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Wenn der Roboter kommt, aber keiner ihn will

Wenn Roboter Einzug in Werkshallen halten, scheitert der Wandel selten an der Technik, sondern oft am Unbehagen der Belegschaft. Reine Software-Change-Ansätze greifen hier zu kurz.
Lukas Kovacevic, Dakocon
15. Oktober 2026
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Ein humanoider Roboter steht in der Werkshalle. Die Mitarbeitenden zücken das Handy oder weichen zurück. Der Vertriebsvortrag zu Zykluszeiten und ROI läuft im Hintergrund weiter – doch im Raum steht unbeantwortet die eigentliche Frage: Ersetzt mich das?

Hier zeigt sich, dass KI-Change-Management in der Praxis meist zu kurz greift. Gängige Frameworks wurden für Software-Rollouts entwickelt: ein neues ERP-System, ein Chatbot im Kundenservice, ein KI-gestütztes Reporting-Tool. Sobald KI aber als Roboter in der Halle steht, verändert sich die Ausgangslage grundlegend.

Besonders deutlich wird das dort, wo Robotik direkt in die SAP-gesteuerte Prozesskette einläuft. Viele S/4-Conversion-Projekte in Produktion und Logistik gehen heute Hand in Hand mit dem Einsatz von Robotik an der Werkbank: MES-Systeme takten die Fertigungsschritte, EWM steuert die Materialflüsse – und die Robotik übernimmt die physische Ausführung. Für die Mitarbeitenden bedeutet das: Der Roboter ist kein Fremdkörper neben dem SAP-System, sondern sichtbarer Bestandteil eines Prozesses, der bislang durch Bildschirme und Menüs vermittelt war.

Was den Unterschied ausmacht

Unübersehbare Präsenz: Ein Software-Tool lässt sich ignorieren oder in einem Browser-Tab parken. Ein Roboter neben der Werkbank erfordert ständige physische Präsenz.

Konkrete Jobangst: Bei Software-Einführungen sprechen wir oft über Kompetenzverschiebung – neue Tools, neue Prozesse, aber die Rolle bleibt im Kern bestehen. Bei Robotik in der Produktion ist die Substitutionslogik unmittelbar sichtbar: Diese Bewegung – das kann jetzt auch die Maschine. Der Abstraktionsgrad, der bei Software-Ängsten noch Raum für Beruhigung lässt, fällt hier weg.

Reale Sicherheitsbedenken: Bei einem neuen CRM-System reden wir über Datensicherheit. Bei einem Roboter, der sich im selben physischen Raum wie Menschen bewegt, reden wir über Betriebssicherheit, CE-Konformität, Not-aus-Konzepte und Haftungsfragen. Mitarbeitende spüren diesen Unterschied intuitiv, auch ohne die entsprechenden Normen zu kennen.

Ein Praxisrahmen für physische KI

Aus Projekterfahrungen lassen sich fünf Hebel ableiten, die klassische Change-Ansätze sinnvoll ergänzen:

  1. Akzeptanzpriorisierung nach dem Kano-Modell: Dieses Modell lässt sich hervorragend auf Akzeptanzarbeit übertragen: Welche Funktionen sind Basisanforderungen, welche sind Leistungsmerkmale (je besser, desto zufriedener) und welche sind Begeisterungsmerkmale? Bei Robotik zeigt sich oft: Sicherheitsfunktionen sind Basisanforderungen – hier zählt lückenloses Vertrauen. Begeisterung entsteht etwa, wenn der Roboter gesundheitlich belastende Handgriffe übernimmt und direkt entlastet.
  2. Frühe Einbindung der Arbeitnehmervertretung: Betriebsräte haben bei der Einführung von Automatisierungstechnik weitreichende Mitbestimmungsrechte und spiegeln Sorgen der Belegschaft ungefiltert wider. Späte Information verspielt notwendiges Vertrauen.
  3. Robotics-as-a-Service als psychologischer Hebel: Wird ein Roboter als einmalige Kapitalinvestition verkauft, schwingt implizit die Botschaft „Ersatz“ mit. Ein Service-Modell (analog zu wiederkehrenden Wartungsverträgen einer Kfz-Werkstatt) verschiebt die Perspektive hin zu einem laufend betreuten System, das menschliche Begleitung erfordert.
  4. Technische Fragen in die Change-Kommunikation integrieren: CE-Zertifizierung, Service-Level-Agreements sowie Reaktionszeiten bei Störungen gehören nicht nur ins Lastenheft, sondern in die Kommunikation mit der Belegschaft, um abstrakte Ängste zu nehmen.
  5. Die SAP-Schnittstelle als Vertrauensanker nutzen: Wenn die Robotik über vertraute SAP-Interfaces gesteuert wird und Fehlermeldungen im bekannten System erscheinen, sinkt die Fremdheit. Die Maschine wirkt nicht wie eine unberechenbare Blackbox, sondern als ausführendes Element eines gewohnten Werkzeugs.

Was jetzt zählt

Noch ist Robotik in der Produktion ein Nischenthema, doch sinkende Kosten für humanoid-autonome Systeme werden physische KI bald breitenwirksam – etwa in Logistik oder Pflege – etablieren.

Change Manager müssen lernen, dass die Hürde nicht in der Technologie liegt, sondern in der Unmittelbarkeit, mit der sie erlebt wird. Wer das versteht, schützt Transformationen vor dem Scheitern am fehlenden Vertrauen der Belegschaft.

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Lukas Kovacevic, Dakocon

Gründer der Dakocon und Transformationsberater für Change Management in IT und Produktion. Er hat Enterprise-IT-Erfahrung und einen MBAI


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Veranstaltungsort

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Trademark Collection by Wyndham
Am Messezentrum 2, 5020 Salzburg, Österreich
+43-662-4355460

Veranstaltungsdatum

Mittwoch, 10. Juni, und
Donnerstag, 11. Juni 2026

Nur KI-Erlebnisworkshop am 11. Juni 2026 (limitierte Plätze)
Bonus: Zugang zu allen Vorträgen am 11. Juni 2026

Reguläres Ticket

Vorträge, Abendveranstaltung und je Verfügbarkeit der KI-Workshop am 11. Juni 2026
Die Plätze beim KI-Erlebnisworkshop sind limitiert und eine Anmeldung ist erforderlich.

Abonnenten des E3-Magazins Ticket

ermäßigt mit Promocode CCAbo26

Studierende*

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Studiennachweis bitte per Mail an office@b4bmedia.net senden.
*Die ersten 10 Tickets sind für Studierende kostenfrei. Versuchen Sie Ihr Glück! 🍀
EUR 305 exkl. USt.
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Veranstaltungsort

Hotel Hilton Heidelberg
Kurfürstenanlage 1
D-69115 Heidelberg

Veranstaltungsdatum

Mittwoch, 22. April und
Donnerstag, 23. April 2026

Tickets

Nur KI-Erlebnisworkshop am 23. April 2026 
Bonus: Zugang zu allen Vorträgen am 23. April 2026
Reguläres Ticket
22. April 2026: Vorträge und Abendveranstaltung
23. April 2026: Vorträge und KI-Workshop
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EUR 590 exkl. USt
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Studierende*
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Studiennachweis bitte per Mail an office@b4bmedia.net senden.
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Veranstalter ist das E3-Magazin des Verlags B4Bmedia.net AG. Die Vorträge werden von einer Ausstellung ausgewählter SAP-Partner begleitet. Der Ticketpreis beinhaltet den Besuch aller Vorträge des Steampunk und BTP Summit 2026, den Besuch des Ausstellungsbereichs, die Teilnahme an der Abendveranstaltung sowie die Verpflegung während des offiziellen Programms. Das Vortragsprogramm und die Liste der Aussteller und Sponsoren (SAP-Partner) wird zeitnah auf dieser Website veröffentlicht.