KI-Studie in Österreich: Jeder Vierte – KI ohne Wettbewerbsvorteile


Das volle Potenzial von KI wird in Österreich noch immer verkannt: Nur acht Prozent der in einer KI-Studie von TQS Research and Consulting im Auftrag des SAP-Consulting-Dienstleisters Tieto befragten Führungskräfte wollen sich derzeit zu KI-Vorreitern entwickeln. Zu den größten Hemmnissen der KI-Transformation zählen „rechtliche Aspekte, z. B. Datenschutz“ (50 Prozent) und „Datensicherheit/Cybersicherheit“ (46 Prozent). Das sind die wesentlichen Trends der neuen KI-Studie.
Befragt wurden 100 KI-Verantwortliche und Führungskräfte in österreichischen Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitenden. Die große Mehrheit, nämlich 61 Prozent der Befragten, befürchtet „verpasste Chancen für Effizienzsteigerung, Innovation und Reduktion von Betriebskosten“, wenn sie beim Einsatz von KI nicht mithält.
Vergleich Österreich – Deutschland
Die neuen Studienergebnisse zeigen, dass es aktuell nur wenige KI-Vorreiter und viele Nachzügler gibt: Etwas mehr als ein Viertel (27 Prozent) der befragten Unternehmen in Österreich sieht die KI-Integration in Kernprozesse als „sehr weit fortgeschritten“ oder „weit fortgeschritten“ an. Zum Vergleich: In Deutschland geben dies mehr als drei Viertel (77 Prozent) der Befragten an.
Insgesamt haben erst vier Prozent der österreichischen Unternehmen KI-Anwendungen bereits vollständig in ihre Kernprozesse integriert. Nur acht Prozent der Befragten in Österreich wollen künstliche Intelligenz in sämtliche Kernprozesse des Unternehmens einbinden. Demgegenüber stehen 60 Prozent der Befragten, die ihre KI-Integration als „wenig fortgeschritten“ einschätzen (das heißt, erste KI-Pilotprojekte werden getestet oder vereinzelt eingesetzt).
„Saubere Daten, integrierte Datenplattformen, eine klare Cloud-Strategie sowie Security und Compliance by Design sind ein Muss für eine erfolgreiche KI-Integration, da viele fortgeschrittene und agentische KI-Fähigkeiten nur in Cloud-Umgebungen verfügbar sind“, erklärt Robert Kaup, Geschäftsführer von Tieto Österreich, die wichtigsten Voraussetzungen. Der Einsatz von künstlicher Intelligenz hat in einigen Arbeitsbereichen bereits positive Ergebnisse generiert. Zu den Top-Anwendungen zählen laut der Studie „Wissensmanagement und interne Informationssuche“ (38 Prozent) sowie die „Steigerung der Effizienz“ (30 Prozent), wie zum Beispiel durch die automatische Auslesung von Rechnungen oder Bestellungen. Wenige Vorteile beim KI-Einsatz werden hingegen für die „datengetriebene Entscheidungsfindung (z. B. Marktanalysen, Risikomanagement, Predictive Analytics)“ erkannt: Nur elf Prozent der heimischen Befragten nannten diesen Bereich, während er in Deutschland für 44 Prozent der Befragten zu den Top-Anwendungen künstlicher Intelligenz zählt.

„Entscheidend ist jetzt, rasch vom Proof of Concept
zum Proof of Value zu kommen und KI überall dort
einzusetzen, wo sie einen messbaren Mehrwert und
einen wesentlichen Beitrag zur Wertschöpfung leistet.”
Andreas Wagner,
Geschäftsführer,
SAP Österreich
Positive Ergebnisse bleiben aus
Ebenso wenig wird KI für Innovations- und Geschäftsmodellentwicklung eingesetzt, nur jeder Zehnte (10 Prozent) sieht darin einen Nutzen. Überraschenderweise gibt zudem jede vierte Führungskraft (26 Prozent) in Österreich an, dass KI „in keinem Bereich“ positive Ergebnisse oder Wettbewerbsvorteile generiert hat. Zum Vergleich: In Deutschland sieht dies nur ein Prozent der Befragten so.
„Viele Unternehmen haben das volle Potenzial von KI als datengetriebener Motor der Innovation und Wettbewerbsfähigkeit noch nicht ausgeschöpft. Entscheidend ist jetzt, rasch vom ‚Proof of Concept‘ zum ‚Proof of Value‘ zu kommen und KI überall dort einzusetzen, wo sie einen messbaren Mehrwert und einen wesentlichen Beitrag zur Wertschöpfung leistet“, betont Andreas Wagner, Geschäftsführer von SAP Österreich. „Und als nächstes Level müssen wir Unternehmen fit für die beginnende Revolution der KI-Agenten machen, die ganze Prozessketten autonom ausführen.“ (Quelle: Tieto)





