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Wie Baum und Zweig

Wozu soll ein Prozessmanagement gut sein? Ist nicht die Migration auf S/4 Hana kompliziert genug? Warum sich dann noch mit weiteren Funktionalitäten belasten? Wegen einer ungleich größeren Transparenz im Unternehmen.
Dr. Klaus Neugebauer, IT-Fachjournalist
7. April 2021
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Wer seine Prozesse kennt, sie modelliert und getestet hat, lernt seine eigene Company ganz neu kennen. Ist die Analogie zu einem Baum, seinen Ästen und Zweigen übertrieben? Das SAP-System mit seinen Standardprozessen wäre wie ein Baum.

Eine flexible BPM-Lösung (Business Process Management) wie etwa die BPM-
Suite von Intellior wären dann die Zweige, Blätter, Blüten, Früchte. Vielleicht ist der Vergleich übertrieben. Dennoch: Es gibt in jeder Partnerschaft Unterschiede und Gemeinsamkeiten, die sich besonders gut ergänzen.

Prozessorientierung ist wirtschaftliche Kundenorientierung. Man liefert das, was der Kunde braucht und gewillt ist zu bezahlen. Und dass man nebenbei auch noch compliant sein muss, ist selbstverständlich. Nun kommt der SolMan ins Spiel, SAPs Organisationstalent, ein „Türsteher“ zwischen Borke und Ästen, der sich Format und Inhalt der Eintretenden kritisch anschaut.

Der SolMan ist in vielen Anwendungsszenarien nutzbar, da er sehr generisch aufgebaut ist. Und SAP sagt, Prozessorientierung bedeute, dass Prozesse selbstverständlich als BPMN-Prozess abgebildet und konfiguriert werden. Genau das macht die Standardprozesse aus, Prozesse und Konfigurationen im SAP werden mit dem SolMan verwaltet. Das sind zunächst die wichtigsten SAP-Aktivitäten/Funktionen.

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Kai Krings ist Vorsitzender des Vorstands der Intellior: „Referenzprozesse importieren, diskutieren und anpassen.“

Die meisten davon werden im speziellen Fall gebraucht, andere dagegen nicht. Nun ist die Bedienung des SolMan komplex und nicht gerade anwendungsfreundlich. Bei der Migration auf S/4 verschärft sich das Problem dadurch, dass sich die Aufwände in Brownfield-, Greenfield- oder Bluefield-Ansätzen je nach Beratung erheblich voneinander unterscheiden.

Für viele IT-Verantwortliche ist ein Investment etwa in Brownfield unwirtschaftlich und schlicht zu teuer. Bei solcher Migration hätte man die Aufwendungen der zuvor schon realisierten Anpassung erneut. Man übernimmt Ballast, den man nicht braucht. Deshalb sagen viele IT-Verantwortliche, für S/4 nutzen wir Greenfield. Auch da besteht die Gefahr, den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr zu sehen, wenn Funktionalität und Einfachheit nicht zur Anwendergruppe passen.

Dann folgt in der Regel eine Gap-Analyse zur Klärung von Lücken zwischen den operativen Soll- und Istzuständen, die zu der Überlegung führt: Was von den Referenzprozessen passt zu den vorhandenen Kundenprozessen, was kann man brauchen, was nicht. „Wenn die BPM-Suite von Intellior im Spiel ist“, so Kai Krings, „kann man den Referenzprozess importieren, diskutieren und anpassen und über den Konnektor wieder ins SAP synchronisieren.

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Stufen und Potenziale der Prozessorientierung

Das heißt, der Kollege, der mit dem SAP-Customizing beauftragt ist, hat eins zu eins den gleichen Prozess wie der Intellior-Suite-Anwender zur Verfügung. Er kann über die importierten Links auch auf das Anwenderportal springen, muss es aber nicht, sondern öffnet es über die SAP-Prozessbibliothek.

Vor allem findet er seinen Prozess im SolMan besser“, so Krings weiter, „weil wir ihm die Ebenen der Prozesslandkarte mitgeben und im SolMan nachbilden, damit man nicht nur eine lange Prozessliste vor sich hat. Wir nennen das intelligente Synchronisation.“ Die Möglichkeiten reichen bis in differenzierte konfigurierbare Freigaben des Prozesses. All das bietet der SolMan nicht.

Wir können in der Ordnerstruktur verschiedene Branchen abbilden“, so Kai Krings, „etwa SAP-Standard-Prozessstrukturen, ein vollständiges Referenzmodell wie Business Flows von bp-Experts und natürlich das eigene Unternehmensprozessmodell, in dem am Ende die abgeleiteten und freigegebenen Prozesse versioniert und publiziert werden.

Man hat also unterschiedliche Äste eines Baumes, auf die jeder Anwender mit seinen Nutzungsfällen direkt zugreifen kann. In der BPM-Suite sind die SAP-Prozesse also einfacher zu diskutieren, zu modellieren, zu optimieren und zur Umsetzung zu bringen. Wenn der Prozess halbwegs stabil läuft, ist das SAP-Projekt nach einem Go-live und „hypercare“ in der Regel beendet. Hier spätestens beginnt die Verantwortung für die Steuerung und Verbesserung der Prozesse durch die Prozessverantwortlichen.

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Dr. Klaus Neugebauer, IT-Fachjournalist


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