Ausgelassene Stimmung in der Digitalbranche
![[shutterstock: 627188549 Olesya Kuprina]](https://e3mag.com/wp-content/uploads/2021/06/shutterstock-627188549-Olesya-Kuprina.jpg.webp)

Das Geschäftsklima in der Digitalbranche verbessert sich weiter und erreicht den höchsten Stand seit 30 Monaten. Ähnlich positiv gestimmt zeigte sich die Branche zuletzt im November 2018. Im April stieg der Index für die aktuelle Geschäftslage um 5,6 auf 38,1 Punkte. Auch die Geschäftserwartungen für die kommenden sechs Monate verbesserten sich um 4,6 auf 25,5 Punkte.
Der Bitkom-ifo-Digitalindex, der sich aus der Einschätzung von Geschäftslage und Geschäftserwartungen berechnet, stieg im Vergleich zum Vormonat deutlich um 5,0 auf 31,7 Punkte. Er liegt damit höher als vor Beginn der Coronapandemie. Das liegt laut Bitkom daran, dass die Geschäfte in der Digitalbranche so gut liefen wie lange nicht mehr. Die beschleunigte Impfkampagne und die Aussicht auf eine weitere Erholung der deutschen Wirtschaft stimmten die Unternehmen auch für den weiteren Jahresverlauf sehr zuversichtlich.
Die Bitkom-Branche zeigt sich resistent gegenüber kurzfristigen Konjunkturrückschlägen, wie sie viele andere Branchen in der Coronakrise mehrfach erleben mussten. Die Pandemie schiebt die Digitalisierung in allen Bereichen an, und sobald sich andere Wirtschaftszweige erholen, erwartet Bitkom zusätzlichen Schwung bei den Investitionen.
Angesichts des positiven Geschäftsklimas suchen die Unternehmen verstärkt nach Arbeitskräften. Die Beschäftigungsentwicklung verspricht eine ähnliche Dynamik wie die Umsätze: Die entsprechenden Erwartungen legten deutlich zu, um 6,0 auf 23,3 Punkte. Das bedeutet, dass die Mehrheit der Unternehmen in den kommenden drei Monaten zusätzliche Arbeitskräfte einstellen will. Der Preisindex hingegen gab gegenüber dem Vormonat leicht um 1,3 auf 13,2 Punkte nach.

– Christine Tussing, Fachvorständin Transformation, DSAG.
In der Gesamtwirtschaft blieb die Stimmung gegenüber dem Vormonat nahezu unverändert. Das ifo-Geschäftsklima legte leicht um 0,3 auf 11,5 Punkte zu. Die Geschäftslage verbesserte sich um 2,3 auf 14,4 Punkte. Die Erwartungen gingen um 1,6 Punkte zurück, liegen mit 8,7 Punkten aber weiterhin im positiven Bereich.
Die Geschäftszahlen der SAP im ersten Quartal fügen sich perfekt in dieses Bild ein. Das schnelle Wachstum beim Cloud-Neu-geschäft steigerte den Current Cloud Backlog währungsbereinigt um 19 Prozent auf 7,6 Milliarden Euro. Der Current Cloud Backlog von S/4 Hana Cloud stieg währungsbereinigt um 43 Prozent und unterstreicht damit den beschleunigten Umstieg der SAP in die Cloud. Das sei nicht zuletzt auf das neue Transformationsangebot Rise with SAP zurückzuführen, betont Geschäftsführer Christian Klein.

„Rise ist schon jetzt ein Game-changer. Mit mehr als 100 Vertragsabschlüssen im ersten Quartal haben wir bereits große Erfolge erzielt. Und das ist erst der Anfang. Denken Sie daran: Wir haben Rise erst Ende Januar eingeführt“, sagte er während des Analyst Call zu den Quartalszahlen. „Wenn wir Altsysteme ersetzen, ist Rise das ideale Angebot, um das Geschäft wirklich zu transformieren. Es geht also um unsere existierende Basis, aber auch um einen hohen Anteil an Netto-Neukunden.“
Alle Anzeichen deuten darauf hin, dass Rise with SAP die Community als neuestes Buzzword noch eine Zeit begleiten wird. Das sieht auch die Deutschsprachige SAP-Anwendergruppe e.V. (DSAG) so.
Anlässlich der Veröffentlichung der SAP-Geschäftsentwicklung im ersten Quartal 2021 kommentiert Christine Tussing, DSAG-Fachvorständin für Transformation: „Die Business-Transformation und die notwendige Anpassung von Geschäftsprozessen sind die zentralen Herausforderungen und ein erster Schritt auf dem Weg in die Cloud. Auch einer rein technischen Migration werden in viele Unternehmen teilweise hochgradig angepasste Systeme und Prozesse sowie Eigenentwicklungen und Drittsysteme entgegenstehen. Das Verständnis dafür, wie eine Transformation in Richtung Cloud und eines intelligenten Unternehmens erfolgen kann, muss an vielen Stellen für die Kunden noch deutlicher und greifbarer dargestellt werden. Insbesondere auch im Hinblick auf die verschiedenen Transformationsoptionen wie Public oder Private Cloud und die entsprechenden Services.“
Sie fügt hinzu: „Bezüglich der Signavio-Akquisition bleibt abzuwarten, wie die durchgängige Integration in die bestehenden Business-Process-Intelligence-Lösungen aussehen wird und wie die Kunden hier einen nachhaltigen Nutzen generieren können. Wir erwarten von SAP, dass sie die Transformationsherausforderungen der Kunden versteht, klare Wege aufzeigt und ganzheitliche Unterstützung leistet. Denn klar ist auch: Die eigentliche Prozess-Transformation muss durch die Kunden und natürlich auch mithilfe der Partner durchgeführt werden.“