Industrielle KI versus ERP-KI


Wir erschaffen das industrielle Gegenstück zu ChatGPT
Die Kritik an CEO Christian Klein aus der SAP-Community ist nicht aus der Luft gegriffen: Der Vergleich macht einen sicher! Siemens-Chef Roland Busch will 400 Milliarden Euro Börsenwert und das ChatGPT der Industrie schaffen, ist im Manager Magazin zu lesen.
Das Manager-Magazin-Interview führten Franz Anko-Hubik und Michael Freitag. Roland Busch erklärte: „Am Thema industrielle KI kommt niemand vorbei. Das wird immer evidenter. Und bei industrieller KI sind wir führend. […] Mithilfe von KI eine E-Mail zu erstellen, ist einfach. Damit Mehrwert in einer Fabrik zu generieren, ist dagegen extrem schwer.“ Offensichtlich besitzt der CEO von Siemens mit KI ein Alleinstellungsmerkmal. Roland Busch hat dazu aber auch eine Börsenstory.
Beim CEO von SAP, Christian Klein, fehlt beides: Er hat keine Börsenstory und aktuell auch keine Antwort auf die provokante Frage, ob KI die klassische Software aus Algorithmen und Datenstrukturen frisst. Aber es ist bereits seit zwölf Monaten offensichtlich, dass KI nicht nur hilfreich in existierenden ERP-Systemen sein wird, sondern die Systemarchitektur selbst neugestalten wird.
SAP-Hana-Miterfinder Professor Alexander Zeier beweist diesen Umstand mit seinem Start-up Nova Intelligence, an dem unter anderem auch SAP beteiligt ist. Christian Klein könnte somit eine stringente Antwort auf die Bedrohung eines klassischen ERP-Systems durch KI geben. Diese wichtige Antwort wird es auf dem Competence Center Summit 2026 der SAP-Community am 10. und 11. Juni in Salzburg geben. Nova Intelligence Chief Scientist Zeier präsentiert in Salzburg gemeinsam mit seiner Kollegin Nova Intelligence CEO Emma Qian das KI-System zum Thema S/4-Conversion und SAP Clean Core. Diese Keynote in Salzburg ist einmalig in Europa und wird begleitet von den Analysten von PAC aus München. Hier können exklusiv Tickets bestellt werden.

SAP-Chef Klein fehlt es aber nicht nur am KI-Storytelling, sondern auch an einer klaren Botschaft an die Börse. Im Manager-Magazin-Interview liest man den Unterschied. Siemens CEO Roland Busch sagt selbstbewusst: „Wir wollen auf jeden Fall in die Liga der 50 wertvollsten Konzerne der Welt vorstoßen, gern auch in die Top 30. Aber ich träume nicht davon, dass Siemens plötzlich eine Billion Euro wert ist.“ Und wohin will Christian Klein?
SAP ist in einem veritablen Dilemma: Die Transformation von einem sehr erfolgreichen ERP-System auf eine neue IT-Technik inklusive der SAP-Datenbank Hana verläuft schleppend und mit vielen Baustellen, siehe Clean Core und die Antwort von Professor Alexander Zeier. Gleichzeitig scheint die Börse das Vertrauen in eine stringente KI-Story bei SAP verloren zu haben. Natürlich gibt es auch bei SAP viele und sehr nützliche KI-Werkzeuge, aber eine strategische Ansage, wie sie im Manager-Magazin-Interview von Siemens CEO Roland Busch zu lesen ist, fehlt.
S/4-Transformation ohne Euphorie und Vision
Der Umstieg von der bewährten SAP Business Suite 7 (ECC 6.0) auf S/4 Hana gleicht für viele SAP-Bestandskunden weniger einer freiwilligen Innovationsreise als einem durch das Wartungsende 2027 erzwungenen Marsch, der technisch komplex und betriebswirtschaftlich oft schwer zu rechtfertigen ist. Während SAP das neue ERP-System als digitalen Kern für das intelligente Unternehmen anpreist, entpuppt sich die Migration in der Realität oft als eine Neuimplementierung, die immense Ressourcen bindet, ohne sofortige funktionale Mehrwerte zu liefern.
Der Zwang zur Hana-Datenbank schafft einen technischen Lock-in, der die Wahlfreiheit bei der Infrastruktur beendet. Noch kritischer ist der Schwenk zum Betriebsmodell Rise with SAP. Hier werden Kunden aus ihren unbefristeten On-prem-Lizenzen, die Asset-Charakter haben, in ein Mietmodell (Subskription) gedrängt, was zu einem Verlust der Autonomie und langfristig steigenden Kosten führen kann. Die Drohung seitens der SAP-Führung, Innovationen wie KI-Funktionen oder den Green Ledger exklusiv Cloud-Kunden vorzubehalten, verstärkt den Druck auf die Installationsbasis massiv, obwohl viele Unternehmen hybride Szenarien bevorzugen.
Ein zukünftiges ERP-Architekturmodell
In diesem neuen Architekturgefüge fungiert die Business Technology Platform (SAP BTP) als unverzichtbare, aber kostspielige Erweiterungsschicht. Da der S/4-Kern im Sinne der Clean-Core-Strategie modifikationsfrei bleiben muss, um Upgrade-fähig zu sein, werden kundenspezifische Erweiterungen auf die BTP ausgelagert (Side-by-Side Extensibility). Die BTP wird somit zur technologischen Mautstation für jede Form der Individualisierung. Ergänzend dazu soll die SAP Business Data Cloud (BDC) das historische Datenchaos durch eine semantische Schicht und die Integration von Partnern wie Databricks lösen, was jedoch auch als Eingeständnis gewertet werden kann, dass SAP die Datenhoheit im Alleingang verloren hat.
SAP-ERP-Story: Brownfield zementiert, Greenfield vernichtet
Die größte Hürde für Bestandskunden bleibt jedoch der Umgang mit Jahrzehnten an gewachsenem Custom Code (Z-Entwicklungen), der tief im ECC-Kern verwurzelt ist und die Clean-Core-Vorgaben massiv verletzt. Klassische Ansätze wie Brownfield (technische Konversion mit Mitnahme der Altlasten) oder Greenfield (kompletter Neubau) sind oft unbefriedigend: Brownfield zementiert technische Schulden, Greenfield vernichtet wertvolles Prozesswissen.
Genau an diesem toten Punkt setzt die Forschung von Professor Alexander Zeier, dem Mit-Erfinder der Hana-Datenbank, mit Nova Intelligence an. Zeier, der die architektonischen Konsequenzen der In-Memory-Technologie aus erster Hand kennt, hat mit Nova eine Agentic-AI-Plattform entwickelt, die das Dilemma der S/4-Migration durch künstliche Intelligenz löst.
Syntaktische und semantische ERP-Antworten
Das KI-System von Nova Intelligence geht weit über bloße Code-Analysen hinaus und zeigt deutlich, was SAP aktuell fehlt oder wo das Storytelling von Christian Klein versagt: Die KI-Agenten scannen den alten Z-Code nicht nur syntaktisch, sondern extrahieren die dahinterliegende Geschäftslogik (Business Intent) und dokumentieren diese auf Pflichtenheft-Niveau. Dies ermöglicht erstmals eine fundierte Fit-to-Standard-Analyse: Die KI prüft, ob die alte Eigenentwicklung durch modernen S/4-Standard ersetzt werden kann.
Ist eine Differenzierung weiterhin notwendig, generieren die Nova-KI-Agenten mittels AI-Build automatisch neuen, Clean-Core-konformen Code – sei es als On-Stack-Erweiterung (Embedded Steampunk) oder als Side-by-Side-Applikation auf der BTP. Damit transformiert Nova Intelligence das historische Erbe nicht blind, sondern überführt es in eine moderne Architektur, die den S/4-Kern sauber hält und die Innovationsfähigkeit wiederherstellt. Für den SAP-Bestandskunden bedeutet dies den einzigen gangbaren Weg aus der Modifikationsfalle: eine intelligente Transformation, die technische Schulden abbaut, anstatt sie nur in die Cloud zu verschieben.





