Two-Tier-ERP: Eine Entscheidung für Vereinfachung und Agilität


Die Diskussion um SAP Cloud ERP wird oft als Grundsatzfrage geführt: Passt der Standard zu unserem Geschäftsmodell? Dahinter steckt oftmals eine historisch gewachsene, heterogene Systemlandschaft mit meist hohem Abstimmungsaufwand. Die Geschäftsprozesse in den ausgelagerten Systemen sind jedoch weitestgehend gleich – ein guter Ausgangspunkt für ein globales, standardisiertes Template. Der Schnitt verläuft dabei nicht notwendigerweise nach Ländergrenzen, sondern nach Prozesstiefe.
Standardisierung trifft Skalierbarkeit
Two-Tier-ERP heißt: Die Systemlandschaft besteht aus Tier 1, welches das Kernsystem der Hauptgesellschaft mit allen zentralen Prozessen wie Einkauf, Entwicklung, Produktionsplanung, Fertigung und auch Finance hostet.
In Tier 2 werden Gesellschaften oder Gesellschaftsteile betrieben, deren Geschäftsabläufe einfacher zu standardisieren sind und sich daher für die Anwendung der Best Practices mit SAP Cloud ERP besonders eignen. Dies können beispielsweise Vertriebs- bzw. Servicegesellschaften oder auch Montagewerke sein. Das für diese Gesellschaften entwickelte Template lässt sich schnell auf lokale, rechtliche und geopolitische Anforderungen anpassen. Tier 2 bleibt dabei weitgehend frei von Custom Code und profitiert von regelmäßigen Updates. Die Integration einer neuen Gesellschaft wird so zum Template-Roll-out statt zum eigenen Projekt und nimmt Innovationen frühzeitig mit.
Nahtlose Integration durch SAP BTP
Die Verbindung von Tier 1 und Tier 2 wird über die Integration Suite der Business Technology Platform (SAP BTP) realisiert, die als zentrale Middleware agiert. Im Fall von SAP Cloud ERP erfolgt die Kommunikation über moderne Web-Schnittstellen. Bei ECC 6.0 läuft die Kommunikation über klassische IDocs. So können durch die zentrale Pflege und Verteilung der Stammdaten Redundanzen vermieden werden. Lokal bleiben nur ausgewählte Anteile wie die Dispositionsdaten.
Die Chancen durch Standardisierung entstehen an unterschiedlichen Stellen im Unternehmen. Maßgeblich ist jedoch nicht die Technik, sondern die Vereinheitlichung von Prozessen, klare Rollen und Verantwortlichkeiten. Governance und Compliance rücken ins Zentrum: Eine Instanz entscheidet über Template-Änderungen und Sicherheitsstandards gelten einheitlich über Ländergrenzen hinweg. Zentrales Stammdatenmanagement sichert die Datenqualität. Trotz zentraler Steuerung bleibt lokale Flexibilität erhalten, die Nähe zum Kunden wird gestärkt.
Standardisierung für maximale Effizienz
Ein weiterer Effekt liegt in der Standardisierung selbst. Durch das Template arbeiten alle Gesellschaften nach demselben Konzept. Gleiche Prozesse, gleiche Rollen und gleiche Kennzahlen über alle Gesellschaften hinweg. Konkret bedeutet das: Der Einkauf bündelt Volumina über alle Werke und verbessert so die Konditionen. Die Montage bekommt einen werksübergreifenden Blick auf Bestände und Aufträge und lastet somit die Kapazitäten optimal aus. Der Versand profitiert von zentral gesteuerter Fakturierung bei voller Transparenz.
Dank der Best Practices von SAP ist der Weg zu SAP Cloud ERP heute leichter als je zuvor. Entscheidend für den Erfolg ist vor allem eines: gutes Change-Management! Die Aussicht auf schlankere Strukturen im Two-Tier-Ansatz macht Vereinfachung attraktiv. Kleinere Einheiten gewinnen so an Tempo. Wer die zuvor genannten Chancen nutzt, sichert sich Zukunftssicherheit, Skalierbarkeit und einen klaren Vorsprung in der digitalen Transformation.
Zum Partnereintrag:


