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Erst verstehen, dann migrieren: Verschieben allein schafft kein Verständnis

Warum Migrationen von SAP BW in die Cloud häufig am mangelnden Verständnis der zugrunde liegenden Daten scheitern – und wie ein semantisch geführter Top-down-Ansatz bestehende Legacy-Objekte in verlässliche, geschäftsrelevante Datenprodukte transformiert.
Andreas Böhm, One Data
3. Juni 2026
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Die meisten SAP-BW-Cloud-Migrationen scheitern daran, dass niemand mehr weiß, was die Daten eigentlich bedeuten. Unternehmen investieren Millionenbudgets, um Objekte zu verschieben, deren fachliche Logik undokumentiert geblieben ist.

Das Ergebnis ist vorhersehbar: dieselben fragwürdigen Kennzahlen, nur auf schnellerer Infrastruktur. Was als Modernisierung geplant wird, endet als kostspielige Reproduktion alter Probleme auf neuer Hardware. Wer die Bedeutung seiner Daten nicht versteht, kann sie auch nicht migrieren – unabhängig davon, wie leistungsfähig die Zielplattform ist. Mit der konsequenten Neuausrichtung von SAP auf Cloud-native Plattformen, wie SAP Business Data Cloud, SAP Datasphere und BW/4 Hana, wird deutlich, dass die klassische BW-Landschaft ein Verfalls­datum hat. Migrationen werden zu einer zeitkritischen Pflichtveranstaltung.


Problem: Fragmentiertes Wissen

Eine typische SAP-BW-Umgebung im Unternehmenskontext ist ein Produkt von zehn bis zwanzig Jahren organischen Wachstums. Tausende von InfoCubes, Data Store Objects, MultiProvidern und Transformationen haben sich angesammelt – erstellt von Personen, die längst die Organisation verlassen haben, selten dokumentiert, noch seltener konsolidiert. Der entscheidende Faktor: Ein großer Anteil der geschäftskritischen Logik steckt nicht in transparenten Datenmodellen, sondern in individuellem Abap-Code – fachlich intransparent und persönlich gebunden.

SAPs moderne Zielplattformen sind auf SQL optimiert. Eine Migration erfordert daher nicht bloß die Verschiebung von Daten, sondern ein vollständiges Re-Engineering der Logik. Es muss verstanden werden, was jede Abap-Routine leistet, welche fachliche Fragestellung sie bedient, und sie muss anschließend in SQL oder anderen Sprachen re-implementiert werden. Dies ist kein syntaktischer Übersetzungsvorgang, sondern ein Paradigmenwechsel.

Der vorherrschende Migrationsansatz übersetzt den Code 1:1.


Sackgasse Bottom-up-Migration

Der vorherrschende Migrationsansatz behandelt diese Herausforderung als Code-Übersetzungsproblem. Tools und Beratungsmethodiken arbeiten von unten nach oben: sie inventarisieren technische Ob­jekte, ordnen ihnen technische Äquivalente in der Zielplattform zu und konvertieren sie einzeln. SAP selbst bietet leistungs­fähige Instrumente, die jeden Migrationsschritt adressieren.

Doch jedes dieser Werkzeuge betrachtet die einzelnen Objekte isoliert. Was keines leistet, ist ein übergreifendes Systemverständnis: Wie wirken die Objekte zusammen, und welchen geschäftlichen Zweck erfüllen sie gemeinsam? Tools können Regeln und Transformationslogik syntaktisch korrekt migrieren. Aber sie können nicht beurteilen, ob diese Regeln noch geschäftsrelevant sind.


Inkonsistenzen in die Cloud

Die Konsequenzen liegen auf der Hand: Redundante Objekte werden zusammen mit essenziellen migriert. Teams investieren Monate in die Rückwärtsanalyse von Logik, die einem Bericht dient, der seit Jahren irrelevant ist. Technische Altlasten werden ungefiltert in die Cloud überführt. Und wo Definitionen in der Quelle inkonsistent waren, werden die Inkonsistenzen gleich mit überführt.

Ein semantischer Top-down-Ansatz kehrt die konventionelle Migrationslogik um. Statt jedes Objekt von A nach B zu ­verschieben, stellt er die Frage voran: Was bedeuten diese Daten, und wer braucht sie? Der zentrale Treiber dieses Ansatzes ist Relevanz und Vertrauen – und beides entsteht nicht durch Verschiebung, sondern durch Verständnis.

Die Zielarchitektur wird nicht aus der Legacy-Struktur abgeleitet, sondern aus dem geschäftlichen Mehrwert heraus entworfen. Konkret heißt das: Statt 4000 technische Objekte einzeln zu analysieren, beginnt die Migration mit der Frage: Welche 20 KPIs steuern unser Geschäft, und was brauchen sie?


Migrationsvehikel Datenprodukte

In der Praxis mündet dieser Ansatz in geprüften Datenprodukten. Ein Datenprodukt führt Daten auf ihren geschäftlichen Zweck zurück, erfasst die zugrunde liegende Logik und macht Qualität, Herkunft und Zuständigkeit transparent – das schafft Vertrauen.

Der daraus entstehende Kosteneffekt ist erheblich: Statt sämtliche Objekte einer gewachsenen Legacy-Umgebung in die Cloud zu überführen, wird nur das migriert, was dem Unternehmen tatsächlich auch dient – Obsoletes wird stillgelegt, Redundantes wird konsolidiert. SAP selbst baut entsprechende Konzepte in die Business Data Cloud (SAP BDC) ein. Der semantische Ansatz setzt jedoch noch einen Schritt früher an: Datenprodukte entstehen aus Metadaten, bevor die Rohdaten bewegt werden.

Der semantische Migrationsansatz nutzt Datenprodukte, um eine vertrauenswürdige Datenbasis bereits vor der Migration zu erstellen.


Wie das in der Praxis aussieht

Konkret gliedert sich das Vorgehen in drei Schritte. Zunächst wird die Legacy-Umgebung semantisch erfasst: Eine Plattform liest sämtliche Metadaten aus dem SAP BW-System aus – Systemobjekte, Abap-Quellcode, Transformationslogik, vorhandene Dokumentation. Daraus entsteht eine vernetzte Wissensschicht. Sie macht sichtbar, welche Objekte existieren, wie sie zusammenhängen und welchem Zweck sie dienen.

Im zweiten Schritt definieren Daten­architekten und Fachbereiche gemeinsam die Ziel-Datenprodukte. Sie starten nicht auf einem leeren Blatt, sondern auf Basis dieser Wissensschicht. Wo lässt sich konsolidieren? Welche Logik muss erhalten bleiben, was kann entfallen? Jedes Datenprodukt erhält eine klare Verantwortlichkeit, definierte Qualitätsstandards und dokumentierten Kontext.

Im dritten Schritt wird die erfasste ­Logik automatisiert in ausführbaren Code für die Zielplattform überführt. Da die ­Intention bereits verstanden ist, entsteht optimierter Code statt einer syntaktischen Eins-zu-eins-Übertragung.

Ein Beispiel: Ein Fertigungsunternehmen identifizierte bei der semantischen Erfassung, dass von 3200 BW-Objekten nur rund 40 Prozent aktiv genutzt wurden. Die restlichen 60 Prozent, wie historische Testläufe, temporäre Workarounds oder verwaiste Berichte, konnten stillgelegt werden, bevor ein einziges Byte in die Cloud wanderte.

Eine SAP-BW-Cloud-Migration wird häufig als einmaliges Infrastrukturprojekt betrachtet. Wer dabei einen semantischen Ansatz wählt, gewinnt jedoch mehr als eine neue Plattform: Die entstehenden Assets haben über die Migration hinaus ­Bestand. Das semantische Modell wird zur lebendigen Dokumentation der Datenlandschaft. Die Datenprodukte – mit ihren eingebetteten Qualitätsregeln, ihrer Datenherkunft und ihren fachlichen Defini­tionen – werden zu wiederverwendbaren Bausteinen, die jedes Team auffinden, nachvollziehen und in neuen Kontexten einsetzen kann. Das ist besonders relevant für Organisationen, die auf KI setzen, denn Modelle und Agenten sind nur so zuverlässig wie die ­Daten, die sie konsumieren.


Verlässliches Fundament schaffen

Die eigentliche Migration führt nicht von einem System zu einem anderen. Sie überführt fragmentierte, undokumentierte Daten in eine Governance-fähige, nachvollziehbare und vertrauenswürdige Datenbasis. Wer die Bedeutung zuerst migriert, schafft nicht nur eine Cloud-Landschaft, sondern ein Datenfundament, auf das sich das Unternehmen verlässlich stützen kann. Für korrekte KPIs, für zuverlässige Berichte und für fundierte Entscheidungen.

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Andreas Böhm, One Data

Andreas Böhm ist Gründer und Geschäftsführer von One Data.


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Die Arbeit an der SAP-Basis ist entscheidend für die erfolgreiche S/4-Conversion. 

Damit bekommt das sogenannte Competence Center bei den SAP-Bestandskunden strategische Bedeutung. Unhabhängig vom Betriebsmodell eines S/4 Hana sind Themen wie Automatisierung, Monitoring, Security, Application Lifecycle Management und Datenmanagement die Basis für den operativen S/4-Betrieb.

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Veranstaltungsort

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Trademark Collection by Wyndham
Am Messezentrum 2, 5020 Salzburg, Österreich
+43-662-4355460

Veranstaltungsdatum

Mittwoch, 10. Juni, und
Donnerstag, 11. Juni 2026

Nur KI-Erlebnisworkshop am 11. Juni 2026 (limitierte Plätze)
Bonus: Zugang zu allen Vorträgen am 11. Juni 2026

Reguläres Ticket

Vorträge, Abendveranstaltung und je Verfügbarkeit der KI-Workshop am 11. Juni 2026
Die Plätze beim KI-Erlebnisworkshop sind limitiert und eine Anmeldung ist erforderlich.

Abonnenten des E3-Magazins Ticket

ermäßigt mit Promocode CCAbo26

Studierende*

ermäßigt mit Promocode CCStud26.
Studiennachweis bitte per Mail an office@b4bmedia.net senden.
*Die ersten 10 Tickets sind für Studierende kostenfrei. Versuchen Sie Ihr Glück! 🍀
EUR 305 exkl. USt.
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EUR 290 exkl. USt.

Veranstaltungsort

Hotel Hilton Heidelberg
Kurfürstenanlage 1
D-69115 Heidelberg

Veranstaltungsdatum

Mittwoch, 22. April und
Donnerstag, 23. April 2026

Tickets

Nur KI-Erlebnisworkshop am 23. April 2026 
Bonus: Zugang zu allen Vorträgen am 23. April 2026
Reguläres Ticket
22. April 2026: Vorträge und Abendveranstaltung
23. April 2026: Vorträge und KI-Workshop
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EUR 590 exkl. USt
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ermäßigt mit Promocode STStud26.
Studiennachweis bitte per Mail an office@b4bmedia.net senden.
EUR 290 exkl. USt
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Veranstalter ist das E3-Magazin des Verlags B4Bmedia.net AG. Die Vorträge werden von einer Ausstellung ausgewählter SAP-Partner begleitet. Der Ticketpreis beinhaltet den Besuch aller Vorträge des Steampunk und BTP Summit 2026, den Besuch des Ausstellungsbereichs, die Teilnahme an der Abendveranstaltung sowie die Verpflegung während des offiziellen Programms. Das Vortragsprogramm und die Liste der Aussteller und Sponsoren (SAP-Partner) wird zeitnah auf dieser Website veröffentlicht.