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Was versteht SAP von KI?

Das Lieblingsthema bei SAP ist naturgemäß Cloud only. Bei den Anwendern und in der IT-Industrie steht aber KI an erster Stelle. Gemeinsam mit Aleph Alpha könnte SAP ein KI-Pionier werden. SAP-Chef Christian Klein hat den falschen Fokus.
Peter M. Färbinger, E3 Magazin
23. November 2023
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Dreamteam: Signavio und Aleph Alpha

Auf der KI-Tagung des Handelsblatts Ende November in München erklärte Aleph-Alpha-Chef Jonas Andrulis das betriebswirtschaftliche Wissen von SAP, das Prozess-Know-how von Signavio und das KI-Modell von Aleph Alpha zum Dreamteam im professionellen ERP-Markt. „Kein anderes Unternehmen weiß so viel über Geschäftsprozesse wie Signavio“, war die Aussage und sein Hinweis auf die Bedeutung der richtigen Trainingsdaten für eine generative KI.

Aus dem Dreamteam – SAP, Signavio und Aleph Alpha – ergeben sich Muster für ein Large Language Model, das dann im Business Process Management Verwendung findet. „Diese Muster werden durch das Deep-Learning-Modell erfasst und bilden eine hochdimensionale Verteilung“, erklärt Jonas Andrulis, Gründer und CEO von Aleph Alpha, in der Handelsblatt-Sonderveröffentlichung zum Thema Zukunft IT und KI (August 2023) und er ergänzt: „In der Abbildung dieser Verteilung entsteht so eine Art Bedeutungslandkarte mit einer aussagekräftigen nummerischen Nachbarschaft, in der verschiedene Wörter und Texte anhand ähnlicher Bedeutungen kleine oder große Abstände im hochdimensionalen Raum bekommen.“

Jürgen Müller und die Vektoren

SAP-Technikvorstand Jürgen Müller hat auf der TechEd 2023 in Bangalore, Indien, auf die Bedeutung von mehrdimensionalen Vektoren für das Clustern von Gemeinsamkeiten hingewiesen. Nach seinen Aussagen bekommt die Datenbankplattform eine Erweiterung, um mit Vektoren rechnen zu können. Wie im Zitat von Jonas Andrulis bereits angedeutet, lassen sich aus den Abständen (z. B. euklidische Distanz, siehe auch https://e3mag.com/de/euklid-und-hana/) von Vektoren im hochdimensionalen Raum Ähnlichkeiten, also Cluster, und damit Bedeutungslandkarten erstellen.

Auch wenn es schwierig ist, sich einen Vektor im hochdimensionalen Raum vorzustellen, und hierbei ist es für den Mathematiker kein Problem, Dimensionszahlen im dreistelligen Bereich zu rechnen, so versagt die normale Vorstellungskraft bereits in der vierten Dimension: Ein Würfel in der vierten Dimension hat nicht nur vier Kanten, die alle in 90 Grad zueinanderstehen, sondern sein Schatten wäre ein dreidimensionaler Würfel.

Orientierung mit KI-Landkarten

Nur mathematische KI-Theorie und eine Spielerei von SAP-Technikchef Müller? Nein, denn jeder weiß, wie gut sich Landkarten zur Orientierung eignen. Cluster, also Daten mit ähnlichen Eigenschaften, werden zu Ballungszentren gruppiert. Liegen diese Gebiete nahe beieinander, dann sind sich die Gruppen ähnlich. Große Distanzen zwischen den Gebieten, etwa die Entfernung zwischen Belgien und Griechenland, bedeuten deutliche Unterschiede, auch wenn, wie in diesem Beispiel, beide Länder zur EU gehören.

Auf einer Bedeutungslandkarte lassen sich mit einem Blick viele Dinge gleichzeitig erkennen. Es bleibt abzuwarten, was SAP daraus macht. Die Hilfe von Aleph Alpha ist SAP gewiss. Aktuell bevorzugt SAP-Chef Christian Klein noch das Thema Cloud only, was jedoch nur die wenigsten Mitglieder der SAP-Community interessiert. Es besteht die Gefahr, dass die SAP-Bestandskunden sich den neuen KI-Themen schnell zuwenden und SAP ein zweites Mal Schiffbruch erleidet, wie schon vor vielen Jahren damals mit Leonardo. Christian Klein sollte das Thema Cloud Computing anderen überlassen und sich gemeinsam mit Jonas Andrulis auf KI fokussieren. Die Community wartet auf eine SAP’sche Bedeutungslandkarte.

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Peter M. Färbinger, E3 Magazin

Peter M. Färbinger, Herausgeber und Chefredakteur E3-Magazin DE, US und ES (e3mag.com), B4Bmedia.net AG, Freilassing (DE), E-Mail: pmf@b4bmedia.net und Tel. +49(0)8654/77130-21


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