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Datensouveränität darf etwas kosten

Für einen Großteil der Unternehmen in Tschechien und der Slowakei ist Datensouveränität innerhalb der EU ein sehr wichtiges Thema. Mehr als die Hälfte wäre sogar bereit, mehr zu zahlen. Das sind die Ergebnisse einer von SAP in Auftrag gegebenen aktuellen Studie.
E3-Magazin
8. Juni 2026
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Datensouveränität entwickelt sich zunehmend zu einem zentralen Kriterium bei der Auswahl von IT-Lösungen. Für drei Viertel der Unternehmen in Tschechien ist es wichtig, dass ihre Daten innerhalb der Europäischen Union gespeichert werden. Mehr als die Hälfte wäre sogar bereit, dafür höhere Kosten in Kauf zu nehmen. Das zeigt eine aktuelle Umfrage von SAP unter 350 Führungskräften in Tschechien und der Slowakei. Fast zwei Drittel der befragten Unternehmen wollen Datensouveränität künftig auch bei der Auswahl von IT-Anbietern berücksichtigen.

„Unternehmen in Tschechien achten heute nicht mehr nur auf Preis oder Leistungsfähigkeit von Technologien, sondern zunehmend auch darauf, wem sie die Kontrolle über ihre Daten anvertrauen. Das ist ein grundlegender Wandel“, sagt Hana Součková, Generaldirektorin von SAP Tschechien. „Datensouveränität entwickelt sich vom Randthema zu einem strategischen Entscheidungskriterium für das gesamte Unternehmen.“

Besonders häufig bevorzugen Unternehmen ein Modell, bei dem nur sensible Datenkategorien in einer sogenannten souveränen Cloud gespeichert werden. Für diesen Ansatz würden 36 Prozent der Befragten einen Aufpreis akzeptieren. Die vollständige Speicherung aller Unternehmensdaten in einer souveränen Cloud zu höheren Kosten würden 15 Prozent der Manager wählen.


Jüngere treiben das Thema voran

In der Slowakei ist die Zustimmung zur Datensouveränität noch stärker ausgeprägt als in Tschechien. Während in Tschechien drei Viertel der Führungskräfte das Thema als wichtig einstufen, sind es in der Slowakei 87 Prozent.

Der größte Unterschied zwischen beiden Ländern zeigt sich bei Führungskräften im Alter von 45 bis 53 Jahren. In Tschechien ist dies die Altersgruppe mit der geringsten Zustimmung (69 Prozent), während in der Slowakei 93 Prozent der Befragten das Thema als wichtig bewerten.

Die geringere Zustimmung in dieser Altersgruppe bedeutet jedoch keine Ablehnung der Datensouveränität. Vielmehr zeigt sie eine größere Unsicherheit. Nur für jeden elften Befragten spielt die ausschließliche Speicherung von Daten innerhalb der Europäischen Union bei der Wahl eines IT-Anbieters keine Rolle. Gleichzeitig sind 38 Prozent noch unentschlossen, ob sie dieses Kriterium künftig berücksichtigen werden. Größere Unsicherheit herrscht auch in großen Unternehmen. Jeder dritte Manager in Unternehmen mit mehr als 250 Beschäftigten hat sich beim Thema souveräne Cloud bislang noch nicht eindeutig positioniert. Im Mittelstand ist die Unsicherheit deutlich geringer.

„Unternehmen in Tschechien achten heute
zunehmend auch darauf, wem sie die Kontrolle
über ihre Daten anvertrauen.”

Hana Součková,
Managing Director,
SAP Tschechien

Nicht nur Public Sektor

„Datensouveränität umfasst weit mehr als nur die Speicherung von Daten“, erklärt Miroslav Pavlas, Experte für souveräne Cloud-Lösungen und den öffentlichen Sektor bei SAP. „Unternehmen beschäftigen sich heute intensiv mit der Frage, wer Zugriff auf ihre Systeme hat, wie regulatorische Anforderungen erfüllt werden können und welche Abhängigkeiten von außer­europäischen Anbietern entstehen.“


Sensible Finanzdaten

Besonders sensibel bewerten Unternehmen in Tschechien Finanzdaten. 40 Prozent der Befragten würden diese bevorzugt in europäischen Rechenzentren speichern. Es folgen Betriebs- und Lieferkettendaten (34 Prozent) sowie Informationen aus IT-Systemen und Sicherheitsinfrastrukturen (26 Prozent). Kunden- und Marketingdaten haben dagegen die geringste Priorität. Weniger als jedes fünfte Unternehmen würde hier ausdrücklich auf eine Speicherung innerhalb der EU bestehen. In der Slowakei ergibt sich ein anderes Bild: Dort stehen Betriebs- und Lieferkettendaten an erster Stelle (31 Prozent), gefolgt von Finanzdaten (29 Prozent) sowie Forschungs- und Entwicklungsdaten (25 Prozent). Die Datenerhebung wurde über die Plattform Instant Research der Marktforschungsagentur Ipsos durchgeführt. (Quelle: SAP)

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