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E3-Roundtable: Cloud vs. On-prem. Ein SAP-Community-Diskurs über Public, Private und Hybrid Cloud.

29. April, 11:00 bis 12:00

Kostenlos

Der Weg in die Cloud gleicht für SAP-Bestandskunden einer erzwungenen Reise ohne Rückfahrkarte, bei der der ERP-Konzern aus Walldorf die Route diktiert, obwohl die Realität in den Rechenzentren oft eine gänzlich andere Sprache spricht. Während SAP-Chef Christian Klein unermüdlich das Mantra „Cloud Only“ predigt und die Zukunft des Konzerns fast ausschließlich in der Public Cloud sieht, halten Anwender oft an ihren bewährten On-prem-Festungen fest, da diese Stabilität und Kontrolle garantieren. Die Diskrepanz ist offensichtlich: SAP versucht, Kunden mit Marketing-Vehikeln wie Rise with SAP“aus dem Eigentum ihrer Lizenzen in ein Mietmodell zu drängen, das Autonomie über Wartungszyklen raubt und in einen Vendor-Lock-in ohne klare Exit-Strategie führt. Technisch entpuppt sich dieser Cloud-Zwang oft als bloßes „Lift and Shift“, bei dem alte Altlasten lediglich auf die Server der Hyperscaler verlagert werden, statt echte architektonische Modernisierung zu bieten. Die Drohung des SAP-Vorstands, essenzielle Innovationen wie künstliche Intelligenz oder den Green Ledger künftig exklusiv Cloud-Kunden vorzubehalten, wirkt dabei weniger als technologischer Anreiz denn als strategische Nötigung, die das Vertrauen in die Partnerschaft erschüttert. Doch für viele bleibt das eigene Rechenzentrum – oder zumindest eine Private Cloud unter eigener Kontrolle – der einzig akzeptable Ort für geschäftskritische Daten und Prozesse, die nicht durch externe Wartungsfenster gestört werden dürfen. Die einzig sinnvolle Antwort auf dieses Dilemma lautet daher nicht „Cloud Only“, sondern Hybrid. Viele SAP-Bestandskunden benötigen zwingend die Flexibilität, sensible Kerndaten lokal zu schützen und gleichzeitig selektiv skalierbare Cloud-Services anzubinden,. Selbst SAP-Vorstand Thomas Saueressig warnte vor einer „Frankenstein-Architektur“, wenn man moderne KI mit veralteter On-prem-Technik verkabelt, übersieht dabei aber, dass genau diese hybriden Szenarien die Realität der Kunden abbilden. In diesem Spannungsfeld avanciert die „souveräne Cloud“ zum Rettungsanker für Compliance-Anforderungen. SAP hat erkannt, dass europäische Kunden Garantien benötigen, dass ihre Daten den Rechtsraum nicht verlassen und vor Zugriffen durch den US Cloud Act geschützt sind. Investitionen in souveräne Cloud-Angebote oder Partnerschaften zeigen, dass SAP hier reagiert, um die digitale Souveränität zu wahren und Kunden eine Wahlmöglichkeit jenseits der US-Hyperscaler zu bieten. Doch kritisch betrachtet wirkt dies oft wie ein verspätetes Eingeständnis, dass die bedingungslose Umarmung der US-Hyperscaler für den europäischen Markt blauäugig war. Die beste ERP-Architektur für S/4 Hana ist demnach keine dogmatische Entscheidung für die Public Cloud, sondern ein pragmatischer, hybrider Ansatz, der die Stabilität des On-prem-Kerns mit der Agilität der Cloud verbindet und die Hoheit über die Daten beim Kunden belässt.

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