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E3-Roundtable: Mittelstand zwischen monolitischer Suite und Composable ERP

30. September, 11:00 bis 12:00

Kostenlos

Monolithische Suite versus Composable Enterprise

Für klassische Industriekunden etabliert sich in der Praxis immer häufiger ein hybrider Koexistenz-Ansatz. Es geht um die Frage der Produktivität von End-to-End-Prozessen. Wie erreicht der Mittelstand ohne große IT-Abteilungen eine ERP-Produktivität für seine Geschäftsprozesse: Welche IT-Architektur, Software-Auswahl und Organisationsform ist notwendig oder gewünscht?

Für SAP-Bestandskunden ist die Frage nach der optimalen Software-Infrastruktur längst zu einer strategischen Grundsatzentscheidung eskaliert. Während SAP über Jahrzehnte das Dogma der integrierten Gesamtsuite (Best-of-Suite) predigte – bei dem von der Produktion bis zur Gehaltsabrechnung alles in einem einzigen System lief –, bricht dieses Monopol in der Cloud-Ära unaufhaltsam auf.

Der Markt driftet unübersehbar in Richtung einer Composable-ERP-Architektur, bei der spezialisierte Marktführer (Best-of-Breed) über standardisierte Schnittstellen miteinander verknüpft werden. In diesem Spannungsfeld stehen sich die beiden Softwareriesen SAP und der US-Herausforderer Workday gegenüber. Bestandskunden, die vor dem erzwungenen S/4-Umstieg stehen, nutzen diesen technologischen Wendepunkt zunehmend, um ihre Kernbereiche – namentlich das Personalwesen (HCM) und das Finanzwesen (Finance) – kritisch zu evaluieren und gegebenenfalls neu auszurichten.

Der Unterschied zwischen Workday und SAP liegt in der DNA ihrer Software-Architektur. Workday wurde von Anfang an konsequent als cloudnatives System ohne die lästigen Altlasten jahrzehntealter On-prem-Systeme konzipiert. Das gesamte Plattformversprechen basiert auf dem Prinzip einer einzigen, einheitlichen Datenquelle (Single Source of Truth), ein konsistentes Sicherheitsmodell, eine durchgängige User Experience und ein einziger Releasestand für alle Kunden weltweit.

Die Entscheidung für das eine oder andere System muss sich strikt am Geschäftsmodell des Anwenders orientieren: Für Dienstleister, Medienhäuser oder Handelsunternehmen, bei denen die Mitarbeiter und deren spezifische Skills das wichtigste Asset und der größte Kostenblock sind, bietet Workday die deutlich modernere, flexiblere und wartungsärmere Plattform. Die globale SAP-Anwendergemeinschaft blickt irritiert auf die oft sprunghaften Cloud-Botschaften aus Walldorf, die Kunden zwischen Hybrid-, Private- und Public-Szenarien ohne klaren Kompass gefangen halten. Für mittelständische Unternehmen – die von Workday pragmatisch anhand einer Mitarbeiterzahl von bis zu 3.500 definiert werden – und für SAP-Bestandskunden bietet der US-amerikanische Herausforderer Workday einen technischen und organisatorischen Befreiungsschlag. Der entscheidende Hebel liegt in der kompromisslosen Cloud-only- und Cloud-native-Philosophie.

Speziell für den Mittelstand, der im volatilen Marktumfeld im Gegensatz zu Weltkonzernen weder über unbegrenzte IT-Budgets noch über riesige Entwickler-Ressourcen verfügt, hat der Cloud-Anbieter mit Workday GO ein maßgeschneidertes, vorkonfiguriertes Paket geschnürt. Dieses Angebot bündelt HR, globale Entgeltabrechnung und Finanzen auf einer einzigen Plattform und ermöglicht einen schnellen, risikoarmen Go-live auf Basis von über 270 vordefinierten Best-Practice-Prozessen. Die Implementierung erfolgt dabei im Rahmen eines transparenten Festpreispakets mit klar definiertem Funktionsumfang (Fix-Scope). Dies sichert einen schnellen Return on Investment und schont die internen IT-Teams, da der gesamte Support und die Wartung der Hard- und Software vollständig in die Cloud ausgelagert werden.

Zudem partizipieren mittelständische Anwender über die einheitliche Plattform unmittelbar an technischen Innovationen – wie dem sofortigen Zugriff auf hochentwickelte KI-Agenten –, die sonst nur von finanzstarken Großkonzernen vorangetrieben werden könnten. Aus Sicht der Anwender und Fachbereiche führt dieser Wechsel zu einer spürbaren Steigerung der Produktivität und einer modernen Employee Experience, die herkömmliche, menülastige ERP-Systeme nicht bieten können.

Workday orientiert sich konsequent an den Bedürfnissen der Belegschaft und ermöglicht über einen intuitiven Mobile-First-Ansatz den weltweiten Echtzeit-Zugriff auf HR- und Finanzprozesse rund um die Uhr. Für den klassischen SAP-Bestandskunden bedeutet der Weg zu Workday keineswegs eine rücksichtslose Rip-and-Replace-Aktion, bei der das mühsam aufgebaute ERP-Fundament vernichtet werden muss. Vielmehr etabliert sich in der Praxis ein hochgradig agiles Best-of-Breed-Szenario. Während komplexe physische Kernprozesse der Produktion, Materialwirtschaft oder Logistik weiterhin im bewährten SAP-System abgewickelt werden, lagern Unternehmen das strategische Talentmanagement, die Personalplanung und zukunftsorientierte Finanzsimulationen in die Workday-Cloud aus.

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