Information und Bildungsarbeit von und für die SAP-Community

VMware-Schwenk im Reality-Check

Steigende VMware-Kosten und der Wunsch nach digitaler Souveränität zwangen den Full-Service-IT-Dienstleister FIS-ASP zum Umdenken. Mit einer schrittweisen Migration auf einen offenen Suse-Stack senkte das Unternehmen seine Kosten deutlich und schuf eine zukunftssichere Infrastruktur.
E3-Magazin
27. August 2026
avatar

Für FIS-ASP, einen etablierten Full-Service-IT-Dienstleister mit über 25 Jahren Markterfahrung und drei redundanten Rechenzentren in Bayern, ist der zuverlässige Betrieb kritischer Systeme das Kerngeschäft. Das Unternehmen betreut derzeit rund 1000 SAP-Systeme für über 50.000 Anwender in mittelständischen Unternehmen. Lange Zeit verließ sich der Hosting-Spezialist auf eine Virtualisierungsinfrastruktur basierend auf VMware vSphere sowie Red Hat Enterprise Linux (RHEL) als Betriebssystem. Doch die Übernahme von VMware durch Broadcom veränderte die Vorzeichen für den Markt radikal. FIS-ASP erkannte schnell, dass man als mittelständischer Service-Provider im neuen VMware-Partner-Ökosystem keine relevante Rolle mehr spielen würde. Gleichzeitig wurden massive Kostensteigerungen erwartet.

Souverän ohne Vendor-Lock-in

Ein Wechsel der Basistechnologie war folglich unumgänglich, um das eigene Geschäftsmodell zu schützen und den Kunden weiterhin wirtschaftliche Lösungen anbieten zu können. Die Wahl fiel auf Suse, da der europäische Open-Source-Anbieter eine vollständig souveräne Infrastruktur ohne Vendor-Lock-in anbieten konnte. Zudem brachte FIS-ASP bereits wertvolle Praxiserfahrung mit dem KVM-Hypervisor und dem Suse Linux Enterprise Server for SAP Applications mit.

Die Validierung und Migration der neuen Lösung verliefen hochgradig strukturiert und besonnen. Anstatt einer riskanten „Big Bang“-Migration entschied sich FIS-ASP für einen schrittweisen Übergang in der Praxis. Die ersten Workloads, die auf die neue Plattform migriert wurden, waren unkritische Entwicklungs- und Testsysteme. Nach der erfolgreichen Validierung dieser Umgebungen folgte der schrittweise Umzug der geschäftskritischen Produktionssysteme. Auf diese Weise stellte der IT-Dienstleister sicher, dass die strengen Service-Level-Agreements (SLAs) der Kunden jederzeit eingehalten wurden und der laufende Geschäftsbetrieb vollkommen ungestört blieb. Der strategische Schwenk zu Suse brachte für FIS-ASP messbare und weitreichende Erfolge, allen voran bei der Kostenkontrolle. Ohne den Plattformwechsel hätten sich die Gesamtkosten für Virtualisierung und Betriebssysteme ab dem Jahr 2027 nach internen Schätzungen des Unternehmens mehr als verdoppelt. Allein die Verlängerung bisheriger Subskriptionen hätte zu einem rasanten Kostenanstieg von über 100 Prozent geführt. Durch den konsequenten Einsatz von Open-Source-Technologien konnte dieser extreme Preisschock abgewendet und die langfristige finanzielle Planungssicherheit – befreit von proprietären Lizenzstrukturen – wiederhergestellt werden.

Auch in puncto Performance und Stabilität übertrifft das Projekt die anfänglichen Erwartungen. Manuel Sammeth, Geschäftsführer der FIS-ASP, bestätigt aus der Praxis, dass der Funktionsumfang von Suse KVM vollständig mit dem von VMware ESXi vergleichbar ist. In der täglichen Administration können Parameter wie I/O-Limits, Bandbreite und das Burst-Verhalten der Systeme nun sogar noch präziser gesteuert werden als zuvor. Selbst hochkomplexe Konstrukte, wie gewaltige Hana-Datenbanken mit mehreren Terabyte Arbeitsspeicher, ließen sich stabil und ohne Unterbrechung migrieren.

Compliance: ISO 27001 und NIS2

Zusätzlich löste das Projekt das Problem der digitalen Souveränität. Kunden in regulierten Branchen verlangen zunehmend absolute Transparenz über ihre Daten. Durch den offenen Infrastruktur-Stack bietet FIS-ASP nun lückenlose Transparenz über die gesamte Software Supply Chain. Das vereinfacht die Einhaltung strenger Compliance-Richtlinien wie ISO 27001 oder NIS2. Die technologische Flexibilität wurde massiv gesteigert: Das Unternehmen kann nun hybride Multi-Cloud-Strategien (inklusive AWS und Azure) nahtlos in das eigene On-prem-Angebot integrieren.

Die technische Architektur bei FIS-ASP zeigt, wie verschiedene Suse-Komponenten tiefgreifend ineinandergreifen, um sowohl klassische SAP- als auch moderne SAP- und Non-SAP-Workloads performant zu orchestrieren. Als robustes Fundament der neuen Hosting-Services fungiert der Suse Linux Enterprise Server for SAP Applications. Die abgelöste VMware-Ebene wurde durch Suse KVM ersetzt – eine Enterprise-Implementierung des Open-Source-KVM-Hypervisors, der direkt in Suse Linux integriert ist. Dies erlaubt es FIS-ASP, die bestehende Server-Hardware in den eigenen Rechenzentren ohne Reibungsverluste und Neu-Investitionen weiterzunutzen.

Suse Multi-Linux Support

Ein besonders kritischer Baustein für den reibungslosen Übergang ist dabei der Suse Multi-Linux Support. Dieser ermöglicht es dem Dienstleister, RHEL vorerst als Gastbetriebssystem auf der neuen Virtualisierungsplattform im Parallelbetrieb weiterlaufen zu lassen. So können komplexe SAP-Landschaften graduell migriert werden, ohne an den Release-Zyklus eines einzelnen Anbieters gebunden zu sein.

Brücke in die Cloud-Native-Welt

Um gleichzeitig die Brücke in die Cloud-Native-Welt zu schlagen, kommt Suse Virtualization zum Einsatz. Diese Hyperconverged Infrastructure (HCI) nutzt KubeVirt als Kubernetes-basierte Virtualisierungsschicht mit integriertem Storage und Networking.

Diese agile Ebene erlaubt es, virtuelle Maschinen und containerisierte SAP-Anwendungen – wie die SAP Edge Integration Cell, KI-Tools oder Edge-Workloads – auf einer einzigen Plattform zu betreiben. Für die vollautomatisierte Bereitstellung und zentrale Verwaltung der Kubernetes-Cluster über hybride Cloud-Umgebungen hinweg nutzt FIS-ASP Suse Rancher Prime. Automatisierungstools wie Ansible und ein selbst entwickeltes Management-Interface steuern das Provisioning sowie die Ressourcenkontrolle.

Dieses gesamte Zusammenspiel garantiert eine zukunftssichere, API-gestützte Architektur, die sich als Infrastructure as Code nahtlos in moderne DevOps-Workflows integrieren lässt. (Quelle: Suse)

Zum Partnereintrag:

Schreibe einen Kommentar

Die Arbeit an der SAP-Basis ist entscheidend für die erfolgreiche S/4-Conversion. 

Damit bekommt das sogenannte Competence Center bei den SAP-Bestandskunden strategische Bedeutung. Unhabhängig vom Betriebsmodell eines S/4 Hana sind Themen wie Automatisierung, Monitoring, Security, Application Lifecycle Management und Datenmanagement die Basis für den operativen S/4-Betrieb.

Zum vierten Mal bereits veranstaltet das E3-Magazin in Salzburg einen Summit für die SAP-Community, um sich über alle Aspekte der S/4-Hana-Basisarbeit umfassend zu informieren.

Veranstaltungsort

FourSide Hotel Salzburg,
Trademark Collection by Wyndham
Am Messezentrum 2, 5020 Salzburg, Österreich
+43-662-4355460

Veranstaltungsdatum

Mittwoch, 10. Juni, und
Donnerstag, 11. Juni 2026

Nur KI-Erlebnisworkshop am 11. Juni 2026 (limitierte Plätze)
Bonus: Zugang zu allen Vorträgen am 11. Juni 2026

Reguläres Ticket

Vorträge, Abendveranstaltung und je Verfügbarkeit der KI-Workshop am 11. Juni 2026
Die Plätze beim KI-Erlebnisworkshop sind limitiert und eine Anmeldung ist erforderlich.

Abonnenten des E3-Magazins Ticket

ermäßigt mit Promocode CCAbo26

Studierende*

ermäßigt mit Promocode CCStud26.
Studiennachweis bitte per Mail an office@b4bmedia.net senden.
*Die ersten 10 Tickets sind für Studierende kostenfrei. Versuchen Sie Ihr Glück! 🍀
EUR 305 exkl. USt.
EUR 590 exkl. USt.
EUR 390 exkl. USt.
EUR 290 exkl. USt.

Veranstaltungsort

Hotel Hilton Heidelberg
Kurfürstenanlage 1
D-69115 Heidelberg

Veranstaltungsdatum

Mittwoch, 22. April und
Donnerstag, 23. April 2026

Tickets

Nur KI-Erlebnisworkshop am 23. April 2026 
Bonus: Zugang zu allen Vorträgen am 23. April 2026
Reguläres Ticket
22. April 2026: Vorträge und Abendveranstaltung
23. April 2026: Vorträge und KI-Workshop
EUR 305 exkl. USt
EUR 590 exkl. USt
Abonnenten des E3-Magazins
ermäßigt mit Promocode STAbo26
EUR 390 exkl. USt
Studierende*
ermäßigt mit Promocode STStud26.
Studiennachweis bitte per Mail an office@b4bmedia.net senden.
EUR 290 exkl. USt
*Die ersten 10 Tickets sind für Studierende kostenfrei. Versuchen Sie Ihr Glück! 🍀
Veranstalter ist das E3-Magazin des Verlags B4Bmedia.net AG. Die Vorträge werden von einer Ausstellung ausgewählter SAP-Partner begleitet. Der Ticketpreis beinhaltet den Besuch aller Vorträge des Steampunk und BTP Summit 2026, den Besuch des Ausstellungsbereichs, die Teilnahme an der Abendveranstaltung sowie die Verpflegung während des offiziellen Programms. Das Vortragsprogramm und die Liste der Aussteller und Sponsoren (SAP-Partner) wird zeitnah auf dieser Website veröffentlicht.