Lünendonk-Liste: Kaum neue Impulse


IT-Dienstleister erzielten in Deutschland 2025 ein durchschnittliches Umsatzwachstum von 2,9 Prozent (2024: 2,6 Prozent). Neben fehlenden gesamtwirtschaftlichen Wachstumsimpulsen verändert vor allem künstliche Intelligenz die Nachfrage nach IT-Dienstleistungen grundlegend. 83 Prozent der befragten IT-Anwenderunternehmen sehen in der Softwareentwicklung in den kommenden Jahren enorme Effizienzpotenziale. Diese wirken sich unmittelbar auf Projektvolumina, Honorare und die Personalstruktur der IT-Dienstleister aus. 70 Prozent der IT-Entscheider erwarten darüber hinaus enorme KI-bedingte Effizienzpotenziale im IT-Betrieb und 52 Prozent in der Anwendungsmodernisierung.
Zu diesen Erwartungen passt es, dass 54 Prozent der befragten IT-Dienstleister bis zum Jahr 2028 mit einem rückläufigen Bedarf an Softwareentwicklern planen und 44 Prozent mit weniger Personal im Application Management und IT-Betrieb. Dies sind erste Ergebnisse der Lünendonk-Studie 2026 „Der Markt für IT-Dienstleistungen in Deutschland“ des Research- und Analystenunternehmens Lünendonk & Hossenfelder.
Die 25 führenden IT-Beratungs- und Systemintegrationsunternehmen erzielten im Jahr 2025 ein um Übernahmen bereinigtes organisches Umsatzwachstum von durchschnittlich 1,5 Prozent (2024: 2,4 Prozent). Damit wuchsen die Top 25 erstmals seit langer Zeit organisch deutlich langsamer als der Gesamtmarkt, der um 2,9 Prozent zulegte. „Die Geschäftsentwicklung innerhalb der Top-25-IT-Beratungen ist sehr heterogen“, sagt Mario Zillmann, Senior Partner bei Lünendonk. „Während einige IT-Dienstleister zweistellige Wachstumsraten erzielen konnten, blieben andere deutlich hinter den Erwartungen zurück. Ausschlaggebend für diese Entwicklung ist vor allem der Branchenmix und weniger das Service-Portfolio. So kamen vor allem aus dem dominierenden Industriesektor auch im Jahr 2025 aufgrund der konjunkturellen Gesamtlage nur wenige neue Impulse für höhere IT-Investitionen.“
Der Marktführer bleibt Accenture mit einem von Lünendonk geschätzten Deutschland-Umsatz von 3,6 Milliarden Euro (2024: 3,4 Mrd. Euro). Auf Platz zwei behauptet sich Capgemini, das laut Lünendonk-Schätzungen jedoch einen leichten Umsatzrückgang um 0,4 Prozent auf 2,24 Milliarden Euro (2024: 2,25 Mrd. Euro) zu verzeichnen hatte. IBM rückt dagegen näher an Capgemini heran und steigerte seinen Inlandsumsatz um geschätzte 0,9 Prozent auf 2,22 Milliarden Euro.
Innerhalb der Top 10 der IT-Beratungs- und Systemintegrationsunternehmen verzeichneten MHP (–11,4 Prozent) und Sopra Steria (–13,2 Prozent) zweistellige Umsatzrückgänge in Deutschland. Materna gehört zu den Gewinnern und steigert den Umsatz um 9,7 Prozent. Neben Adesso und Conet gelang auch Valantic (+11,7 Prozent) ein zweistelliges Wachstum im Jahr 2025.

„CIOs müssen in konjunkturell schwachen Zeiten mehr aus ihrem
zur Verfügung stehenden Budget rausholen und setzen dabei auf
Automatisierung und künstliche Intelligenz.”
Mario Zillmann,
Senior Partner,
Lünendonk
S/4-Dienstleistungen gefragt
Das Jahr 2025 zeigte eine konstant hohe Nachfrage nach externen IT-Dienstleistungen – insbesondere in den Bereichen IT-Modernisierung, S/4-Einführungen und der Cloud-Transformation. „Die Nachfrage nach KI-Lösungen war zwar sehr hoch, die Projektvolumina sind derzeit jedoch noch vergleichsweise gering. Das wird sich in den kommenden Jahren allerdings mit zunehmendem KI-Reifegrad in den Unternehmen verändern“, beschreibt Zillmann die Struktur der Nachfrage im Jahr 2025.
2026 bis 2027: Steigende Budgets
Die CIO-Agenda für die Jahre 2026/2027 zeigt eine hohe Priorisierung zentraler IT-Themen. Im Fokus stehen vor allem Cyber Security, IT-Modernisierung, Cloud-Transformation, IT-Integration, digitale Souveränität und Data and AI. Entsprechend optimistisch sind die befragten IT-Entscheider mit Blick auf ihre IT-Budgets: 55 Prozent rechnen 2026 bis 2027 mit steigenden Budgets, weitere 36 Prozent gehen von stabilen Ausgaben auf hohem Niveau aus.
Interessant ist die Verteilung der Budgets: So wollen mehr als 40 Prozent mehr Geld in IT-Innovationen sowie die IT-Modernisierung investieren, während für den Erhalt der IT nur 23 Prozent mehr Geld ausgeben wollen.
„CIOs müssen in konjunkturell schwachen Zeiten mehr aus ihrem zur Verfügung stehenden Budget rausholen und setzen dabei auf Automatisierung und künstliche Intelligenz“, kommentiert Mario Zillmann die Budgetplanungen. „Gerade im IT-Betrieb zeigen sich bereits heute enorme Einsparpotenziale durch KI-basierte Delivery-Modelle – Kapital, das in die notwendigen Transformationsaufgaben investiert werden kann.“
Vorsichtiger Ausblick
Für das Jahr 2026 zeigen sich die von Lünendonk befragten IT-Dienstleister etwas vorsichtiger als in den Vorjahren. Dennoch erwarten sie ein durchschnittliches Umsatzwachstum von 7,5 Prozent. Zum Vergleich: Anfang 2025 lag die durchschnittliche Umsatzprognose für 2026 noch bei 10,4 Prozent. (Quelle: Lünendonk)



