Das Rückgrat der digitalen Verwaltung: Souveräne KI-Plattform für die Bundesregierung


Google und Adesso hatten ihre Vergaberüge zurückgezogen. Damit ist der Weg frei für eine KI-Plattform, die Bund, Ländern und Kommunen erstmals eine gemeinsame Infrastruktur bietet.
Die Deutsche Telekom erhielt als erstplatzierter Bieter zusammen mit SAP den Zuschlag des Bundesministeriums für Digitalisierung und Staatsmodernisierung (BMDS) für die Ausschreibung zur „Bereitstellung von PaaS-Diensten für KI-Anwendungen auf einer leistungsfähigen, sicheren und souveränen Cloud-Plattform“. Der Zuschlag als zweitplatzierter Bieter geht an ein Konsortium um SVA System Vertrieb Alexander gemeinsam mit Codesphere und StackIT (Schwarz Digits).
Schaltstelle öffentlicher Verwaltung
Die KI-Plattform ist als zentrale Schaltstelle für die gesamte öffentliche Verwaltung konzipiert: skalierbar, erweiterbar und anschlussfähig an bestehende Fachverfahren. Was heute als Infrastruktur startet, wird morgen zur Entwicklungsumgebung für neue KI-gestützte Verwaltungsdienste. Zu den ersten Anwendungen zählt Kipitz, eine KI-Lösung, die Verwaltungsmitarbeitende bei intelligenter Dokumentenverarbeitung, Wissensmanagement, Übersetzungen, Textzusammenfassungen und der Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren unterstützt. Die Plattform integriert KI-Services, Entwicklungsumgebungen sowie Schnittstellen zu bestehenden Fachverfahren. Sie wird auf der souveränen Infrastruktur der Telekom betrieben.

„Digitale Souveränität und künstliche Intelligenz
gehören zusammen.”
Christian Klein,
Vorstandsvorsitzender,
SAP
Auch für SAP unterstreicht die Initiative die strategische Bedeutung souveräner KI-Infrastruktur: „Digitale Souveränität und künstliche Intelligenz gehören zusammen. Genau hier setzt diese Initiative an: Wir bringen unsere Stärke aus Geschäftsprozessen, Daten und vertrauenswürdiger KI über die SAP Business AI Platform ein, um gemeinsam mit der Telekom Innovation im öffentlichen Sektor zu beschleunigen – sicher, skalierbar und entlang eines gemeinsamen Standards für Kommunen, Länder und den Bund als Teil des Deutschland-Stacks“, sagt Christian Klein, Vorstandsvorsitzender von SAP. Ziel ist es, dass Behörden künftig auf gemeinsamen technischen Standards und Plattformen aufbauen, statt viele Einzellösungen zu entwickeln. So soll die Verwaltung moderner, sicherer und effizienter werden.
Deutschland-Stack als Fundament
Das Gesamtauftragsvolumen der neuen KI-Plattform beträgt knapp 250 Millionen Euro. Die Plattform ermöglicht containerisierte KI-Anwendungen von Fachverfahren über Assistenzsysteme bis hin zu generativen Diensten. Sie unterstützt den Aufbau des Deutschland-Stacks, indem sie die dort definierten Souveränitäts-, Sicherheits- und Architekturprinzipien auf KI-Lösungen anwendet. (Quellen: Deutsche Telekom, Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung)



