Mit SAP DM und SAP EWM auf Zukunft getrimmt


Die Automobilindustrie durchläuft derzeit einen tiefgreifenden Wandel, getrieben durch Faktoren wie Digitalisierung, Elektromobilität, Automatisierung und die zunehmende Bedeutung von Software in Fahrzeugen. Für traditionsreiche Zulieferer und Systempartner wie ElringKlinger gehören solche Umbrüche zum unternehmerischen Selbstverständnis.
Mit einem Umsatz von rund 1,8 Milliarden Euro (2024) entwickelt und fertigt der Automobilzulieferer für die Automobilindustrie unter anderem sehr begehrte Leichtbaulösungen, wichtige Komponenten für die Elektromobilität sowie Werkzeugtechnologien. Durch die stetig steigenden Anforderungen der Kundinnen und Kunden sowie immer kürzeren Produktlebenszyklen sah sich das Unternehmen allerdings zunehmend der Herausforderung gegenüber, Fertigung und Intralogistik noch schneller, flexibler und transparenter zu organisieren.
„Im Rahmen der Shape30-Unternehmensstrategie ist die Zielstellung, Grundlagen und Voraussetzungen für die Digitalisierung der Unternehmensprozesse zu schaffen“, erläutert Maximilian Krohmer, IT-Spezialist bei ElringKlinger. „Daher müssen wir unsere neue Systemlandschaft um moderne Fertigungs- und Logistiklösungen von SAP erweitern, um auch in diesen Bereichen noch mehr von den aktuellen Entwicklungen profitieren zu können.“

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„Durch das Zusammenspiel von EWM und DM haben wir eine zeitgemäße Fertigung und Intralogistik, die effektiver, transparenter und kundenzentrierter ist.“
Maximilian Krohmer,
IT-Spezialist,
ElringKlinger
Von Beginn an stand fest, dass die dazu vorgesehenen Einführungen von SAP Digital Manufacturing (SAP DM) und SAP Extended Warehouse Management (SAP EWM) nicht nur technische Projekte wären; vielmehr sollten sie die technologische Basis für neue, flexiblere Fertigungs- und Intralogistikprozesse sein. Um die neuen Lösungen einzuführen und darauf aufbauend neue Prozesse zu konzipieren, benötigte ElringKlinger allerdings noch einen passenden Partner.
Dieser sollte eine umfassende Expertise im Projektmanagement besitzen, sich mit den Lösungen von SAP exzellent auskennen und dazu in der Lage sein, die Implementierung nah am SAP-Standard im Rahmen der IT-Architektur des Unternehmens vorzunehmen. Dazu Maximilian Krohmer: „Die Lösungen von SAP sind mächtige und hochflexible Tools. Für uns stand daher fest: Wir benötigen einen Partner, der das ganze Spektrum abdeckt!“
Digitale Fabrik in zwei Schritten
Die Recherche nach dem passenden Match führte ElringKlinger zur Management- und IT-Beratung MHP. Diese überzeugte vor allem durch ihre langjährige Projekterfahrung sowie durch ihre holistische Herangehensweise, die sowohl technische als auch betriebswirtschaftliche Aspekte berücksichtigt.
Im Sommer 2023 erarbeitete das eigens dafür gebildete Projektteam aus beiden Unternehmen zunächst den künftigen Projektablauf und definierte dafür zwei zentrale Meilensteine:
Erstens: Das Roll-out von SAP DM, begleitet durch die Einführung neuer Fertigungsprozesse – zunächst im Werk Dettingen an der Erms.
Zweitens: Die Implementierung von SAP EWM samt Anbindung an SAP Digital Manufacturing im Werk Neuffen aufgrund von Kundenprojekten mit erhöhten Traceability-Anforderungen.
Bei der Einführung von SAP DM zielte das Projektteam vor allem darauf ab, die Mitarbeitenden auf dem Shopfloor zu entlasten, Fehlerquoten zu reduzieren und die Produktion transparenter zu gestalten. Zudem sollten papierbasierte Prozesse in Zukunft möglichst komplett entfallen, um so eine ökologisch nachhaltigere Fertigung zu ermöglichen.
SAP Digital Manufacturing
Um dies zu erreichen, stattete das Projektteam Arbeitsplätze mit modernen Terminals aus. Mitarbeitende können damit unter anderem Rückmeldungen erfassen und dort alle nötigen Informationen für den nächsten Produktionsschritt einsehen. Nach der Einführung von SAP EWM sollten sie darüber zudem Materialbereitstellungsanforderungen an die Intralogistik übermitteln können.
Das neue System ist auch für die Produktionsleitung ein großer Vorteil: Über Feedbackfunktionen zu Ausschüssen gewinnen sie eine deutlich bessere Übersicht über häufige Fehlerquellen. Für zusätzlich Datentransparenz sorgt darüber hinaus die enge Anbindung des Maschinenparks an SAP DM über OPC UA.
Shopfloor und Intralogistik
„Schon für sich genommen bietet SAP DM viele Vorteile. Kombiniert man es allerdings mit SAP EWM, werden auch bereichsübergreifende End-to-End-Prozesse möglich; in diesem Fall zwischen Produktion und Materialversorgung durch die Intralogistik“, betont Kai Roßnagel, Senior Manager SAP Production & Logistics bei MHP, die Vorzüge der verbundenen Lösungen.
Um dies zu erreichen, implementierte das Projektteam integrative Materialversorgungsprozesse, bei denen die Funktionen von SAP DM und SAP EWM engmaschig vernetzt sind – ein Beispiel:
Wenn die Werker die Produktion eines Produkts abgeschlossen haben, können sie über die integrierten Schnittstellen der Verpackungsanlage die Rückmeldung aus der Produktion anstoßen.
Durch die Anlagenintegration hat SAP Digital Manufacturing bereits alle Serialnummern der verpackten Produkte erfasst und eine eigene Handling-Unit-Nummer erzeugt.
Wird die Handling Unit systemseitig über die Anlagenschnittstelle abgeschlossen, erfolgt durch die Systemintegration die automatische Verbuchung im SAP EWM inklusive der automatischen Erstellung der Lageraufgabe. Die Logistik-Mitarbeiter erhalten auf ihren Handscannern automatisch diese Lageraufgabe zur Abholung und können diese direkt erledigen. Auch dabei unterstützt sie SAP EWM: etwa, indem es die exakten Abholorte sowie die Lagerplätze für die Einlagerung benennt.
„Durch das enge Zusammenspiel von SAP DM und SAP EWM entsteht so ein reibungsloser End-to-End-Prozess zwischen Lager und Produktion, der eine zügige Einlagerung sichert und eine einfache, bereichsübergreifende Abstimmung sowie hocheffiziente Fertigung ermöglicht“, beschreibt Kai Roßnagel das Ergebnis des integrativen Prozesses.
Ein großer Schritt nach vorn
Der Vergleich zu früher zeigt: Durch die Einführung einer neuen IT-Landschaft – aufbauend auf SAP ERP und den Erweiterungslösungen SAP DM und SAP EWM – verfügt ElringKlinger nun über eine hochflexible, leicht skalierbare und datenbasierte Fertigung samt zugehöriger Intralogistik. Der Verzicht auf Papier ist zudem ein wichtiger Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit im Unternehmen und einer CO2-neutraleren Produktion. Das Projekt zeigt eindrücklich, wie durch ein intelligentes Zusammenspiel mehrerer Systeme auch abteilungsübergreifende Prozessverbesserungen möglich sind. Und setzt damit ein klares Zeichen gegen hemmendes Silodenken.
Entsprechend zufrieden äußert sich Maximilian Krohmer: „Durch das intelligente Zusammenspiel von SAP EWM und SAP DM haben wir nun endlich eine zeitgemäße Fertigung und Intralogistik, die insgesamt deutlich effektiver, transparenter und kundenzentrierter ist als bisher. Gemeinsam mit MHP werden wir diesen Weg konsequent fortsetzen und das neue Konzept auch in unseren weiteren Werken umsetzen. Ich freue mich dabei schon sehr auf die kommende Zusammenarbeit.“
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