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HR-Trends 2026: Arbeit im Umbruch

Mit dem Jahr 2026 zeichnet sich nach Einschätzung von SAP ein Wendepunkt in der Entwicklung der Arbeitswelt ab. Organisationen wollen den Schritt von ersten Experimenten mit künstlicher Intelligenz hin zu deren operativem Einsatz vollziehen.
Magdalena Masluk-Meller, SAP
13. März 2026
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Bereits im Vorjahr hatte SAP in einer Studie mögliche Entwicklungspfade der Arbeitswelt skizziert. Nun wurde überprüft, welche dieser Annahmen sich Anfang 2026 tatsächlich abzeichnen und welche neuen Prioritäten hinzugekommen sind.

Dafür wurden 42 Beiträge aus der Wirtschaftspresse analysiert. Die häufigsten Themen kreisten demnach um den Einsatz von KI in Arbeit und Personalmanagement, um veränderte Führungsanforderungen sowie um kulturellen Wandel in Organisationen. Gleichzeitig dominierten weiterhin bekannte Fragen wie Rückkehrregelungen ins Büro oder Qualifizierung von Beschäftigten die öffentliche Diskussion. Dies deutet darauf hin, dass viele strukturelle Heraus­forderungen weiterhin ungelöst sind, sich aber zugleich bereits tiefgreifende Veränderungen abzeichnen.

KI-Testphase ist vorbei

Im Bereich der konkreten Arbeitstätigkeit zeigt sich ein klarer Trend: Unternehmen möchten KI nicht mehr nur ­testen, sondern systematisch in Arbeitsprozesse integrieren. Arbeit soll stärker entlang von Aufgaben und Fähigkeiten neu gestaltet werden. KI soll datenintensive und standardisierte Schritte übernehmen, während Menschen sich auf Einordnung, Urteils­vermögen, Verantwortung und Entscheidungsfindung konzentrieren sollen. Fähigkeiten gelten dabei als zentrale Währung. Rollen verändern sich, Qualifikationsanforderungen verschieben sich schneller, und insbesondere mittlere Management­ebenen sollen sich zunehmend zu Steuerungsinstanzen für KI entwickeln.

Auch im Recruiting soll KI nach diesen Beobachtungen an Bedeutung gewinnen. Einerseits soll sie steigende Bewerbungszahlen verarbeiten, andererseits die Qualität von Bewertungen verbessern. Stellenbeschreibungen werden vermehrt so formuliert, dass sie von Systemen maschinell ausgewertet werden können. Gleichzeitig wird Transparenz über den Einsatz von Modellen und über menschliche Entscheidungspunkte zu einem Unterscheidungsmerkmal. KI wird dabei weniger zum reinen roduktivitätsinstrument,sondern stärker ein Mittel für schnellere Lernzyklen, fundiertere Entscheidungen und eine bessere Nutzung von organisationalem Wissen.

Fokus auf Governance

Parallel dazu rückt das Thema Governance in den Vordergrund. Fragen der Nachvollziehbarkeit, Prüfbarkeit und Datenherkunft werden von einer Zukunftsfrage zu einer aktuellen Anforderung, insbesondere bei Personalgewinnung, Leistungsbewertung und Vergütung. Gesetz­liche Vorgaben zur Entgelttransparenz werden den Druck erhöhen, Gleichbehandlung systematischer zu adressieren. Zugleich wird der Umgang mit unkontrollierten KI-Anwendungen als Risiko wahrgenommen, was zu strengeren Regelungen führen könnte. In diesem Zusammenhang zeigt sich, dass KI als leistungsfähiges Werkzeug verstanden werden muss, während Verantwortung und Urteilshoheit beim Menschen verbleiben sollte.

Mit Blick auf die Belegschaften zeigt sich eine zunehmende Durch­lässigkeit der Arbeitsformen. Unternehmen sollen klassische Beschäftigung mit projektbezogener Arbeit, externen Kräften und KI-Agenten kombinieren, um ergebnisorientierte Strukturen zu schaffen. Interne Talentmarktplätze und flexible Karrierepfade gewinnen an Bedeutung, während sich die Grenzen zwischen internen und externen Arbeitsmärkten weiter auflösten. Gleichzeitig wird der Einstieg in das Berufsleben schwieriger, da einfache Routinetätigkeiten zunehmend automa­tisiert werden. Ausbildungsprogramme, Rotationen und praxisnahe Lernformate werden daher an Bedeutung gewinnen, um langfristige Talentpipelines zu sichern.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Aufbau von Fähigkeiteninfrastrukturen. Organisationen wollen systematisch erfassen, welche Kompetenzen vorhanden sind, und diese mit konkreten Arbeitsabläufen verknüpfen. KI soll Lernangebote situativ bereitstellen und Führungskräfte beim Coaching unterstützen. Manager nehmen dabei eine Schlüsselrolle ein. Sie fungierenals Bindeglied zwischen Strategie, Mitarbeitenden und KI und werden zunehmend nach der Qualität ihrer Entscheidungen bewertet werden. Der Umgang mit Unsicherheit, Priorisierung und strukturierter Veränderung werde zu einer Kernkompetenz.

Unternehmenskultur am Prüfstand

Auch die Arbeitspraktiken selbst stehen unter Druck. Hohe Veränderungsgeschwindigkeit, Reorganisationen, Spannungen rund um hybride Arbeit und Unsicher­heiten durch KI stellen Unternehmens­kulturen auf die Probe. Als Reaktion darauf wollen Organisationen Werte stärker in konkretes Verhalten übersetzen und Vertrauen sowie transparente Kommunikation fördern.

Mitarbeiterbindung allein gilt nicht mehr als ausreichend, vielmehr rückt die Befähigung der Beschäftigten in den Mittelpunkt. Klare Strukturen, geeignete Werkzeuge und verlässliche Ab­läufe können die Leistungsfähigkeit sichern, unabhängig vom Arbeitsort.

Die Rolle von HR wird sich dabei weiter professionalisieren. Wohlbefinden wird zunehmend als Faktor für Leistung und ­Bindung betrachtet, während Erschöpfung als Risiko für Fluktuation und Sicherheit gilt. Aufsichtsgremien erwarteten, dass Personal mit ähnlicher Sorgfalt gesteuert wird wie finanzielle Ressourcen. 2026 ist damit ein Jahr, in dem die Zukunft der Arbeit nicht mehr als theore­tisches Szenario, sondern als laufender Umsetzungsprozess verstanden werden muss. Der Einsatz von KI wird dabei weniger durch technische Möglichkeiten, sondern durch organisatorische, kulturelle und ethische Rahmenbedingungen geprägt sein. Wie gut es Unternehmen gelingt, Menschen und KI verantwortungsvoll zusammen­zubringen, wird entscheidend für die weitere Entwicklung der Arbeitswelt sein. (Quelle: SAP)

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Magdalena Masluk-Meller, SAP

Director - Future of Work Research Lab at SAP


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Nur KI-Erlebnisworkshop am 11. Juni 2026 (limitierte Plätze)
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D-69115 Heidelberg

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Reguläres Ticket
22. April 2026: Vorträge und Abendveranstaltung
23. April 2026: Vorträge und KI-Workshop
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