Sovereign Stack: AWS, Suse und SAP für Europa


Europäische CIOs (Chief Information Officers) in streng regulierten Sektoren standen bislang vor einem großen Dilemma: entweder für Innovationen in die Public Cloud wechseln oder
für die Einhaltung strikter Souveränitätsgesetze on-premises bleiben. Mit dem Start der AWS
European Sovereign Cloud im Januar 2026 und der Unterstützung durch Suse und SAP ist dieser Konflikt gelöst.
Physisch getrennte Cloud-Infrastruktur
Die erste Region der AWS European Sovereign Cloud ist in Brandenburg, Deutschland, in Betrieb. Im Gegensatz zu bisherigen Angeboten ist diese Cloud physisch und logisch von bestehenden AWS-Regionen getrennt.
Der Betrieb erfolgt ausschließlich durch in der EU ansässiges Personal. Sämtliche Metadaten sowie Kundendaten verbleiben innerhalb der Europäischen Union, unterstützt durch unabhängige Abrechnungs- und Identitätssysteme.
Dies ermöglicht den Kunden den Zugriff auf das vollständige Portfolio an Cloud- und KI-Services unter Einhaltung strengster Souveränitätsanforderungen.
Souveräner Stack für SAP-User
Infrastruktur allein bewegt kein Business – es sind die Anwendungen. Suse fungiert als Launch-Partner und stellt den „Suse Linux Enterprise Server (SLES) for SAP Applications“ direkt im AWS Marketplace bereit. Da der Großteil der SAP-Hana-Implementierungen auf Suse läuft, ist der Sovereign Cloud Stack vom ersten Tag an für geschäftskritische Workloads bereit.
Suse setzt auf eine reine Open-Source-Basis,
um Lieferketten-Risiken zu eliminieren und technologische Unabhängigkeit zu garantieren. Die
CC/EAL4+-Zertifizierung bietet dabei ein Höchstmaß an Sicherheit und Autonomie. Dies vereinfacht die Einhaltung von Regularien wie DSGVO, NIS2 und DORA. Neu in SLES for SAP 16 sind zudem „Reproducible Builds“, die eine transparente Auditierbarkeit ermöglichen. Auch SAP bestätigt, dass Organisationen nun geschäftskritische Workloads und KI unter europäischer Governance sicher betreiben können.
Innovation ohne Kompromisse
Für SAP-Kunden entfällt das Argument, S/4-Hana-Migrationen aufgrund regulatorischer Hürden aufzuschieben. Ein eigener Rechenzentrumsbau ist nicht mehr nötig, um Compliance-konform zu sein. Unternehmen können nun eine Clean-Core-Strategie auf AWS umsetzen und gleichzeitig Agilität durch generative KI-Dienste wie Amazon Bedrock gewinnen – bei vollem Schutz der Datenhoheit.
Was bedeutet das für SAP-Kunden?
Compliance als Innovationsmotor: Teams können nun Erweiterungen, die von künstlicher Intelligenz gestützt werden, direkt neben den SAP-Kerndaten entwickeln, ohne dass diese die EU verlassen – etwa zur Betrugserkennung im Finanzwesen oder zur Analyse von Patientenakten.
Operative Resilienz per Mausklick wird möglich: Hochverfügbarkeits-Cluster (HA) für SAP Hana lassen sich über vorkonfigurierte Umgebungen im AWS Marketplace effizient bereitstellen. Funktionen wie Live-Patching sichern den 24/7-Betrieb und verschieben das OS-Management von Investitionen in intensiven CapEx-Projekten hin zu flexi-blen OpEx-Modellen.
Wie lassen sich technologische Altlasten entsorgen? Die Migration in die souveräne Cloud sollte als Chance für eine selektive Datentransformation genutzt werden. Nur relevante, aktive Daten ziehen in die neue S/4-Hana-Instanz um. So bleibt technischer Ballast zurück, während das neue System von Geburt an konform, sicher und up-gradefähig ist.
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