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Blick über den Tellerrand

Viele Unternehmen stehen vor dem Dilemma: die digitale Transformation revolutionär vorantreiben oder das Erreichte bewahren und absichern. Hinzu kommen organisatorische und technische Herausforderungen im SAP-S/4-Releasewechsel.
E-3 Magazin
23. September 2021
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E-3: Aus betriebswirtschaftlicher und IT-Sicht: Was ist zu tun?

Jörg Dietmann: Aus meiner Sicht ist das absolut kein Dilemma, denn Wandel ist unerlässlich und immer eine Chance. Nach dem vergangenen großen Wechsel von R/2 auf R/3 und ECC 6.0 sind bereits Jahrzehnte vergangen – Systeme und Prozesse, die im Zuge dessen implementiert wurden, hatten also durchaus ihre Daseinsberechtigung. Aber jetzt sind wir an einem Punkt angekommen, an dem Unternehmen von neuen Technologien, Funktionen und End-to-End-Prozessen profitieren können. Betriebswirtschaftlich gesehen gibt es viele Ansätze, die digitale Transformation für Einsparpotenziale zu nutzen – beispielsweise mit Everything-as-a-Service-Modellen auf Subskriptionsbasis und dem damit verbundenen Wechsel von Capex zu Opex.

E-3: Letzteres ist eine Aufgabe für den CFO?

Dietmann: Viel spannender ist die IT-Sicht. Denn der Mehrwert durch digitale Transformation ist immens. Es wird einen Teil von IT-Angeboten geben, der in den Hintergrund rückt. Die großen Potenziale stecken in neuen Produkten, Services und Prozessen. Insofern plädiere ich eindeutig für die Rolle der IT als Pionier und nicht als Nachlassverwalter.

E-3: Die notwendige Transformation ist wessen Verantwortungsbereich?

Dietmann: Das betrifft alle C-Level-Entscheider. Denn die digitale Transformation darf kein reines IT-Projekt sein. Einerseits sind viele Fachbereiche heutzutage ganz anders in Systeme und Prozesse eingebunden und mit dem Shift hin zu Employee- Self-Service sind auch die Mitarbeitenden viel näher an IT-Prozessen als noch vor
20 Jahren. Andererseits wird alles mehr und mehr datengetrieben. Die digitale Transformation muss also als ganzheitliches Thema verstanden werden, das jedes Silodenken aufbricht. Nicht nur systemseitig, sondern auch zwischen Fachbereichen. Insofern rückt die IT in einen anderen Kontext, nämlich als Verbindungsglied der Fachbereiche.

E-3: Wer ist der beste Partner in der digitalen Transformation?

Dietmann: Wichtiger ist, dass Unternehmen einen Partner für ihre Transformation finden, der sie auf Augenhöhe begleitet. Dieser Partner sollte nicht nur einen breiten Blick für das SAP-Portfolio haben, sondern auch darüber hinaus den Markt kennen. Denn die digitale Transformation betrifft nicht nur SAP-Landschaften. Ich empfehle einen Partner, der alles aus einer Hand anbietet: Hosting, Managed Services und Application Support genauso wie die ERP-Transformation.

E-3: Das aktuelle Stichwort in der SAP-Community heißt Rise with SAP.

Dietmann: Rise with SAP ist ein Bundle für die digitale Transformation im Sinne von Business Transformation as a Service. In Rise werden mehrere Bausteine zu einem einzigen Subskriptionsmodell kombiniert, was speziell für Neukunden charmant sein kann. Die Botschaft ist simpel: SAP und die Partner managen die technische Komplexität, die Kunden konzentrieren sich auf ihre Anforderungen im Tagesgeschäft.

E-3: Ein Ziel der Transformation soll das intelligente Enterprise sein. Wie erklären Sie einem CEO diese Herausforderung?

Dietmann: Das Intelligent Enterprise steht für die individuelle Vision von Unternehmen. Im Mittelpunkt steht die Integration von IT-Landschaften – SAP und Non-SAP –, um End-to-End-Prozesse zu schaffen. Die gewonnene Effizienz schafft dann Möglichkeiten für Unternehmen, erfolgreich zu sein. Flexibilität und Individualität sind hier wichtig. Denn Erfolg definiert sich nicht mehr ausschließlich über Gewinn und Umsatz – das zeigt nicht zuletzt die Pandemie.

E-3: Und konkret: Wie führt Nagarro durch die digitale Transformation in ­Richtung intelligentes Enterprise?

Dietmann: Wir verstehen unsere Rolle einerseits als Übersetzer und andererseits als Navigator für SAP-Themen und darüber ­hinaus. Wir haben durch unsere Partnerschaft nicht nur ein hervorragendes Netzwerk nach Walldorf, sondern auch ein tiefes Verständnis für die Arbeitsweise und Sprache der SAP und den Blick über den Tellerrand. In Richtung intelligentes Enterprise: die Integration von SAP- und Non-SAP-Landschaften. Hier setzen wir entweder mit ­Roadmaps an oder wir gehen gemeinsam einen Schritt zurück und evaluieren durch einen toolgestützten Ansatz, wo sich das Unternehmen aktuell befindet. Denn das ist essenziell bei der digitalen Transforma­tion: alle Prozesse und Systeme auf den Prüfstand zu stellen und zu sehen, wo wir ein Delta zwischen Ist und Soll haben.

E-3: Danke für das Gespräch.

https://e3mag.com/partners/nagarro/

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