Information und Bildungsarbeit von und für die SAP-Community

Die Zukunft von SAP Business Warehouse: Umstieg auf BW/4 Hana oder Business Data Cloud?

Viele Unternehmen schöpfen das wirtschaftliche Potenzial ihrer ERP-Landschaft nicht vollständig aus. Nutzungs- und Betriebsaufwände steigen kontinuierlich, Optimierungsmöglichkeiten bleiben oft unentdeckt. Warum ein genauer Blick auf Lizenz- und Betriebsmodelle entscheidend ist.
Guido Helden, Convista
23. Juli 2026
avatar

Unternehmen, die SAP Business Warehouse (BW) nutzen, stehen aufgrund einer Vielzahl an Aspekten unter Zugzwang, insbesondere da SAP den Mainstream-Support für klassische BW-Systeme bis Ende 2027 einstellt.

Entscheiden sich BW-Bestandskunden vor diesem Hintergrund für eine Migration zu BW/4 Hana, sind sie mit deutlich höheren Lizenzkosten als jenen der bisherigen BW-NetWeaver-Lizenzen konfrontiert, insbesondere im Verhältnis zum gebotenen Mehrwert. Auch sind für die Nutzung von Reportingtools wie Analysis for Office (Excel-Integration), SAP Analytics Cloud (SAC) sowie BusinessObjects (Web Intelligence) eigenständige Lizenzen erforderlich.

Darüber hinaus erfordert der Betrieb von BW spezialisiertes Know-how, was zu erhöhten Kosten für internes Personal und externe Berater führt. Zudem ist BW primär IT-getrieben und bietet nur eingeschränkte Möglichkeiten für Fachbereiche, eigenständig Analysen durchzuführen. Auch werden neue Technologien, besonders im Bereich KI und Machine Learning, im klassischen BW nicht berücksichtigt.

SAP fokussiert Innovationen zunehmend auf Cloud-Produkte. BW-Bestandskunden stehen daher vor einer kritischen Weichenstellung hin zu einem zukunfts­sicheren System. Sie sollten die anstehende Transformation jedoch nicht als Pflichtübung verstehen, sondern als eine Chance, die Grundlage für eine moderne, leistungsfähige Datenplattform zu schaffen. Im Folgenden werden zwei mögliche Szenarien näher erläutert.

Szenario 1: Migration in die BDC

Durch den Umzug in die Business Data Cloud (BDC) ergibt sich für Unternehmen ein wesentlicher Vorteil: Die Mainstream-Maintenance verlängert sich von Ende 2027 auf Ende 2033, was für viele Unternehmen die Planung entspannt. Der Umzug kann ohne Zeitdruck wohldurchdacht durchgeführt werden.

Migrationspfad in die BDC

Im ersten Schritt „liften“ Unternehmen ihr BW 7.5 in die Private Cloud. Es handelt sich um einen Systemumzug, der von SAP begleitet wird. Zu beachten sind hier insbesondere Schnittstellen zu anderen Systemen.

Im zweiten Schritt haben Unternehmen mithilfe des Data Product Generator die Möglichkeit, aus BW-Objekten Datenprodukte zu generieren und regelmäßig zu beladen. Perspektivisch soll es mit dem Data Product Generator möglich sein, BW-Lösungen in die SAP Datasphere zu überführen. Sollten nicht alle bestehenden Lösungen vollständig migrierbar sein, ist für diese ein „reduziertes“ Upgrade auf SAP BW/4 Hana erforderlich. Auch aus einem bestehenden BW/4-Hana-System heraus kann der Data Product Generator zum Einsatz kommen. Als Datenquelle dient beispielsweise ein S/4-Hana-System. Die darin enthaltenen Daten werden über SAP Datasphere aufbereitet und anschließend weiterverarbeitet – für KI-Anwendungen in Databricks oder für Reporting, Dashboarding und Planung in der SAP Analytics Cloud (SAC). Dabei ist die Integration zwischen Datasphere und SAC noch deutlich enger und nahtloser als die bisherige Anbindung zwischen BW und SAC.

Szenario 1: BW-Kunden setzen auf SAP Business Data Cloud (BDC).

Vorteile der BDC im Überblick

Die BDC wurde entwickelt, um bestehende Barrieren zwischen Unternehmensbereichen aufzulösen und eine konsolidierte Sicht auf alle relevanten Geschäftsprozesse zu ermöglichen. Sie schafft eine einheitliche semantische Ebene für Daten aus SAP- und Non-SAP-Systemen. Künftig vereint sie SAP BW, SAP Datasphere, Databricks und SAP Analytics Cloud in einer flexiblen, zentralen Cloud-Plattform – mit neuen Möglichkeiten für Datenintegration, KI und Analytics. Dabei löst die BDC keine bestehenden Produkte ab, sondern verbindet sie unter dem Dach der SAP Business Suite. Die BDC bietet viele Vorteile hinsichtlich Datenhaltung, Reporting und Planung. Statt isolierter Datenquellen erhalten Unternehmen eine einheitliche, verlässliche Datenbasis, die die Grundlage für fundierte Entscheidungen ermöglicht.

Vorteile für Anwender

Aufbereitete Daten werden als Datenprodukte beschrieben, um einen geregelten Austausch von Daten zwischen Fachbereichen zu ermöglichen. Intelligente Apps bieten darüber hinaus fertige KI-gestützte, branchenspezifische Standardlösungen von SAP an. BDC ermöglicht eine zentrale, einheitliche Datenbasis für Planung, Reporting und Dashboards – in Echtzeit und über Systemgrenzen hinweg. Es entstehen konsistente Analysen und Planungen auf Basis aktueller, harmonisierter Daten, ohne redundante Datenhaltung oder komplexe Datenaufbereitungen in der SAC. Dank Joule profitieren Anwender zunehmend von KI-gestützten Funktionen wie automatischen Report-Zusammenfassungen und intelligenten Prognosen.

Vorteile für die IT

Datenintegration – einheitlicher Zugriff ohne technische Hürden: Es können sämtliche SAP- und Non-SAP-Daten zu einem zentralen und konsistenten Datenlayer inte­griert werden. Die BDC verringert Komplexität und schafft die Grundlage für eine inte­grierte Datenstrategie. Hohe Skalierbarkeit und Flexibilität: Das Pricing der BDC basiert auf Capacity Units. Dabei ist eine freie Verteilung der Capacity Units zwischen Komponenten wie SAC, Datasphere, BW und Databricks möglich.

Vorteile für beide Bereiche

Investitionsschutz: Das vorhandene SAP BW wird nahtlos in die BDC eingebunden und kann dann stückweise und bedarfsgerecht modernisiert werden. So sichern Unternehmen bestehende Lösungen ab und schaffen gleichzeitig Raum für zukünftige Innovationen. Zukunftsfähige Datenarchitektur: Die Business Data Cloud unterstützt Konzepte wie Data Lakes und künstliche Intelligenz. Möglich wird dies durch leistungsstarke SAP-Technologien sowie strategische Partnerschaften, etwa mit Databricks oder Snowflake als Brücke zu KI-Anwendungen.

Szenario 2: BW/4 On-prem

Nicht für alle Unternehmen bietet sich die Nutzung der BDC an. Etwa aus folgenden Gründen: Datenhaltung in der Cloud widerspricht den Unternehmensgrundsätzen. Außerdem hat BW/4 höhere Anschaffungskosten, aber geringe Betriebskosten. Die Kosten hängen vom Speicherbedarf ab. BW/4 Hana ist bereits im Einsatz beziehungsweise beschafft oder es sind umfassende BO-Lösungen, BPC oder SEM-BCS im Einsatz und sollen weiterbetrieben werden. In diesen Fällen ist ein klassisches BW/4-Upgrade empfehlenswert, das bis 2027 abgeschlossen sein sollte und nun in Angriff genommen werden muss.

Nicht für alle Kunden bietet sich die Nutzung der BDC an. Empfohlen wird ein klassisches BW/4 Up­grade mit BW/4 Hana On-premises, das bis 2027 abgeschlossen sein sollte.

Fazit: zwei Lösungsszenarien

Die Zukunft von BW ist keine rein technische Frage, sondern eine strategische Weichenstellung für die gesamte Datenarchitektur. Spätestens 2027 stehen Unternehmen unter Zugzwang, ihren weiteren Weg klar zu definieren. Es gibt nicht die eine richtige Lösung, sondern zwei valide Zielbilder. Mit BW/4 entscheiden sich Unternehmen für Kontinuität, Kontrolle und eine stabile Weiterentwicklung bestehender Strukturen, gerade dann, wenn regulatorische Anforderungen, bestehende Investitionen oder organisatorische Rahmenbedingungen gegen die Cloud sprechen. Die BDC eröffnet neue Möglichkeiten: eine integrierte, flexible und innovationsfähige Datenplattform, die Silos auflöst, Self-Service fördert und den Zugang zu modernen Technologien wie KI und Data Lakes vereinfacht. Sie ist damit besonders für Unternehmen attraktiv, die ihre Datenstrategie zukunftsorientiert neu ausrichten möchten. Entscheidend ist jedoch nicht allein die Technologie, sondern der individuelle Kontext: Unternehmensstrategie, Kostenstruktur, Innovationsziele, vorhandene Systemlandschaften und nicht zuletzt die organisatorische Reife bestimmen, welcher Weg der richtige ist. (Quelle: Convista)

avatar
Guido Helden, Convista

Senior Manager und Mitglied des Managements des Center of Excellence „Analytics and Planning“


Schreibe einen Kommentar

Die Arbeit an der SAP-Basis ist entscheidend für die erfolgreiche S/4-Conversion. 

Damit bekommt das sogenannte Competence Center bei den SAP-Bestandskunden strategische Bedeutung. Unhabhängig vom Betriebsmodell eines S/4 Hana sind Themen wie Automatisierung, Monitoring, Security, Application Lifecycle Management und Datenmanagement die Basis für den operativen S/4-Betrieb.

Zum vierten Mal bereits veranstaltet das E3-Magazin in Salzburg einen Summit für die SAP-Community, um sich über alle Aspekte der S/4-Hana-Basisarbeit umfassend zu informieren.

Veranstaltungsort

FourSide Hotel Salzburg,
Trademark Collection by Wyndham
Am Messezentrum 2, 5020 Salzburg, Österreich
+43-662-4355460

Veranstaltungsdatum

Mittwoch, 10. Juni, und
Donnerstag, 11. Juni 2026

Nur KI-Erlebnisworkshop am 11. Juni 2026 (limitierte Plätze)
Bonus: Zugang zu allen Vorträgen am 11. Juni 2026

Reguläres Ticket

Vorträge, Abendveranstaltung und je Verfügbarkeit der KI-Workshop am 11. Juni 2026
Die Plätze beim KI-Erlebnisworkshop sind limitiert und eine Anmeldung ist erforderlich.

Abonnenten des E3-Magazins Ticket

ermäßigt mit Promocode CCAbo26

Studierende*

ermäßigt mit Promocode CCStud26.
Studiennachweis bitte per Mail an office@b4bmedia.net senden.
*Die ersten 10 Tickets sind für Studierende kostenfrei. Versuchen Sie Ihr Glück! 🍀
EUR 305 exkl. USt.
EUR 590 exkl. USt.
EUR 390 exkl. USt.
EUR 290 exkl. USt.

Veranstaltungsort

Hotel Hilton Heidelberg
Kurfürstenanlage 1
D-69115 Heidelberg

Veranstaltungsdatum

Mittwoch, 22. April und
Donnerstag, 23. April 2026

Tickets

Nur KI-Erlebnisworkshop am 23. April 2026 
Bonus: Zugang zu allen Vorträgen am 23. April 2026
Reguläres Ticket
22. April 2026: Vorträge und Abendveranstaltung
23. April 2026: Vorträge und KI-Workshop
EUR 305 exkl. USt
EUR 590 exkl. USt
Abonnenten des E3-Magazins
ermäßigt mit Promocode STAbo26
EUR 390 exkl. USt
Studierende*
ermäßigt mit Promocode STStud26.
Studiennachweis bitte per Mail an office@b4bmedia.net senden.
EUR 290 exkl. USt
*Die ersten 10 Tickets sind für Studierende kostenfrei. Versuchen Sie Ihr Glück! 🍀
Veranstalter ist das E3-Magazin des Verlags B4Bmedia.net AG. Die Vorträge werden von einer Ausstellung ausgewählter SAP-Partner begleitet. Der Ticketpreis beinhaltet den Besuch aller Vorträge des Steampunk und BTP Summit 2026, den Besuch des Ausstellungsbereichs, die Teilnahme an der Abendveranstaltung sowie die Verpflegung während des offiziellen Programms. Das Vortragsprogramm und die Liste der Aussteller und Sponsoren (SAP-Partner) wird zeitnah auf dieser Website veröffentlicht.