SAP ECC bis und nach 2030


Selbst nach einer Migration auf eine andere ERP-Lösung kann es notwendig sein, die bestehenden ECC-Systeme (wenn auch in kleinerem Umfang) weiterhin zu betreiben bzw. zugänglich zu halten, um geschäftliche Anforderungen zu erfüllen. SAP-ECC-Systeme bilden das Rückgrat der geschäftskritischen Funktionen vieler Unternehmen.
Damit der tägliche Betrieb gewährleistet bleibt, müssen diese Systeme effektiv und effizient laufen. Der erste zentrale Aspekt ist dabei die Kontinuität. Sie erfordert eine vertraglich abgesicherte Wartung der Systeme durch die Anbieter (zum Beispiel SAP für Anwendungen und/oder Datenbanken), sei es im Rahmen der Standardwartung, der erweiterten Wartung oder einer kundenspezifischen Wartungsvereinbarung. So wird sichergestellt, dass die ECC-Systeme umfassenden Support sowohl von SAP als auch von den Datenbankanbietern, auf deren Plattform(en) ECC betrieben wird, erhalten.
Zugriff gewährleisten
Abhängig von der Art der erworbenen Lizenz kann der Zugriff auf die Daten in den SAP-ECC-Datenbanken eingeschränkt sein. Hat ein Unternehmen etwa die Oracle-Datenbanklizenz für den Einsatz mit SAP ECC als Bundle von SAP erworben, so wird diese Lizenz als ASFU (Application Specific Full Use) klassifiziert. Oracle-Datenbanken mit ASFU-Lizenzen sind technisch und funktional identisch mit Full Use (FU), das heißt direkt von Oracle Corporation lizenzierten Datenbanken. Es gibt jedoch wichtige Unterschiede (vgl. Box auf Seite 53).
ASFU-Datenbanken
Besteht die Notwendigkeit, auf eine ASFU-Datenbank direkt aus Nicht-SAP-Anwendungen oder Drittanbieter-Tools zuzugreifen, muss die ASFU-Lizenz in eine FU-Lizenz von Oracle umgewandelt werden. Alternativ können Kunden die Datenbank-Lizenzen im Subscription-Modell von Exadata Cloud Service (Public Cloud) oder Exadata Cloud@Customer (Private Cloud im Rechenzentrum des Kunden) nutzen.
Auf diese Weise können sie ihre SAP-Systeme in die Oracle Cloud Infrastructure (OCI) migrieren und ihre SAP-Datenbanken über die Datenbanklizenz Subscription abdecken. Dadurch entfällt jeglicher zusätzliche Investitionsaufwand (CAPEX) für den Erwerb von FU-Oracle-Datenbanklizenzen; die Kosten lassen sich stattdessen als Betriebsausgabe (OPEX) im Rahmen eines Abonnements verbuchen, solange dies erforderlich ist.
Zuverlässigkeit stärken
Da die SAP-ECC-Systeme die aktuellen Geschäftsprozesse steuern, ist es entscheidend, dass sie die höchstmögliche Zuverlässigkeit und Ausfallsicherheit bieten. Wenn man berücksichtigt, wo wir derzeit im ECC-Lebenszyklus stehen, lässt sich aber möglicherweise eine Investition für ein Redesign der Architektur und eine Erneuerung der Hardware nicht rechtfertigen.
Eine der besten Lösungen besteht dann darin, die SAP-ECC-Systeme in ein Cloud-Abonnementmodell zu überführen. Allerdings: Nicht alle Cloud-Lösungen sind gleichwertig. Um höchste Zuverlässigkeit und Ausfallsicherheit zu erreichen, ist der Einsatz von Oracle Real Application Clusters (RAC), das Active-Active-Clustering ermöglicht, unerlässlich. Der Betrieb von SAP mit RAC in einer Public-Cloud-Umgebung ist ausschließlich mit dem Oracle Exadata Database Service möglich, wobei sowohl Oracle Exadata Cloud@Customer als auch die Oracle Exadata Cloud Infrastructure (OCI) unterstützt werden.
Die gleichen Kostenüberlegungen gelten für Desaster-Recovery-Rechenzentren (DRC). Ein Ersatz der DRC-Infrastruktur durch neue, teure Hardware ist häufig wirtschaftlich nicht vertretbar. Dennoch bleibt die Fähigkeit, den Geschäftsbetrieb im Katastrophenfall aufrechtzuerhalten, ein entscheidender Faktor für Unternehmen. Die Nutzung von Cloud-Infrastrukturen im Abonnementmodell bei unterstützten Hyperscalern als Teil eines Desaster-Recovery-Plans ermöglicht es, die gewünschten Ergebnisse zu erzielen, ohne die hohen Investitionskosten für eine Erneuerung der DRC-Hardware tragen zu müssen.
Für Compliance sorgen
In jeder Rechtsordnung gibt es zahlreiche Vorschriften, die Unternehmen einhalten müssen – insbesondere im Hinblick auf die Aufbewahrung von Geschäftsdaten. Lokale Gesetze können eine verlängerte Aufbewahrungsfrist für Daten vorschreiben. Darüber hinaus benötigen Prüfer im Bedarfsfall schnellen Zugriff auf ältere Daten. Es gibt verschiedene Arten von aufzubewahrenden Altdaten, und auch deren Handhabung ist verschieden.
Vollständige Backups älterer ECC-Datenbanken, die dazu dienen, den Datenbestand zu einem bestimmten Zeitpunkt zu rekonstruieren: Sie können in einem externen Dateisystem, auf Magnetbändern, Worm-Laufwerken oder in der Cloud gespeichert werden. Das spätere Recovery auf der Basis solcher Backups kann jedoch problematisch werden – etwa dann, wenn die ursprüngliche Plattform ihr Support-Ende überschritten hat (zum Beispiel HP-UX).
Um den Zugriff auf das ECC-System vor der endgültigen Stilllegung gewährleisten zu können, ist es also wichtig, das aktuelle ECC-System auf eine Plattform mit langfristigem Support zu migrieren. Eine gute Wahl wäre Oracle Linux. Da Oracle Linux die einzige Linux-Distribution ist, die auf allen unterstützten Hyperscalern den Betrieb von SAP ECC mit der Oracle-Datenbank sicherstellt, bietet diese Kombination Unternehmen die größtmögliche Flexibilität und Sicherheit für eine in Zukunft vielleicht notwendige Wiederherstellung stillgelegter ECC/NetWeaver-Systeme.
Alte, archivierte Geschäftsdaten, die mit der Transaktion SARA und/oder mit XML Archiving extrahiert wurden: Der Zugriff auf diese archivierten Daten erfordert in der Regel ein funktionierendes ECC-System, da sie auf Basis von Archivierungsobjekten und nicht durch tabellenbasierte Datensatz-Extraktion archiviert wurden. Hinzu kommt, dass viele Beratungsunternehmen ihren Kunden bei der Migration auf S/4 Hana empfehlen, sämtliche Altdaten zu archivieren, damit nur ein reduzierter Datenbestand migriert werden muss.
Der Zugriff auf diese archivierten Daten nach der Migration auf SAP S/4 Hana kann Probleme bereiten, weshalb auch noch nach der Migration ein funktionierendes ECC-System verfügbar sein sollte. Eine einfache Lösung besteht darin, ein minimales ECC-System auf einem Hyperscaler so lange weiterzubetreiben, wie es erforderlich ist. Die archivierten Daten können dann problemlos über dieses System zugänglich gemacht werden.
Alternativ können Unternehmen den Einsatz von Hybrid Columnar Compression (HCC) als Bestandteil des Information Lifecycle Management (ILM) in Betracht ziehen. Damit lässt sich die Größe der Oracle-Datenbank signifikant reduzieren (möglicherweise um mehr als das 10-Fache), sodass die Notwendigkeit einer gesonderten Datenarchivierung entfällt.
Sicherheit garantieren
In der Frühzeit von SAP R/3 waren die meisten Systeme nicht mit dem Internet verbunden. Sicherheit konzentrierte sich daher auf physische Sicherheit, Netzwerksicherheit, das Einrichten von Berechtigungsprofilen und die Segregation of Duties. Heute jedoch sind die Systeme durch Angriffe verschiedenster Herkunft bedroht, wobei insbesondere Phishing- und Ransomware-Attacken Unternehmen aller Größenordnungen treffen.
Hacker benötigen nur ein einziges Sicherheitsloch, um Zugang zu zahlreichen Systemen und Datenbanken zu erlangen. Die Bedrohung wird allerdings geringer, wenn man die Datenbanken verschlüsselt. Angreifer können dann, selbst wenn sie die physische Ebene der Datenbank erreichen, keine für sie nutzbaren Daten auslesen, weil sowohl die Datenbank selbst als auch die Kommunikation zwischen Datenbank- und SAP-NetWeaver-Applikationsserver(n) verschlüsselt wird. Oracle Advanced Security (im Lieferumfang der SAP-ASFU-Lizenz enthalten) unterstützt zudem die Verschlüsselung kompletter Backups, sodass alle ruhenden wie auch alle in Übertragung befindlichen Daten geschützt sind.
Und was passiert, wenn die SAP-ECC-Systeme tatsächlich von einer Ransomware-Attacke betroffen sind? Ist Ihre SAP-ECC-Datenbank von Oracle und wurde ein Backup mit der Oracle Zero Data Loss Recovery Appliance (ZDLRA) erstellt, dann können Sie die Datenbank einfach aus der ZDLRA wiederherstellen. Da SAP ECC sämtliche Geschäftsdaten wie auch die Geschäftslogik (Abap/Konfigurationen) in der Datenbank speichert, stellt ZDLRA sicher, dass alle Informationen auch dann geschützt bleiben, wenn das produktive ECC-System kompromittiert wurde.
Weg in die KI-Zukunft ebnen
Künstliche Intelligenz beeinflusst heute alle Aspekte unserer IT-Systeme. Die SAP-ECC-Datenbanken sind ein wahrer Schatz an Geschäftsdaten, der mit den richtigen Tools und KI-Technologien nutzbar gemacht werden kann.
Oracle unterstützt Sie dabei, das volle Potenzial der Daten in Ihren bestehenden SAP-ECC-Oracle-Datenbanken auszuschöpfen – selbst dann, wenn Sie bereits ein neues Greenfield-ERP-System aufbauen. Verzichten Sie nicht auf die enormen Vorteile, die in Ihren SAP-ECC-Datenbanken verborgen liegen. Sprechen Sie mit unseren AI-Datenspezialisten, um die vielfältigen Möglichkeiten zu entdecken – von Generative AI über AI Services und GenAI-Lösungen für Datenplattformen bis hin zu AI-Infrastruktur.
ASFU vs. FU
(1) Für ASFU-Lizenzen ist ein fester Prozentsatz des SAP-Anwendungsvertrags zu entrichten, während die FU-Lizenz-Gebühren in der Regel nach der Anzahl der von der Datenbank genutzten Prozessoren/Kerne berechnet werden.
(2) Die ASFU-Datenbanken dürfen ausschließlich von SAP-ECC-/NetWeaver-Anwendungen genutzt werden, während die Daten in FU-Datenbanken auch für andere Anwendungen oder Drittanbieter-Tools zugänglich sind.
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