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Das Ende von SAP, wie wir es kennen

Mercedes-Benz gibt es seit über 100 Jahren, die Lufthansa feiert den einhundertjährigen Geburtstag und auch SAP kann gut und gerne noch 100 Jahre weiterleben – wenn der ERP-Konzern sich reformiert!
Peter M. Färbinger, E3-Magazin
19. Februar 2026
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Was der deutschen und europäischen Autoindustrie passierte, widerfuhr nun auch SAP: Die falsche Einschätzung und nicht korrekte Verortung der alten (Verbrennermotor) und neuen (E-Antrieb) Technik führten zu Chaos, Widersprüchen und Fehlentscheidungen. SAP positionierte und verwendet die IT-Technik Cloud und KI in fahrlässiger und widersprüchlicher Art. Die europäische Autoindustrie ist am Verbrennerverbot konzeptionell gescheitert. SAP ist mit Cloud und KI gegen die Wand gefahren.

Wie konnte eine erprobte und erfolgreiche IT-Technik, wie Cloud Computing oder KI, den ERP-Weltmarktführer SAP in eine ausweglose Situation bringen? Die kurze Geschichte von Cloud, KI und SAP: Begonnen hat es mit dem Streben nach mehr Macht. SAP war und ist einzigartig bei der Konzeption und Umsetzung von Geschäftsprozessen. Das betriebswirtschaftliche Wissen bei SAP ist überragend. SAP hat es in den Gründungsjahren hervorragend geschafft, die klügsten Köpfe aus der Betriebswirtschaftslehre um sich zu scharren.

Legendär ist die Zusammenarbeit mit Professor Plaut und Professor Scheer. Die Gründer von SAP und die nachfolgende Generation verstanden es hervorragend, dieses Wissen in Abap-Code überzuführen und daraus ein einzigartiges ERP zu formen.

Der Erfolg von SAP R/3 und der SAP Business Suite 7 war und ist überwältigend. Aber SAP wollte mehr und stand naturgemäß als Aktiengesellschaft auch unter massivem Druck von Investoren und der Börse. Einen Ausweg sahen die Verantwortlichen bei SAP in der Ausweitung des ERP-Stacks – also des IT-Schichtenmodells: Hardware, Betriebssystem, Datenbank, Middleware etc.

SAP beschäftigte sich in Partnerschaft mit VMware intensiv mit dem Thema Virtualisierung. Es kam die Idee auf, eine eigene Datenbank zu konstruieren, die wiederum eine spezifische Hardwarearchitektur benötigte. Eine neue ERP-Generation sollte nicht nur mit der eigenen Datenbank betrieben werden, sondern den Wildwuchs der vergangenen Jahre an Betriebssystemen und Datenbanken (AnyDB) konsolidieren und orchestrieren.

Es entstand ein neuer ERP-Stack: weitestgehend basierend auf Intel-Prozessoren, mit dem Betriebssystem Linux von Suse und Red Hat sowie der Datenbank SAP Hana. Nun begann die Code-Konversion der Abap-Tabellen aus der SAP Business Suite 7 auf S/4 Hana. Der Prozess dauerte etwa elf Jahre und manche Kritiker am S/4-System meinen, dass bis heute die komplette Code-Transformation noch nicht abgeschlossen ist.

SAP verwendet für die Umwandlung des alten Abap-Codes aus R/3 und ECC 6.0 (Business Suite 7) nicht immer die modernsten IT-Werkzeuge. Die Entwicklung und Neuprogrammierung dauerte lange und war komplex. Viele Ressourcen wurden bei SAP durch diesen Transformationsprozess von ECC zu S/4 blockiert, aufgewendet und vielleicht auch verschwendet. Damit aber fehlten Kapazitäten, um am Alleinstellungsmerkmal von SAP, den betriebswirtschaftlichen End-to-End-Geschäftsprozessen, weiterzuarbeiten. Die Kernkompetenz wurde vernachlässigt!

Anfangs waren die Datenbank Hana und das neue ERP S/4 als klassisches On-prem-Modell geplant. SAP hatte die Entwicklung der Hyperscaler und des Cloud Computings zu Beginn nicht im Fokus. Die Transformation des On-Prem-S/4 in ein Cloud-System kostete wiederum viel Energie. Schleichend entwickelte sich SAP damit zu einem Tech-Konzern, der mit vielen Ansätzen, Produkten und Lösungen in Konkurrenz zu anderen IT-Mitbewerbern stand. Dieser Umstand war für SAP lange Zeit vollkommen neu und überraschend. Aus dem ERP-Alleinstellungsmerkmal entstand ein IT-Unternehmen, das sich auf den Gebieten Datenbanken, Cloud und KI veritabler Konkurrenz gegenübersah.

Das Ende der klassischen SAP mit dem ERP-Alleinstellungsmerkmal und den einzigartigen, betriebswirtschaftlichen und organisatorischen Geschäftsprozessen war besiegelt. SAP-Chef Christian Klein hat es nicht geschafft, aus Cloud und KI wiederum ein neues Alleinstellungsmerkmal aufzubauen. Er versucht redlich auf den Gebieten Cloud und KI ebenso gut wie der Mitbewerber zu sein – ähnlich wie die europäische Automobilindustrie versucht im Bereich E-Mobilität den chinesischen Anbietern entgegenzustehen.

Das Ende der SAP, wie viele Bestandskunden das ERP-Unternehmen aus den Gründungsjahren kennen, ist besiegelt. Der SAP-Vorstand um Christian Klein hat noch keine neuen, einzigartigen Impulse gesetzt. In einem Composable-ERP-Zeitalter wird SAP immer mehr zum beliebigen, austauschbaren IT-Lieferanten, denn Cloud und KI machen mittlerweile alle. Und KI macht vielleicht bald schon alles allein.

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Peter M. Färbinger, E3-Magazin

Peter M. Färbinger, Herausgeber und Chefredakteur E3-Magazin DE, US, ES und FR (e3mag.com), B4Bmedia.net AG, Freilassing (DE), E-Mail: pmf@b4bmedia.net und Tel. +49(0)8654/77130-21


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Die Arbeit an der SAP-Basis ist entscheidend für die erfolgreiche S/4-Conversion. 

Damit bekommt das sogenannte Competence Center bei den SAP-Bestandskunden strategische Bedeutung. Unhabhängig vom Betriebsmodell eines S/4 Hana sind Themen wie Automatisierung, Monitoring, Security, Application Lifecycle Management und Datenmanagement die Basis für den operativen S/4-Betrieb.

Zum vierten Mal bereits veranstaltet das E3-Magazin in Salzburg einen Summit für die SAP-Community, um sich über alle Aspekte der S/4-Hana-Basisarbeit umfassend zu informieren.

Veranstaltungsort

FourSide Hotel Salzburg,
Trademark Collection by Wyndham
Am Messezentrum 2, 5020 Salzburg, Österreich
+43-662-4355460

Veranstaltungsdatum

Mittwoch, 10. Juni, und
Donnerstag, 11. Juni 2026

Nur KI-Erlebnisworkshop am 11. Juni 2026 (limitierte Plätze)
Bonus: Zugang zu allen Vorträgen am 11. Juni 2026

Reguläres Ticket

Vorträge, Abendveranstaltung und je Verfügbarkeit der KI-Workshop am 11. Juni 2026
Die Plätze beim KI-Erlebnisworkshop sind limitiert und eine Anmeldung ist erforderlich.

Abonnenten des E3-Magazins Ticket

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Studierende*

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Studiennachweis bitte per Mail an office@b4bmedia.net senden.
*Die ersten 10 Tickets sind für Studierende kostenfrei. Versuchen Sie Ihr Glück! 🍀
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Veranstaltungsort

Hotel Hilton Heidelberg
Kurfürstenanlage 1
D-69115 Heidelberg

Veranstaltungsdatum

Mittwoch, 22. April und
Donnerstag, 23. April 2026

Tickets

Nur KI-Erlebnisworkshop am 23. April 2026 
Bonus: Zugang zu allen Vorträgen am 23. April 2026
Reguläres Ticket
22. April 2026: Vorträge und Abendveranstaltung
23. April 2026: Vorträge und KI-Workshop
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Veranstalter ist das E3-Magazin des Verlags B4Bmedia.net AG. Die Vorträge werden von einer Ausstellung ausgewählter SAP-Partner begleitet. Der Ticketpreis beinhaltet den Besuch aller Vorträge des Steampunk und BTP Summit 2026, den Besuch des Ausstellungsbereichs, die Teilnahme an der Abendveranstaltung sowie die Verpflegung während des offiziellen Programms. Das Vortragsprogramm und die Liste der Aussteller und Sponsoren (SAP-Partner) wird zeitnah auf dieser Website veröffentlicht.