Fundierte SAP-Lizenzberatung für die S/4 Cloud


Die Neuerungen haben direkte Auswirkungen auf Lizenzierung, bestehende Verträge und laufende S/4-Hana-Transformationen. Die richtigen Investitionsentscheidungen zu treffen, hängt deshalb im Wesentlichen von den Vertragsverhandlungen ab. Klassische, eindeutig zuordenbare Nutzerlizenzen gehören mit S/4 Cloud der Vergangenheit an. Stattdessen operiert SAP mit abstrakten Nutzerkonzepten, den sogenannten Full Use Equivalents (FUE), die den tatsächlichen Bedarf eines Unternehmens nur indirekt abbilden. Ohne fundierte Beratung laufen Kunden Gefahr, für Funktionen zu bezahlen, die sie in der Praxis kaum oder gar nicht nutzen.
Eine zentrale Herausforderung besteht darin, das zukünftige Nutzungsverhalten realistisch abzuschätzen. Unternehmen wechseln aus einer vertrauten On-premises-Welt in eine Cloud-Umgebung, die sowohl technologisch als auch kaufmännisch neue Spielregeln mit sich bringt. Um sie zu verstehen, nehmen immer mehr Unternehmen heute ein professionelles Vertragsconsulting in Anspruch, wie es die Uwe Werner IT Einkaufsberatung anbietet.
Die von SAP bereitgestellten Standard-Stücklisten spiegeln den tatsächlichen Bedarf häufig nur unzureichend wider. Erst eine gemeinsam mit dem Consultant individuell angepasste Bill of Material (BoM), die exakt definiert, welche Funktionen wirklich benötigt werden, eröffnet signifikante Einsparpotenziale – insbesondere bei umfangreichen S/4-Transformationsprojekten. Dabei spielt nicht nur der Gesamtvertragswert (Total Contract Value), sondern vor allem die Total-Cost-of-Ownership-Betrachtung eine entscheidende Rolle. Neben den reinen Softwarekosten müssen auch Betrieb, Wartung und gegebenenfalls bestehende Infrastruktur berücksichtigt werden.
Eine ganzheitliche Kalkulation zeigt in der Praxis, dass sich mit einem durchdachten Rise-Ansatz gegenüber pauschalen Cloud-Modellen Einsparungen von bis zu 20 Prozent erzielen lassen. Am Ende zahlt sich Präzision aus: Eine sauber definierte BoM führt zu einem SAP-System, das passgenau auf die Anforderungen des Unternehmens zugeschnitten ist. Überlizenzierungen, unnötige Kosten und spätere Anpassungsprobleme lassen sich so vermeiden – und der Weg in die Cloud wird nicht zum teuren Irrweg, sondern zu einer wirtschaftlich sinnvollen Transformation.
Mehr Flexibilität bei On-prem-Wartung
Was die neuen Maintenance und Support Commitments der SAP angeht, steckt dort viel Sinnvolles drin: Wegfall der Reinstatement Fee, Begrenzung der Back-Maintenance, Landscape Split und damit mehr Flexibilität beim Einsatz von Third-Party-Support sowie neue Möglichkeiten durch Single Metric Contracts. Die Möglichkeiten für On-premises-Kunden will SAP damit erweitern und setzt gleichzeitig Vorgaben der EU-Kommission um. Insbesondere der Landscape Split sowie die Regelungen im Zusammenhang mit der Extended Maintenance sind in diesem Zusammenhang spannend. Ersterer eröffnet die Möglichkeit, unterschiedliche Wartungsmodelle innerhalb einer SAP-Landschaft zu nutzen. Gleichzeitig könnten sich für Unternehmen, die ihre On-premises-Systeme noch mehrere Jahre betreiben möchten, neue strategische Optionen ergeben.
Beim Blick in die Detailregelungen zeigt sich, dass viele der neuen Optionen an konkrete Voraussetzungen geknüpft sind. Dazu zählen etwa ein Personalabbau von mehr als 10 Prozent innerhalb von zwei Jahren, die Veräußerung von Unternehmensteilen (Divestitures), Implementierungen, deren Scheitern SAP zu vertreten hat, Insolvenz oder Produkte in der Customer Specific Maintenance.
So oder so sind die neuen Regelungen besser als der bisherige Status quo. Die entscheidende Frage ist nun, wie viele SAP-Kunden sie auch nutzen können und wie viele aufgrund der definierten Voraussetzungen außen vor bleiben. Die Praxis wird zeigen, ob die Commitments einen spürbaren Mehrwert für die breite Kundenbasis schaffen oder ob sie vor allem in besonderen Einzelfällen zum Tragen kommen.



