Information und Bildungsarbeit von und für die SAP-Community

GenAI im SAP-Umfeld strukturiert einführen

Generative KI kann Geschäftsprozesse tiefgreifend verändern. Viele Unternehmen stehen jedoch vor der Frage: Wo fangen wir an, und wie gelangen wir von der Idee zu einem belastbaren Use Case?
Sascha Göpfert, valantic
5. Juni 2026
avatar

Entscheidend ist ein strukturierter, geschäftsgetriebener Ansatz, der Akzeptanz und Effekt maximiert, statt in isolierten Technologieexperimenten zu enden. Die folgenden Schritte verhelfen zum Erfolg.

Schritt 1 – Problem vor Technologie stellen: Der häufigste Fehler: Unternehmen begeistern sich für GenAI und suchen erst danach ein Einsatzfeld. Erfolgreiche Initiativen starten mit klar definierten Problemen oder Ineffizienzen. Bewährt haben sich interdisziplinäre Workshops, in denen Fachbereiche, Technologieexperten und Nutzer Prozesse analysieren. Weitere Hinweise liefern Prozessdaten aus SAP-Systemen, Service-Desk-Tickets und Feedback aus Fachbereichen.

Schritt 2 – GenAI-Potenzial prüfen: Kann GenAI hier tatsächlich einen Beitrag leisten – etwa durch Texterstellung, Zusammenfassung, Klassifikation oder die Analyse unstrukturierter Informationen oder Bilder? Eine erste Grobprüfung filtert Ideen nach erwartetem Nutzen, Aufwand, strategischem Fit und Datenverfügbarkeit. Unrealistische oder wenig relevante Vorhaben werden so frühzeitig aussortiert.

Schritt 3 – Use Case konkretisieren und priorisieren: Aus der Idee wird ein konkreter Use Case. Ein Use-
Case-Canvas hilft, zentrale Fragen zu klären: Welches Problem wird gelöst? Wer nutzt die Lösung? Wie sieht sie aus – etwa als Co-Pilot, Chatbot oder Dokumentenassistent? Welche Daten werden benötigt und wo liegen sie? Zudem wird geprüft, wie der Erfolg gemessen wird. Parallel erfolgt eine technische, organisatorische und ethische Machbarkeitsprüfung. Danach werden Nutzen, Aufwand und Risiko priorisiert.

Schritt 4 – Proof of Concept: Bevor größere Budgets gebunden werden, empfiehlt sich ein Proof of Concept. In wenigen Wochen wird mit minimalem Setup geprüft, ob GenAI das Kernproblem lösen kann. Im Fokus stehen Kernfunktionalität und Prompt Engineering. Ziel ist nicht nur ein technischer Test, sondern der Nachweis, dass IT-Landschaft, Prozesse und Organisation bereit sind. Ergebnis ist eine Demo mit belastbaren Erkenntnissen zu Akzeptanz, Grenzen und Datenanforderungen – als Grundlage für die Go/No-Go-Entscheidung.

Schritt 5 – Entwicklung der ersten produktiven Version: Erst jetzt beginnt die Entwicklung der ersten einsatzfähigen Version. Sie sollte agil erfolgen und vier Aspekte in den Fokus nehmen: Erstens: Integration in bestehende SAP- und Nicht-SAP-Systeme. Zweitens: robuste Architektur inklusive AI Operating System (Monitoring, Logging, Versionierung). Drittens: User Experience, die sich am Arbeitsalltag der Anwenderinnen und Anwender orientiert. Viertens: Sicherheit und Governance, etwa Schutz vor Prompt Injection, Datenschutz und klare Verantwortlichkeiten.

Schritt 6 – Testen mit Pilotgruppen und Rollout: Gefragt sind: Output-Validierung (Korrektheit, Stil, Bias), Robustheit gegenüber ungewöhnlichen Eingaben, Sicherheit (Datenschutz, Berechtigungen, Angriffsvektoren) sowie Performance und Kosten. Feedback-Schleifen mit Pilotgruppen – etwa in UAT-Workshops im SAP-Kontext – sind Pflicht. Auf Basis dieser Erfahrungen erfolgt ein schrittweiser Rollout, beginnend mit einer begrenzten Nutzergruppe. Erfolgsentscheidend sind professionelles Change-Management, klare Kommunikation, gezielte Schulungen und angepasste Prozesse.

Schritt 7 – kontinuierliche Optimierung: GenAI-Lösungen sind keine statischen Produkte, sondern lebende Systeme. Neue Modelle, veränderte Rahmenbedingungen und das Feedback der Fachbereiche erfordern kontinuierliche Weiterentwicklung: bessere Prompts, erweiterte Funktionen, nachjustierte Governance. Laufendes Monitoring von Qualität, Kosten und Nutzerzufriedenheit schafft die notwendige Grundlage.


Fazit

Wer GenAI im SAP-Ökosystem erfolgreich nutzen will, braucht einen klaren, iterativen Prozess. Unternehmen, die Fachbereiche, IT und Datenexpertinnen und -experten konsequent zusammenbringen und GenAI als nutzerzentrierten Lernprozess verstehen, erhöhen die Chancen auf messbaren geschäftlichen Mehrwert deutlich. So wird GenAI vom Hype-Thema zum handfesten Produktivwerkzeug.

Weiter zum Partnereintrag:

avatar
Sascha Göpfert, valantic

Sascha Göpfert ist Head of SAP API bei valantic


Schreibe einen Kommentar

Die Arbeit an der SAP-Basis ist entscheidend für die erfolgreiche S/4-Conversion. 

Damit bekommt das sogenannte Competence Center bei den SAP-Bestandskunden strategische Bedeutung. Unhabhängig vom Betriebsmodell eines S/4 Hana sind Themen wie Automatisierung, Monitoring, Security, Application Lifecycle Management und Datenmanagement die Basis für den operativen S/4-Betrieb.

Zum vierten Mal bereits veranstaltet das E3-Magazin in Salzburg einen Summit für die SAP-Community, um sich über alle Aspekte der S/4-Hana-Basisarbeit umfassend zu informieren.

Veranstaltungsort

FourSide Hotel Salzburg,
Trademark Collection by Wyndham
Am Messezentrum 2, 5020 Salzburg, Österreich
+43-662-4355460

Veranstaltungsdatum

Mittwoch, 10. Juni, und
Donnerstag, 11. Juni 2026

Nur KI-Erlebnisworkshop am 11. Juni 2026 (limitierte Plätze)
Bonus: Zugang zu allen Vorträgen am 11. Juni 2026

Reguläres Ticket

Vorträge, Abendveranstaltung und je Verfügbarkeit der KI-Workshop am 11. Juni 2026
Die Plätze beim KI-Erlebnisworkshop sind limitiert und eine Anmeldung ist erforderlich.

Abonnenten des E3-Magazins Ticket

ermäßigt mit Promocode CCAbo26

Studierende*

ermäßigt mit Promocode CCStud26.
Studiennachweis bitte per Mail an office@b4bmedia.net senden.
*Die ersten 10 Tickets sind für Studierende kostenfrei. Versuchen Sie Ihr Glück! 🍀
EUR 305 exkl. USt.
EUR 590 exkl. USt.
EUR 390 exkl. USt.
EUR 290 exkl. USt.

Veranstaltungsort

Hotel Hilton Heidelberg
Kurfürstenanlage 1
D-69115 Heidelberg

Veranstaltungsdatum

Mittwoch, 22. April und
Donnerstag, 23. April 2026

Tickets

Nur KI-Erlebnisworkshop am 23. April 2026 
Bonus: Zugang zu allen Vorträgen am 23. April 2026
Reguläres Ticket
22. April 2026: Vorträge und Abendveranstaltung
23. April 2026: Vorträge und KI-Workshop
EUR 305 exkl. USt
EUR 590 exkl. USt
Abonnenten des E3-Magazins
ermäßigt mit Promocode STAbo26
EUR 390 exkl. USt
Studierende*
ermäßigt mit Promocode STStud26.
Studiennachweis bitte per Mail an office@b4bmedia.net senden.
EUR 290 exkl. USt
*Die ersten 10 Tickets sind für Studierende kostenfrei. Versuchen Sie Ihr Glück! 🍀
Veranstalter ist das E3-Magazin des Verlags B4Bmedia.net AG. Die Vorträge werden von einer Ausstellung ausgewählter SAP-Partner begleitet. Der Ticketpreis beinhaltet den Besuch aller Vorträge des Steampunk und BTP Summit 2026, den Besuch des Ausstellungsbereichs, die Teilnahme an der Abendveranstaltung sowie die Verpflegung während des offiziellen Programms. Das Vortragsprogramm und die Liste der Aussteller und Sponsoren (SAP-Partner) wird zeitnah auf dieser Website veröffentlicht.