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Der radikale AI Agent

Cloud Computing ist kein Megatrend mehr. Der SAP-Aktienkurs hat bis zu 40 Prozent gegenüber seinem Allzeithoch eingebüßt. In einem Interview des Manager Magazins verspricht SAP-Chef Christian Klein, den alten Glanz wieder herzustellen, diesmal mit KI.
Peter M. Färbinger, E3-Magazin
5. März 2026
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Cloud, KI und Qubits

Während sich die SAP-Bestandskunden evolutionär der ECC-Deadline 2030 vorsichtig annähern, überrascht SAP-Chef Christian Klein immer wieder mit neuen, technischen Kunststücken: Nach Cloud Computing folgte KI, dann Agentic AI sowie Quanten Computing. Hilfreich ist das alles nicht. Der SAP-Aktienkurs bleibt weit entfernt von seinem Allzeithoch.

Für den SAP-Bestandskunden muss das Fazit dieser investigativen Betrachtung lauten, dass blinder Technologiegehorsam gegenüber den Heilsversprechen aus der SAP-Zentrale Walldorf existenzbedrohend sein kann. Die Möglichkeiten von generativer KI und autonomen KI-Agenten im SAP-Umfeld sind unbestritten faszinierend, doch solange die elementaren Grundlagen wie eine exzellente Datenqualität (Clean Core), verlässliche Exit-Strategien und lückenlose Haftungsfragen nicht geklärt sind, gleicht der KI-Einsatz im ERP-Herzen einer Operation am offenen Herzen mit ungetesteten Instrumenten.

Wahre digitale Souveränität erfordert von den Anwenderunternehmen heute ein Höchstmaß an kritischer Distanz, den Aufbau eigener KI-Kompetenzen jenseits der Walldorfer Marketingbroschüren und den Mut, von SAP transparente IT-Plattformen zu fordern, die echte Flexibilität ohne vertragliche Erpressung bieten.

Der radikale KI-Umbau von Christian Klein

In einem Interview des Manager Magazins erklärt SAP-Chef Christian Klein, dass nach Cloud Computing nun die KI-Revolution ansteht. Aber KI von SAP auf der BTP (Business Technology Platform) mit dem GenAI Hub überzeugt die meisten SAP-Bestandskunden nicht. Michael Kroker schreibt auf wiwo.de: „Die Relevanz von SAP für die Anwender in Deutschland verharrt auf hohem Niveau. Beim Megathema Künstliche Intelligenz greift die große Mehrheit der Kunden jedoch zu anderen Anbietern.“ (Quelle: WiWo)

In der aktuellen DSAG-Investitionsumfrage geben 77 Prozent der Mitglieder, die bereits KI-Use-Cases umgesetzt haben, an, diese mit Non-SAP-Lösungen in Produktion bzw. Nutzung zu haben, während nur drei Prozent hier auf SAP setzen. 65 Prozent befinden sich mit Non-SAP-Lösungen in der Testphase, bei SAP-Lösungen sind es acht Prozent. „Diese Zahlen sollten im Kontext der Erhebungsgrundlage gesehen werden sowie der unterschiedlichen Komplexität bei Anwendungsszenarien. Für einen Use-Case im SAP-Umfeld gelten andere Anforderungen als für die Nutzung von z. B. Standardlösungen auf der Basis von Large-Language-Modellen“, erklärt Jens Hungershausen, DSAG-Vorstandsvorsitzender.

Im Rausch der KI

Der ERP-Gigant SAP aus Walldorf inszeniert sich im Rausch der künstlichen Intelligenz als technischer Vorreiter, doch für den kritischen SAP-Bestandskunden entpuppt sich das omnipräsente Marketingversprechen rund um SAP Business AI bei genauerer Betrachtung oft als teurer Zuckerguss über einem strategischen Vakuum. SAP-Chef Christian Klein peitscht den Konzern in Richtung Cloud und KI, um primär den Aktienkurs zu beflügeln und Analysten zu befriedigen, offenbart dabei jedoch ein eklatantes Defizit an eigener, tiefgreifender KI-Kernkompetenz.

Anstatt eine souveräne, eigenständige KI-Vision für komplexe ERP-Landschaften aus eigener Kraft zu entwickeln, fungiert SAP zunehmend nur noch als Integrator für die Sprachmodelle der großen US-Hyperscaler und Start-ups, was die einstige technische Innovationsführerschaft massiv infrage stellt.

KI-Startrampe: SAP Business Technology Platform

Das technische Vehikel für diese fremdgesteuerte KI-Offensive ist die SAP Business Technology Platform (BTP) mit ihrem hochgelobten Generative AI Hub. Dieser Hub wird der Community als sicherer und zentraler Zugangspunkt zu Large Language Models (LLMs) wie denen von OpenAI, Anthropic, Google oder Mistral vermarktet, fungiert in der harten kommerziellen Realität jedoch als strategische Mautstation der Walldorfer.

Bestandskunden werden hierbei in ein hochkomplexes und intransparentes Netz aus verbrauchsbasierten Lizenzmodellen – sogenannten AI Units und Cloud Credits – gedrängt, deren tatsächliche finanzielle Auswirkungen im operativen Betrieb oft unkalkulierbar sind und ein enormes Risiko bergen. Zudem instrumentalisiert SAP die generative KI als gnadenloses vertriebliches Druckmittel: Wer als treuer On-prem-Kunde nicht in die teuren, fremdbestimmten Cloud-Verträge von Rise with SAP oder Grow with SAP wechselt, wird von wesentlichen KI-Innovationen rigoros ausgeschlossen. Die BTP wird somit für den Anwender zum Zwangskorsett, das die digitale Souveränität untergräbt und das Unternehmen in einen tiefen Vendor-Lock-in führt, bei dem der Cloud-Exit vertraglich kaum noch realisierbar ist.

Agentic AI: der radikale AI Agent

Eine noch weitaus brisantere Dimension erreicht diese technologische Entwicklung mit dem aktuellen Hype um KI-Agenten und Agentic AI. Während SAP mit dem digitalen Assistenten Joule und sogenannten Joule Agents, die komplexe Aufgaben von der Beschaffung bis zum Finanzwesen eigenständig erledigen sollen, eine neue Ära der autonomen Prozesssteuerung beschwört, drängen sich fundamentale, ungelöste Fragen der Governance auf. Diese KI-Agenten sind keine simplen, deterministischen RPA-Bots mehr, sondern autonome Einheiten, die auf Basis probabilistischer Wahrscheinlichkeiten Entscheidungen treffen und Aktionen in geschäftskritischen ERP-Systemen ausführen sollen.

In der kritischen SAP-Community wächst daher die berechtigte Sorge vor einem katastrophalen Kontrollverlust: Wer haftet für den astronomischen Schaden, wenn ein autonomer KI-Agent aufgrund einer unvorhersehbaren Halluzination eines Large Language Models falsche Buchungen vornimmt, Lieferketten fehlleitet oder gar essenzielle Unternehmensdaten korrumpiert?

ERP-Frankenstein-Architektur und Composable ERP

Zudem verschärft sich durch den unregulierten Einsatz von Agentic AI die architektonische Komplexität zu einer regelrechten „Frankenstein-Architektur”, vor der selbst SAP-Vorstände warnen müssen, um ihr eigenes Produktportfolio zu rechtfertigen. In der hybriden IT-Realität der Bestandskunden, in der neben SAP auch Systeme wie Salesforce, Workday oder ServiceNow mit eigenen KI-Agenten operieren, fehlt eine übergeordnete „Straßenverkehrsordnung” für diese autonomen Akteure völlig.

Wenn der KI-Agent des CRM-Systems mit dem Agenten des ERP-Systems kollidiert, bleibt völlig unbeantwortet, welches System die finale Deutungshoheit über den End-to-End-Prozess besitzt. Anstatt dieses drohende KI-Chaos durch ein echtes, harmonisiertes Composable ERP mit klarer Kontrollinstanz zu ordnen, droht dem Anwender ein gefährlicher Flickenteppich, bei dem die unternehmerische Hoheit über die eigenen Daten im Kampf der Algorithmen zerrieben wird.

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Peter M. Färbinger, E3-Magazin

Peter M. Färbinger, Herausgeber und Chefredakteur E3-Magazin DE, US, ES und FR (e3mag.com), B4Bmedia.net AG, Freilassing (DE), E-Mail: pmf@b4bmedia.net und Tel. +49(0)8654/77130-21


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Zum vierten Mal bereits veranstaltet das E3-Magazin in Salzburg einen Summit für die SAP-Community, um sich über alle Aspekte der S/4-Hana-Basisarbeit umfassend zu informieren.

Veranstaltungsort

FourSide Hotel Salzburg,
Trademark Collection by Wyndham
Am Messezentrum 2, 5020 Salzburg, Österreich
+43-662-4355460

Veranstaltungsdatum

Mittwoch, 10. Juni, und
Donnerstag, 11. Juni 2026

Nur KI-Erlebnisworkshop am 11. Juni 2026 (limitierte Plätze)
Bonus: Zugang zu allen Vorträgen am 11. Juni 2026

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Vorträge, Abendveranstaltung und je Verfügbarkeit der KI-Workshop am 11. Juni 2026
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Veranstaltungsort

Hotel Hilton Heidelberg
Kurfürstenanlage 1
D-69115 Heidelberg

Veranstaltungsdatum

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Donnerstag, 23. April 2026

Tickets

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22. April 2026: Vorträge und Abendveranstaltung
23. April 2026: Vorträge und KI-Workshop
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Veranstalter ist das E3-Magazin des Verlags B4Bmedia.net AG. Die Vorträge werden von einer Ausstellung ausgewählter SAP-Partner begleitet. Der Ticketpreis beinhaltet den Besuch aller Vorträge des Steampunk und BTP Summit 2026, den Besuch des Ausstellungsbereichs, die Teilnahme an der Abendveranstaltung sowie die Verpflegung während des offiziellen Programms. Das Vortragsprogramm und die Liste der Aussteller und Sponsoren (SAP-Partner) wird zeitnah auf dieser Website veröffentlicht.