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SAP-Betrieb in der Public Cloud auf dem Vormarsch

Die Nutzung von Public-Cloud-Plattformen für IaaS und PaaS war in den vergangenen Jahren geprägt durch den Betrieb digitaler Workloads, Mobile Apps oder E-Commerce. Dies ändert sich gerade mit dem gestiegenen Reife- und Nutzungsgrad der Plattformen von AWS, Azure, Google oder SAP.
Carlo Velten, Crisp Research
24. August 2018
SAP-Betrieb in der Public Cloud auf dem Vormarsch
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Immer mehr Unternehmen planen den Betrieb von Business Applications auf den führenden Public-Cloud-Plattformen. Speziell der Einsatz von SAP-Anwendungen in der Public Cloud wird immer häufiger evaluiert und von Cloud-Vorreitern auch schon umgesetzt.

Es bieten sich gerade in Hinblick auf den globalen SAP-Betrieb sowie für SAP-bezogene Analytics und Hana sehr interessante Einsatzszenarien, wie eine aktuelle Studie von Crisp Research und All for One Steeb zeigt. Im Kontext der Digitalisierung steigt die Nutzung von Public-­Cloud-Plattformen seit Jahren kontinuierlich.

Während in den Anfangsjahren hauptsächlich Start-ups und Technologiefirmen auf den IaaS- und PaaS-Plattformen entwickelt und betrieben haben, so wird die Nachfrage mittlerweile stark von mittelständischen Unternehmen sowie Konzernen getrieben.

Diese wollen einerseits ihre IT-Infrastrukturen konsolidieren und modernisieren als auch andererseits Anschluss an die Innovationsgeschwindigkeit in der digitalen Welt finden.

Die SAP-Migration in Richtung Public Cloud kommt voll in Fahrt: Jeder vierte Cloud-Anwender betreibt schon heute ausgewählte SAP-Workloads in der Public Cloud.

Es hat sich dennoch klar gezeigt, dass die Anwender keinen zu risikoreichen Einstieg in die Public Cloud wählen, wenn es um ihre SAP-Systeme geht. Sind die Unternehmen aber erst einmal überzeugt und haben erste positive Erfahrungen gesammelt, ist das Anwendungsspektrum sehr breit.

Grundlage und Erfahrungsbasis für diesen Trend ist die Auslagerung des SAP-Betriebs in deutschen Mittelstandsunternehmen und Konzernen.

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Mittendrin anstatt nur dabei

Diese ist mittlerweile schon weit fortgeschritten. So hat bereits mehr als die Hälfte der Unternehmen ihren SAP-Betrieb an Partner beziehungsweise Dienstleister ausgelagert.

Der Betrieb in der Public Cloud ist die nächste Evolutionsstufe von Outsourcing und Managed Hosting. Dabei sehen die IT- und SAP-Entscheider ein Mehr an Agilität in der Unternehmens-IT (41 Prozent) und eine globale Verfügbarkeit der IT-Infrastruktur (40 Prozent) als die wichtigsten strategischen Chancen des SAP-Betriebs in der Public Cloud an.

Komplexität verursacht Kopfzerbrechen

Die Komplexität der globalen Cloud-Plattformen bereitet allerdings vielen Entscheidern (38 Prozent) Kopfzerbrechen und zählt neben der Cloud-Migration der SAP-Systeme (34 Prozent) zu den vielschichtigen ­Herausforderungen, die von den IT- und SAP-Verantwortlichen antizipiert werden.

Trotz der hohen Erwartungshaltung an die strategischen Chancen und Vorteile hinsichtlich des SAP-Betriebs in der Public Cloud sind sich die Entscheider auch der Risiken wohl bewusst. Langjährige Erfahrung mit den Public Clouds sowie Cloud-Architektur-Skills sind hier vonnöten, um sich dem Thema vorbereitet und fachmännisch zu nähern.

Cloud der Wahl

Auch wenn in manchen Medien nur von Azure, AWS und Google die Rede ist, wenn es um die führenden IaaS- & PaaS-Plattformen geht, so hat im Kontext von SAP-Lösungen natürlich die SAP Cloud Platform (SCP) die Nase vorn. So setzen fast zwei Drittel der befragten Entscheider (58 Prozent) auf die SCP als strategische Cloud-Plattform.

Hinzu kommt noch ein weiteres Drittel (29 Prozent), welches die SCP auf Projektbasis nutzt. Dies bedeutet einerseits, dass SAP im Rennen der globalen Cloud-Plattform-Provider aufgeholt hat. Andererseits aber auch, dass bei der Auswahl noch andere Kriterien Gewicht und Gültigkeit haben, abseits von Preis und Umfang einzelner Features und Services.

Neben der SCP spielt für die Mehrheit der SAP-Anwender die Microsoft-Azure-Plattform eine strategisch wichtige Rolle (45 Prozent). Darüber hinaus nutzt rund ein Drittel der befragten Stichprobe die Azure-Plattform auf Projektbasis (31 Prozent) für den Betrieb von SAP-Anwendungen.

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Vertrauen zu langjährigen Partnern

Die SAP Cloud Platform und Microsoft Azure sind daher derzeit die mit Abstand wichtigsten Public-Cloud-Plattformen für den Betrieb von SAP-Workloads. Marktführer AWS landet nach Einschätzung der befragten Entscheider noch hinter IBM und Oracle, zumindest was die Einschätzung als strategischer Partner anbelangt.

Anhand der Ergebnisse wird deutlich, dass die SAP-Anwender großes Vertrauen in ihre langjährigen Technologiepartner setzen, auch wenn sich Hardware- und Softwarekompetenz nur bedingt auf den Betrieb skalierbarer Public-Cloud-Plattformen übertragen lassen.

So bietet AWS zwar seit vielen Jahren ein breites Portfolio an zertifizierten SAP-Services sowie eine Vielfalt an Supportmöglichkeiten und eine breite Partnerlandschaft. Dennoch dauert es lange, bis sich die SAP-Anwender von ihren bestehenden Technologie-Partnern lösen und neue Partnerschaften mit den „Pure Play“-Public-Cloud-Providern AWS, Google oder Alibaba eingehen.

Einer der Gründe ist sicherlich, dass AWS, Google und Alibaba in den vergangenen drei bis vier Jahren ihren Fokus noch primär auf Start-up- und Digitalunternehmen hatten.

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Branchen- und Mittelstandsexpertise sowie ein professioneller Enterprise-Sales war meist Fehlanzeige. So gab es zwischen Anwendern und den „Pure Play“-Public-Cloud-Providern relativ wenig Austausch und Vertrauensaufbau – zumindest zum Thema SAP-Betrieb.

Managed Services sind ein elementarer Baustein von SAP-Cloud-Betriebskonzepten: Die klare Mehrheit der befragten Unternehmen (79 Prozent) setzt ihre SAP-Cloud-Strategien nicht allein, sondern gemeinsam mit Managed-Service-Providern und Beratungspartnern um.

Die Kombination aus echten Cloud-Skills (Architektur, DevOps, Automation) und langjähriger SAP-Erfahrung beschreibt hierbei den Wunsch-Dienstleistungspartner aus Sicht der Unternehmen.

Leider gibt es von diesen derzeit noch zu wenige. Zumal sich viele Unternehmen derzeit schwer mit der Rekrutierung entsprechender Mitarbeiter tun, die gerade im Hinblick auf das Thema Public Cloud (IaaS/PaaS) das entsprechende Skill-Set und die notwendigen Erfahrungen mitbringen.

Schub für Public Cloud

Es ist deutlich zu spüren, dass es in den kommenden Jahren zu einem regelrechten Migrationsschub von SAP-Lösungen in Richtung Public Cloud kommen wird.

Denn der Mind-Set der CIOs und der SAP-Verantwortlichen in den Unternehmen hat sich deutlich verändert und fällt zeitlich zusammen mit einem ganz neuen Leistungs­niveau, auf dem die Public-Cloud-Provider den SAP-Betrieb anbieten.

 


Über die Studie

Mit der vorliegenden Studie legen Crisp Research und All for One Steeb erstmals fundierte empirische Erkenntnisse und konkrete Handlungsempfehlungen zur Nutzung und zum Betrieb von SAP-Systemen auf den Plattformen von Azure, AWS sowie der SAP Cloud vor.

Die Studie zeigt klar auf, wie und warum mittelständische und große Unternehmen die Transformation ihrer SAP-Systeme in die Public Cloud vollziehen – und auf welche Public-Cloud-Plattformen die Unternehmen setzen.

Die Studie gibt damit Entscheidern aus vielen Unternehmensbereichen Einblicke und Best Practices zur Planung und zum erfolgreichen Einsatz von SAP auf den relevanten IaaS/PaaS-Plattformen.

Im Rahmen der Studie wurden aktuell 206 IT- und SAP-Entscheider in deutschen Unternehmen befragt.

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Carlo Velten, Crisp Research

Dr. Carlo Velten ist Senior Analyst bei Crisp Research.


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