Die große Hypervisor-Revolte


Die Ära des „Business as usual“ in der Virtualisierung ist endgültig vorbei. Die jüngsten Verwerfungen auf dem Virtualisierungsmarkt, insbesondere durch die massiven Preiserhöhungen und die erzwungene Umstellung auf Abonnement-Modelle nach der Übernahme von VMware durch Broadcom, haben einen absoluten Schmerzpunkt für den Markt geschaffen. IT-Verantwortliche sehen sich mit eskalierenden Kosten, unvorhersehbaren Erneuerungszyklen und einer gefährlichen „TCO-Explosion“ konfrontiert.
VMware-Last
Die durchschnittlichen Lizenzkosten steigen bei Vertragsverlängerungen drastisch an, wobei der Wechsel von CPU-Socket- zu Core-basierter Abrechnung oft zu einer künstlichen Überlizenzierung führt. Für mittelständische bis große Unternehmen können diese Kosten für den Betrieb und die Verwaltung von ESX-Umgebungen jährlich mehrere Hunderttausend bis zu mehreren Millionen Euro betragen.
Aus dieser Unsicherheit heraus entsteht eine Notwendigkeit zur IT-Konsolidierung. Unternehmen müssen ihre IT-Landschaften dringend straffen und sich von der proprietären „VMware-Last“ – der sogenannten Hypervisor-Steuer – befreien, um ein neues, zukunftsfähiges Betriebsmodell einzuführen und Kosten zu senken. Der finanzielle Druck macht die Ineffizienz von Legacy-Hypervisoren zu einem Risiko auf Vorstandsebene. Vor allem in speicherintensiven und geschäftskritischen SAP-Umgebungen ist es nicht mehr wirtschaftlich vertretbar, einen Premium-Aufschlag für eine Virtualisierungsschicht zu zahlen, die im Grunde eine reine Commodity-Funktion erfüllt. Proprietäre Modelle binden Unternehmen an die Roadmap und Preisstruktur eines einzigen Anbieters, was die Verhandlungsmacht und Flexibilität einschränkt.
Genau an diesem Wendepunkt setzt die Kernbotschaft für moderne Rechenzentren an: Suse bietet in seiner Suse Linux Enterprise Server (SLES) for SAP Applications Platform das von SAP validierte KVM (Kernel-based Virtual Machine) an, sowie mit Suse Virtualization eine echte, stabile und Enterprise-taugliche Open-Source-Alternative.
Anstatt Budgets für proprietäre Software-Abonnements zu opfern, verlagern Unternehmen ihre Investitionen auf eine Linux-Betriebssystem-Subscription, in der die Virtualisierungsschicht bereits integriert ist. Dies schützt die Investitionen der Unternehmen, verhindert Hardware-Lock-ins und stellt eine performante Grundlage für die anspruchsvollsten Workloads der Welt bereit. Das Alleinstellungsmerkmal von Suse in diesem hochkompetitiven Umfeld ist, dass Suse die derzeit einzige SAP-validierte KVM-Lösung auf dem Markt anbietet. Hinzu kommt die Positionierung, den Hypervisor für SAP direkt und nativ aus der Linux-Plattform heraus anzubieten. Suse Linux Enterprise Server for SAP Applications liefert neben dem Betriebssystem, Suse KVM, den Hypervisor für SAP als integralen Bestandteil – was die Notwendigkeit separater Hypervisor-Lizenzgebühren vollständig eliminiert. Diese tiefe Integration garantiert eine überragende Leistung, die speziell für geschäftskritische Umgebungen von S/4 und speicherintensive In-memory-Datenbanken wie Hana unerlässlich ist. KVM arbeitet mit minimalem Overhead von typischerweise nur 5 bis 10 Prozent und liefert somit Near-Bare-Metal-Geschwindigkeit. Damit werden zum einen die strengen Performance-KPIs von SAP erfüllt, während es gleichzeitig Hochverfügbarkeit (HA) und Business Continuity bei Wartungsarbeiten sicherstellt.
Technologisch zeichnet sich die Plattform durch ihre Skalierbarkeit aus: So werden beispielsweise auf Basis der Intel-Sapphire-Rapids-Architektur Hana-Instanzen mit bis zu 8 TB RAM unterstützt. Suse verwaltet dabei den Hypervisor, das Betriebssystem für die SAP-Anwendungen über eine zentrale Oberfläche, den Suse Multi-Linux Manager.
SAP Hana auf KVM
Die größte Herausforderung besteht darin, bestehende Hana-Systeme hinsichtlich Datenvolumen, Speicherbedarf und Workload-Verteilung optimal auf die Zielplattform auszurichten. Ohne eine fundierte Analyse werden Ressourcen häufig überdimensioniert oder Performance-Potenziale nicht ausgeschöpft. Um das volle Potenzial dieser Architektur zu nutzen, greifen Kunden auf ein starkes Partner-Ökosystem zurück. XLC (Crossload Consulting) unter der Leitung von Jens Gleichmann liefert dafür umfassende Architekturkompetenz im Hana-Umfeld und schafft das technische Fundament für den Betrieb von Hana auf KVM.

Im Mittelpunkt steht ein systematischer Health Check der bestehenden Landschaft. Speicherverbrauch und Workloads werden analysiert und Optimierungspotenziale identifiziert. Verfahren wie SAP Hana Native Storage Extension (NSE), optimierte Indizes oder die Konvertierung geeigneter Datentypen (Varbinary zu Large Objects) senken den Speicherbedarf deutlich, ohne die Performance geschäftskritischer Anwendungen spürbar zu beeinträchtigen. Die Themen Sizing und Workload Management haben heute eine so hohe Bedeutung, dass Matthias Sander und Jens Gleichmann ihnen im Fachbuch SAP Hana Deep Dive eigene Kapitel widmen. Die Praxis zeigt, dass sich durch strukturierte Analyse und Optimierung in vielen Projekten 30 bis 40 Prozent der Systemressourcen einsparen lassen. Angesichts hoher Investitionskosten für RAM und aktueller Intel-Servergenerationen wie z. B. Emerald Rapids entstehen daraus nachhaltige wirtschaftliche Vorteile. In einem Discovery Workshop analysiert XLC gemeinsam mit dem Kunden die bestehende Landschaft. Darauf aufbauend werden Zielarchitektur und Betriebsmodell für KVM entwickelt. Ein vorgelagerter Health Check schafft die notwendige Transparenz und bildet die Grundlage für eine wirtschaftlich und technisch erfolgreiche Migration.
NetApp: Performance-Booster
NetApp liefert einen geschäftlichen Mehrwert für SAP-Landschaften unter Suse KVM, indem es das hochverfügbare, performante Datenfundament bereitstellt, das für einen Hana-Betrieb mit Near-Bare-Metal-Geschwindigkeit erforderlich ist. Während Suse KVM bereits den Virtualisierungs-Overhead minimiert und eine von SAP validierte Performance bietet, wird das Potenzial erst im Zusammenspiel mit den Enterprise-Storage- und Datenmanagement-Funktionen von NetApp freigesetzt.

In Suse-Virtualisierungsumgebungen stellt NetApp persistenten, hochverfügbaren Speicher – wahlweise als FC-LUNs oder NFS-Volumes – bereit und sichert so den unterbrechungsfreien Betrieb. Das Storage-Provisioning in OnTap lässt sich über offene Standards und APIs vollständig automatisieren. Sowohl für In-Guest-Mounts mit NFS als auch über Fibre Channel (FC) – sofern der HBA gemäß Suse-Empfehlungen direkt der VM zugewiesen ist – gehören nahtlose Backup- und Recovery-Prozesse über die SnapCenter-Integration zum Standard. Backup- und Recovery-Prozesse über die SnapCenter-Integration gehören standardmäßig zum Repertoire. Die First-Party-Cloud-Storage-Lösungen von NetApp auf Microsoft Azure (ANF) und AWS (FSx for NetApp OnTap) sind Hana-zertifiziert. Sie ermöglichen es Kunden, Daten mithilfe nativer NetApp-Technologien wie SnapMirror in die Cloud zu replizieren. Auf diese Weise lassen sich In-House-Ressourcenengpässe kurzfristig durch den flexiblen Einsatz von Cloud-Ressourcen ausgleichen, ohne dass Anpassungen am bestehenden Betriebsmodell erforderlich sind. Damit wird eine hybride Multi-Cloud-Architektur für Kunden, die auf die Kombination aus Suse, NetApp und SAP setzen, zur Realität.
SAP-Orchestrierung mit Fsas
Für die übergreifende Orchestrierung, Automatisierung und Hardware-Integration bringt Fsas Technologies mit Primeflex for SAP Landscapes und dem FlexFrame Orchestrator (FFO) eine am Markt etablierte SAP-Plattform ein, die KVM nativ unterstützt. Während Suse die technologische Basis für Betriebssystem und Virtualisierung liefert, sorgt FFO für ein standardisiertes und hochautomatisiertes Betriebsmodell über die gesamte SAP-Landschaft hinweg. SAP-Systeme können automatisiert bereitgestellt, verschoben, skaliert und gewartet werden, wodurch administrative Aufwände reduziert und Betriebsprozesse vereinfacht werden. Insbesondere bei Updates, Wartungsfenstern, Hochverfügbarkeits- und Disaster-Recovery-Szenarien unterstützt FFO durch seine Orchestrierungsfähigkeiten einen stabilen und effizienten Betrieb. IT-Abteilungen gewinnen dadurch Zeit für strategische Aufgaben und verlassen den häufigen Firefighting-Modus des Tagesgeschäfts.
Freiheit bei Hypervisor
Ein Beleg für diesen Mehrwert liefert ein Statement von Andreas Spiegler, SAP-Basis-Administration bei der Kuka Group: „Mit Primeflex for SAP Landscapes konnten wir unsere Virtualisierungskosten signifikant senken und gleichzeitig die gewohnten standardisierten Prozesse und Automatisierungen für unsere SAP-Systeme beibehalten.“
Spiegler betont, dass der weltweit führende Anbieter von intelligenter Robotik, Anlagen- und Systemtechnik durch den Einsatz der Open-Source-basierten Plattform seine digitale Souveränität gestärkt und die Freiheit bei der Hypervisor-Strategie zurückgewonnen hat.
Mehr als Lift-and-Shift
Der Wechsel von Hana-Workloads auf Suse KVM ist weit mehr als ein simples Lift-and-Shift-Projekt. Da proprietäre vSphere-Funktionen keine direkte Entsprechung in der KVM-Welt haben, erfordert die Migration völlig neue architektonische Ansätze und einen grundlegenden Wandel im operativen Betrieb. Für diesen komplexen, technologischen Übergang ist spezialisiertes Know-how unumgänglich.
Hier setzt SoftwareOne gemeinsam mit Suse an: Die technologische Open-Source-Marktführerschaft von Suse wird mit der tiefgreifenden Implementierungs- und Beratungsexpertise von SoftwareOne vereint. Ein ganzheitlicher All-in-One-Ansatz deckt dabei den kompletten Lebenszyklus der SAP-Landschaft ab. Nach der sicheren KVM-Migration durch einen Professional Service übernimmt SoftwareOne auf Wunsch – im Rahmen dieses Managed Services – das proaktive Systemmanagement, steuert weitere S/4-Transformationsprojekte und bietet Beratungs- sowie Entwicklungsunterstützung rund um die SAP Business Technology Platform. Durch zielgerichtet eingesetzte FinOps, den Einsatz proprietärer Tools sowie einer punktgenauen Lizenzoptimierung bei SAP-Rise-Projekten sorgt SoftwareOne für kontinuierliche Kostensenkungen. Jede erfolgreiche und sichere Modernisierung beginnt mit dem richtigen ersten Schritt.
Daher startet SoftwareOne gemeinsame Projekte stets mit einem fundierten Assessment. In einem detaillierten Scoping Call analysieren die Experten die aktuelle VMware-Umgebung des Kunden, identifizieren technische Altlasten und entwerfen eine maßgeschneiderte, risikofreie KVM-Zielarchitektur.
Die Modernisierung der IT-Infrastruktur darf jedoch nicht bei den SAP-Core-Anwendungen aufhören. Um das volle wirtschaftliche und technologische Potenzial zu heben, müssen Unternehmen den strategischen Schritt über den Core hinaus wagen. Das bedeutet: Die VMware-Ablösung durch Suse Virtualization auf Basis von Kubernetes sollte auch auf SAP-/Non-SAP-Cloud-Native- und klassische Non-SAP-Workloads ausgeweitet werden.
Kubernetes für Edge Integration Cell
Suse Virtualization bietet eine vollständig auf Open-Source-Technologien basierende hyperkonvergente Infrastruktur (HCI), die eine Kubernetes-basierte Virtualisierungsschicht (KubeVirt) mit integrierten Speicher- und Netzwerkfunktionen kombiniert. Dies ermöglicht es Unternehmen, sowohl klassische virtuelle Maschinen als auch moderne containerisierte Anwendungen auf einer einzigen, konsistenten Plattform sicher und effizient zu verwalten.
Moderne SAP-Architekturen profitieren von dieser Ausweitung auf Cloud-Native-Technologien. Die Plattform eignet sich perfekt für die Bereitstellung wegweisender SAP-Erweiterungen wie der Edge Integration Cell (EIC) und SAP Digital Manufacturing for Edge – und das alles auf einer einheitlichen, kosteneffizienten Basis.
Die SAP Edge Integration Cell ist eine hybride Integration Runtime der nächsten Generation, die als Erweiterung der SAP Integration Suite angeboten wird. Sie erlaubt es Unternehmen, APIs zu verwalten und Integrationsszenarien direkt in ihren kundenverwalteten privaten Landschaften (On-premises oder Private Cloud) auszuführen. Durch den Betrieb der SAP EIC auf Suse Rancher for SAP Applications bleiben sensible Daten im eigenen Netzwerk, was die strengsten regulatorischen Compliance-Anforderungen erfüllt und absolute Datensouveränität sicherstellt. Ein herausragender Vorteil der Edge Integration Cell ist zudem ihre Offline-Fähigkeit: Sie kann auch während temporärer Verbindungsabbrüche zur SAP Business Technology Platform (BTP) weiterhin verlässlich operieren.
Ebenso profitiert SAP Digital Manufacturing for Edge von dieser offenen, containerisierten Infrastruktur. Die Lösung bringt die Datenverarbeitung extrem nah an die Maschinen im Shop Floor, was Latenzprobleme drastisch minimiert und schnellere Entscheidungen direkt an der Produktionslinie ermöglicht.
Durch die Synchronisierung von Stammdaten zwischen der Cloud und dem Edge-System fungiert die Lösung als kritischer Puffer. Transaktionen und produktionsrelevante Daten (wie Aufträge und Rezepte) werden kontinuierlich synchronisiert, sodass die Fertigung selbst bei geplanten oder ungeplanten Cloud-Ausfällen nahtlos weiterläuft und später zurück in die Cloud repliziert wird.
Fazit
Suse KVM und Suse Virtualization schaffen neben dem Ausweg aus dem VMware-Dilemma eine zukunftssichere, souveräne und vollständig integrierte Plattform, die von hochperformanten SAP-Datenbanken bis hin zu dezentralen KI- und Edge-Szenarien im modernen Shop Floor alles vereint.
Ongoing-Entwicklung
SAP on KVM und der FlexFrame Orchestrator reduzieren Virtualisierungskosten bei weiterhin hoher Flexibilität. Sie adressieren den steigenden Kostendruck virtualisierter SAP Workloads durch nahtlose Integration und Wahlfreiheit bei der Hypervisor-Strategie.
- Kosteneffizient: SAP on KVM versteht sich als Antwort auf steigende Lizenzkosten und Unsicherheiten.
- Souverän: Open-Source-Technologien wie KVM reduzieren proprietäre Abhängigkeiten.
- Für SAP validiert: Die Suse-KVM-Validierung für SAP und Hana wird in SAP-Hinweis 1522993 offiziell referenziert.
- Ergebnis: Sinkende Betriebskosten, geringere Abhängigkeit von Anbietern und US-amerikanischer Technologie sowie eine zukunftssichere Virtualisierungslösung.
Zum Partnereintrag:






