stellen menschliches Expertenwissen und Kontextverständnis unverzichtbar bleiben“, so Björn Dunkel abschließend.
Anfang dieses Jahres gab es die Diskussion, ob KI klassische Software frisst. Wird KI in Zukunft die bessere Supply Chain programmieren, managen und orchestrieren? Dunkel: „KI wird Softwareentwicklung und Prozesssteuerung massiv verändern. Dennoch wird erfolgreiche Supply Chain Excellence auch künftig auf betriebswirtschaftlichem Wissen basieren. Eine KI kann Muster erkennen und Vorschläge machen. Sie versteht jedoch nicht automatisch die strategischen Ziele eines Unternehmens. Wir erwarten daher eine Symbiose aus menschlichem Expertenwissen und maschineller Intelligenz. Die besten Supply Chains werden diejenigen sein, die beides optimal kombinieren.“
Eine der Schlüsselkomponenten in der neuen KI-Architektur der SAP ist der Knowledge Graph, der auf der Hana Cloud Graph Engine aufbaut und als semantisches Fundament innerhalb der Business Data Cloud fungiert. Der Knowledge Graph verbindet das hochgradig komplexe und oft kryptische Metadatenmodell der SAP mit den natürlichen Sprachmodellen der künstlichen Intelligenz. Für die Bereiche Supply Chain Management, Logistik und Beschaffung besitzt diese Technologie eine erhebliche funktionale Relevanz.
SAP Knowledge Graph
Über den Knowledge Graph lassen sich geschäftliche Entitäten wie Lieferanten, Werke, Materialien, Einkaufsverträge, Kundenaufträge und Transportrouten in ein logisches Beziehungsgeflecht überführen. Dies ermöglicht neuartige Analyseverfahren über sogenannte GraphRAG-Methoden und Multi-Hop-Reasoning. Fällt beispielsweise ein spezialisierter Unterlieferant an einem ausländischen Standort aus, kann die KI über den Knowledge Graph in Sekundenschnelle die gesamte vorgelagerte und nachgelagerte Kette durchleuchten. Sie identifiziert sofort, welche Fertigerzeugnisse betroffen sind, welche Kundenaufträge in Verzug geraten und welche alternativen Lieferanten mit gültigen Rahmenverträgen im System hinterlegt sind.
In Kombination mit den GIB-Prozessindikatoren bildet der SAP Knowledge Graph die ideale semantische Landkarte. Der Knowledge Graph stellt sicher, dass KI-Agenten den exakten betriebswirtschaftlichen Kontext verstehen und halluzinationsfrei agieren, während der GIB-SCX-Indikator die logistische Bewertung und die operative Handlungsanweisung liefert. Auf diese Weise wird verhindert, dass KI-Szenarien zu isolierten Spielereien verkommen, und stattdessen ein echter Mehrwert für die Transparenz der gesamten Wertschöpfungskette geschaffen.

„Wir glauben an eine selbststeuernde Supply Chain mit menschlicher Aufsicht“, erklärt Björn Dunkel. „Viele operative Entscheidungen lassen sich automatisieren. Gleichzeitig wird es immer Situationen geben, die Kontextwissen, Erfahrung und unternehmerisches Urteilsvermögen erfordern. Unser Zielbild ist deshalb eine Autonomous Supply Chain, in der KI Routineprozesse übernimmt und Menschen sich auf Ausnahmen und Optimierungen konzentrieren.“
Simplification und Prozess-DNA
Die Zukunft von GIB liegt in der perfekten Synthese aus jahrzehntelanger Mittelstands-Prozess-DNA, operativer Vereinfachung (Simplification) und moderner Cloud- und KI-Architektur. GIB beweist der SAP-Community, dass echtes Supply Chain Management nicht in abstrakten Cloud-Silos erstickt werden darf, sondern genau dort stattfinden muss, wo der Disponent täglich Entscheidungen trifft: direkt an den Daten des ERP-Kerns, transparent, beherrschbar und mit dem Menschen als souveränem Steuermann im Mittelpunkt.
„Die wesentlichen Herausforderungen bleiben Volatilität, Fachkräftemangel und steigende Komplexität“, beschreibt Björn Dunkel die aktuelle Situation. „Heute verbringen viele Mitarbeiter einen erheblichen Teil ihrer Zeit mit Routinetätigkeiten, Datenanalysen und Priorisierungsaufgaben. KI wird diese Tätigkeiten nicht ersetzen, sondern verändern. Standardentscheidungen werden zunehmend automatisiert getroffen. Die Rolle des Mitarbeiters verschiebt sich hin zur Steuerung, Überwachung und Behandlung von Ausnahmen. Menschen werden künftig weniger Zeit mit Datensuche und mehr Zeit mit Entscheidungen verbringen.“
Unter der Ägide von Björn Dunkel und im Zuge der organisatorischen Verselbstständigung positioniert sich die neue GIB kompromisslos als fokussiertes Softwarehaus mit Konzentration auf die essenziellen Kernaufgaben der Lieferkette. Dunkels strategischer Anspruch erteilt dem oft anzutreffenden Dogmatismus der Softwareindustrie eine klare Absage. Anstatt den Kunden in ein einziges, vom Hersteller vorgegebenes Betriebsmodell zu drängen, vertritt GIB eine agnostische Plattform-Philosophie. Die Standardsoftware von GIB passt sich flexibel dem individuell bevorzugten Betriebsmodell des Anwenders an.
„Während viele Marktlösungen außerhalb des operativen Kerns planen, analysieren oder orchestrieren, arbeiten wir direkt dort, wo täglich über Materialverfügbarkeit, Versorgungssicherheit und Lieferfähigkeit entschieden wird. Unser Fokus liegt auf In-Stack, Clean Core und operativer Exzellenz“, fasst Björn Dunkel zusammen. „BTP und BDC sehen wir als wertvolle Technologien, die wir dort einsetzen, wo sie einen konkreten Mehrwert schaffen. Wir verfolgen jedoch keinen BTP-first-Ansatz. Entscheidend ist für uns die Nähe zu den operativen Prozessen und Anwendern.“
Die Musterarchitektur der Zukunft besteht daher aus einem S/4-Kern mit GIB als operativer Steuerungsschicht für die Supply Chain. KI unterstützt die Anwender bei Routinetätigkeiten, priorisiert Handlungsbedarfe und automatisiert Standardentscheidungen. „Der Mensch konzentriert sich auf Ausnahmen, Eskalationen und wertschöpfende Entscheidungen. Genau darin sehen wir die Zukunft der Supply Chain Excellence im SAP-Umfeld“, definiert CEO Dunkel.
Zusammenfassend lässt sich die künftige Rolle von GIB in der SAP-Community als die eines unverzichtbaren, kybernetischen Ankers für den Mittelstand beschreiben. Die Aussagen und die Strategie von Björn Dunkel bündeln die Erkenntnisse aus über drei Jahrzehnten Logistikerfahrung zu einem klaren, pragmatischen Zukunftsversprechen. GIB geht gestärkt aus dem organisatorischen Carve-out hervor und nutzt die gewonnene Eigenständigkeit, um als agiles Softwarehaus die drängendsten Fragen der Anwenderunternehmen im Bereich SCM, Logistik und Beschaffung zu beantworten.
„Für viele Unternehmen stand die Sicherstellung des laufenden Geschäftsbetriebs im Vordergrund. Die eigentliche Prozessinnovation wurde bewusst in eine zweite Phase verschoben. Genau hier sehen wir aktuell großes Potenzial. Die eigentliche Wertschöpfung entsteht nicht durch die technische Migration allein, sondern durch die Nutzung der Möglichkeiten, die S/4, moderne Benutzeroberflächen, Clean-Core-Architekturen und KI-basierte Assistenzsysteme eröffnen. Jetzt beginnt für viele Unternehmen die Phase, in der aus einer technischen Conversion eine echte Business Transformation wird“, blickt Björn Dunkel in die Zukunft.
Betriebswirtschaftlicher Nutzen
Die Vision von Björn Dunkel beruht auf drei unverrückbaren Säulen. Die erste Säule bildet die unbedingte Fokussierung auf die essenziellen Grundanforderungen der Logistik und den messbaren betriebswirtschaftlichen Nutzen. Die zweite Säule ist die konsequente Einhaltung des Clean-Core-Prinzips, die den Kunden die Upgrade-Fähigkeit ihrer S/4-Systeme garantiert und eine sichere Brücke in beliebige Cloud-Umgebungen baut. Die dritte Säule ist das Festhalten an der zentralen Rolle des Menschen, der durch moderne Technologie, klare Indikatoren und geführte Prozesse befähigt wird, die Komplexität der modernen Supply Chain souverän zu beherrschen.
„Unsere Stärke besteht darin, die operativen Supply-Chain-Prozesse schrittweise zu modernisieren und dabei unmittelbar messbaren Nutzen im Tagesgeschäft zu schaffen. Denn am Ende ist die erfolgreiche S/4-Transformation nicht erreicht, wenn ein neues System produktiv ist, sondern wenn Disponenten, Einkäufer, Produktionsplaner und Supply-Chain-Verantwortliche besser, schneller und effizienter arbeiten können als zuvor. Deshalb erwarten wir in den kommenden Jahren eine Entwicklung von der reinen Systemmodernisierung hin zur operativen Exzellenz. Und genau dort liegt traditionell die Stärke der GIB“, beschreibt CEO Dunkel abschließend die Situation.
Und wo sieht Björn Dunkel die GIB-Kunden 2030? „2030 werden die meisten unserer Kunden auf S/4 arbeiten und Clean-Core-Architekturen etabliert haben. Die operative Supply Chain wird deutlich stärker automatisiert sein als heute. KI-Agenten werden Routineentscheidungen übernehmen. Anwender werden über moderne Dashboards, digitale Assistenten und natürliche Dialoge mit den Systemen interagieren. Die GIB wird dabei die Brücke zwischen SAP-Technologie und operativer Realität schlagen. Unser Anspruch ist klar: Wir wollen der führende Anbieter für Supply Chain Excellence im SAP-Umfeld sein. Nicht durch möglichst viel Technologie, sondern durch Technologien, die im Tagesgeschäft tatsächlich Wirkung entfalten. Clean Core. On-Stack. Operativ wirksam. Mit KI dort, wo sie echten Mehrwert schafft.“
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