Information und Bildungsarbeit von und für die SAP-Community

R/3- und ECC-Altlasten

Der Z-Namensraum war jahrzehntelang der wilde Westen der SAP-Entwicklung mit unbegrenzten Möglichkeiten. Abap-Entwickler verwandelten dort die starren Standardprozesse von R/3 und ECC 6.0 in Maßanzüge für die Fachabteilungen.
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6. März 2026
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Doch was wir und viele meiner SAP-Stammtischschwestern und -brüder einst als Wettbewerbsvorteil feierten, entpuppt sich im Angesicht der digitalen Transformation auf S/4 als bleiernes Erbe. Die gewachsenen SAP-ERP-Monolithen, durchsetzt mit Millionen Zeilen unseres kundenspezifischen Codes, gleichen heute eher archäologischen Ausgrabungsstätten als modernen IT-Architekturen. Viele dieser Systeme sind über Jahre hinweg zu reinen Kolossen herangewachsen, modifiziert bis zur Unkenntlichkeit, wobei oft bis zu 60 Prozent des Codes im laufenden Betrieb nicht mehr genutzt werden – wie ich feststellen musste – aber dennoch Wartungskosten verursachen und Sicherheitsrisiken bergen.

Die Herausforderung der Abap-Conversion ist dabei weit mehr als eine technische Fleißaufgabe; sie ist ein brutaler Schnitt durch die Historie unseres Konzerns. Während frühere Releasewechsel oft rein technischer Natur waren und den Slogan „Never change a running system“ bestätigten (wie Chefredakteur Färbinger nicht müde wird zu betonen), fordert S/4 einen radikalen Paradigmenwechsel. Die Umstellung auf Hana und das neue ERP-Datenmodell machen viele alte Abap-Konstrukte obsolet. Einfache SQL-Statements, die auf die Existenz bestimmter Aggregate oder Indizes vertrauten, laufen ins Leere, und die sogenannten Simplification Items der SAP zwingen Entwickler dazu, ihren Code grundlegend zu überarbeiten oder gar zu verwerfen.

Achtung: Viele alte Funktionen, die im Rahmen der ersten S/4-Migration weiterliefen, siehe Compatibility Packs, mussten bis Ende 2025 auf neue S/4-Funktionen umgestellt werden. Die SAP Simplification List definiert für jedes S/4-Release tausende funktionale Änderungen und Wegfälle, die den Prozess der Systemumstellung maßgeblich bestimmen. Es reicht nicht mehr, den Code nur syntaktisch anzupassen; er muss semantisch auf die neue Logik des „Principle of One“ ausgerichtet werden, das redundante Funktionen rigoros eliminiert. In diesem Spannungsfeld zwischen Bewahren und Erneuern propagiert SAP die „Clean Core“-Strategie als den einzigen Ausweg aus der Modifikationsfalle. Die Philosophie ist simpel, aber in der Umsetzung für uns zumindest sehr schmerzhaft! Aber wir sehen Licht am Ende des Tunnels: Ein ehemaliger Weggefährte von Professor Hasso Plattner am HPI der Universität Potsdam, Professor Dr. Alexander Zeier, präsentierte ein KI-System als Exit-Strategie für Clean Core und Abap-Modifikationen.

Der digitale Kern des ERP-Systems muss sauber bleiben, frei von Modifikationen, um die Upgrade-Fähigkeit und Agilität in der Cloud zu gewährleisten. Die Zeiten, in denen man direkt im SAP-Standardprogramm herumpfuschte (Modifikation), sind vorbei. Das neue Modell verlangt eine strikte Trennung von Standardcode und Erweiterungen. Für SAP-Bestandskunden bedeutet dies, dass sie ihre liebgewonnenen Z-Programme und Dynpro-Anwendungen in moderne, Cloud-native Architekturen überführen müssen.

Doch wie soll dieser Spagat gelingen, ohne die Geschäftsprozesse abzuwürgen? Die Antwort liegt in einem differenzierten Erweiterungsmodell. Kritische Erweiterungen, die eng mit den Daten und Transaktionen des Kerns verwoben sind, können als „On-Stack Extensions“ mittels Abap-Cloud realisiert werden. Alles andere, insbesondere losgelöste Innovationen oder mobile Apps, gehört als Side-by-Side Extension auf die BTP, entkoppelt vom ERP-Kern. Für die Altsysteme bedeutet dies oft ein massives Refactoring: Code muss analysiert, bereinigt und, wenn er nicht dem Standard entspricht, entweder in einen Wrapper verpackt oder komplett neu geschrieben werden.

In diesem Sturm der Transformation kommt dem SAP Customer Center of Expertise (CCoE) eine völlig neue, existenzielle Bedeutung zu, was zu heftigen Diskussionen an unserem SAP-Stammtisch führte. War das CCoE (zu meiner aktiven IT-Leiter-Zeit CCC) in der On-prem-Welt oft primär für den First-Level-Support und das Lizenzmanagement zuständig, muss es sich nun zur strategischen Schaltzentrale der hybriden IT-Landschaft wandeln. Das CCoE steht nicht mehr nur für den operativen Betrieb, sondern für die Governance der gesamten Architektur. Es muss die Einhaltung der Clean-Core-Prinzipien überwachen und sicherstellen, dass die Fachbereiche nicht wieder in alte Muster verfallen und Wildwuchs produzieren.

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Unser geheimnisvoller, anonymer Kolumnist.


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Die Arbeit an der SAP-Basis ist entscheidend für die erfolgreiche S/4-Conversion. 

Damit bekommt das sogenannte Competence Center bei den SAP-Bestandskunden strategische Bedeutung. Unhabhängig vom Betriebsmodell eines S/4 Hana sind Themen wie Automatisierung, Monitoring, Security, Application Lifecycle Management und Datenmanagement die Basis für den operativen S/4-Betrieb.

Zum vierten Mal bereits veranstaltet das E3-Magazin in Salzburg einen Summit für die SAP-Community, um sich über alle Aspekte der S/4-Hana-Basisarbeit umfassend zu informieren.

Veranstaltungsort

FourSide Hotel Salzburg,
Trademark Collection by Wyndham
Am Messezentrum 2, 5020 Salzburg, Österreich
+43-662-4355460

Veranstaltungsdatum

Mittwoch, 10. Juni, und
Donnerstag, 11. Juni 2026

Nur KI-Erlebnisworkshop am 11. Juni 2026 (limitierte Plätze)
Bonus: Zugang zu allen Vorträgen am 11. Juni 2026

Reguläres Ticket

Vorträge, Abendveranstaltung und je Verfügbarkeit der KI-Workshop am 11. Juni 2026
Die Plätze beim KI-Erlebnisworkshop sind limitiert und eine Anmeldung ist erforderlich.

Abonnenten des E3-Magazins Ticket

ermäßigt mit Promocode CCAbo26

Studierende*

ermäßigt mit Promocode CCStud26.
Studiennachweis bitte per Mail an office@b4bmedia.net senden.
*Die ersten 10 Tickets sind für Studierende kostenfrei. Versuchen Sie Ihr Glück! 🍀
EUR 305 exkl. USt.
EUR 590 exkl. USt.
EUR 390 exkl. USt.
EUR 290 exkl. USt.

Veranstaltungsort

Hotel Hilton Heidelberg
Kurfürstenanlage 1
D-69115 Heidelberg

Veranstaltungsdatum

Mittwoch, 22. April und
Donnerstag, 23. April 2026

Tickets

Nur KI-Erlebnisworkshop am 23. April 2026 
Bonus: Zugang zu allen Vorträgen am 23. April 2026
Reguläres Ticket
22. April 2026: Vorträge und Abendveranstaltung
23. April 2026: Vorträge und KI-Workshop
EUR 305 exkl. USt
EUR 590 exkl. USt
Abonnenten des E3-Magazins
ermäßigt mit Promocode STAbo26
EUR 390 exkl. USt
Studierende*
ermäßigt mit Promocode STStud26.
Studiennachweis bitte per Mail an office@b4bmedia.net senden.
EUR 290 exkl. USt
*Die ersten 10 Tickets sind für Studierende kostenfrei. Versuchen Sie Ihr Glück! 🍀
Veranstalter ist das E3-Magazin des Verlags B4Bmedia.net AG. Die Vorträge werden von einer Ausstellung ausgewählter SAP-Partner begleitet. Der Ticketpreis beinhaltet den Besuch aller Vorträge des Steampunk und BTP Summit 2026, den Besuch des Ausstellungsbereichs, die Teilnahme an der Abendveranstaltung sowie die Verpflegung während des offiziellen Programms. Das Vortragsprogramm und die Liste der Aussteller und Sponsoren (SAP-Partner) wird zeitnah auf dieser Website veröffentlicht.