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AI eats Software: Was das für die SAP-Welt heißt

Die These „AI eats Software“ erreicht die SAP-Welt – wird aber häufig falsch gelesen. Nicht das ERP steht zur Disposition, sondern die Logik seiner Nutzung. Für SAP-Anwender beginnt damit eine neue Phase der Transformation.
Ulrich Faisst, All for One Group
4. Mai 2026
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Die Debatte um AI eats Software wird oft als Generalangriff auf Unternehmenssoftware gelesen. Doch sie zielt nicht auf den ERP-Kern, sondern auf die Schicht darüber – Benutzeroberflächen, Workflows und Add-ons. Auf jene Bereiche, über die Software bislang genutzt und monetarisiert wurde. Agentic AI verschiebt diese Logik grundlegend. Prozesse werden nicht mehr über Masken und manuelle Klickfolgen angestoßen, sondern direkt auf Daten- und Logikebene ausgeführt. Für SAP-Systeme ist das keine Verdrängung, sondern eine funktionale Aufwertung. Mit dem Bedeutungsverlust der Interaktionsschicht gewinnt der ERP-Kern an Gewicht. Systeme wie S/4 bleiben das System of Record – als Instanz für konsistente Daten, klare Berechtigungen und revisionssichere Prozesse. Diese Funktion wird durch KI nicht ersetzt, sondern verstärkt. Je mehr Prozesse KI-Agenten automatisieren, desto größer wird die Abhängigkeit von der Qualität der zugrunde liegenden Daten- und Prozesslandschaft. Fehlerhafte Stammdaten, inkonsistente Logiken oder gewachsene Sonderlösungen wirken dann nicht mehr punktuell, sondern systemisch. Das ERP wird damit nicht obsolet. Es verschiebt seine Funktion: weg von der operativen Arbeitsoberfläche, hin zur stabilen Ausführungsbasis. 

Von Seats zu Execution

Es verändert sich die Logik, nach der Software bewertet wird. Traditionell orientiert sich der Wert an der Nutzerzahl. Lizenzen werden pro Seat vergeben, Effizienz wird über Nutzung gemessen. Bei autonomen Systemen stößt diese Logik an Grenzen. Denn Agenten arbeiten direkt in den Prozessen: Sie analysieren Daten, erkennen Abweichungen und stoßen Entscheidungen an. Sie belegen keinen Seat. Der ökonomische Fokus verschiebt sich von Nutzung zu Ausführung. Entscheidend ist nicht mehr die Zahl der Menschen, die ein System bedienen, sondern wie stabil, effizient und nachvollziehbar Prozesse automatisiert ablaufen. Es verändern sich die Steuerungsgrößen: Automatisierungsgrad, Durchlaufzeiten, Fehlerquoten und die Qualität automatisierter Entscheidungen rücken in den Fokus. Das stellt klare Anforderungen an Architektur und Steuerung. KI-Agenten benötigen stabile Schnittstellen, konsistente Daten und klar definierte Prozesse. Viele ERP-Landschaften sind darauf nicht vorbereitet: gewachsene Systeme, umfangreiche Eigenentwicklungen, fragmentierte Daten verteilt über ERP, CRM und Produktionssysteme. Clean Core entwickelt sich vom Modernisierungsthema zur Betriebsvoraussetzung. Entscheidend sind auch offene Architekturen. Die Dynamik im Modellmarkt ist enorm. Modellagnostik wird zum zentralen Architekturprinzip. Governance rückt ins Zentrum. Welche Aufgaben darf ein autonomes System eigenständig ausführen? Wo bleibt menschliche Kontrolle zwingend? Entscheidungen und Prozessschritte müssen erklärbar und auditierbar bleiben. Governance wird zur dauerhaften Managementaufgabe.

Vom Projekt zum souveränen Betrieb

Die Herausforderung ist nicht mehr die Einführung moderner SAP-Systeme, sondern deren souveräner Betrieb. Integration, Datenqualität, Governance und Modellsteuerung müssen kontinuierlich überwacht und weiterentwickelt werden. So verschiebt sich der Fokus der SAP-Partner: weg von UI-naher Umsetzung, hin zu belastbaren Daten- und Prozessarchitekturen als Steuerungsfundament. Betriebsmodelle wie Managed Cloud Services verändern sich. Sie werden operative Steuerungsebene für komplexe, autonome Systeme – mit Monitoring, Eingriffslogik und klar definierten Autonomiegrenzen. AI eats Software beschreibt nicht das Ende des ERP, sondern den Übergang in eine neue Phase. Nach der Migration in die Cloud und Standardisierung rückt der Betrieb in den Mittelpunkt: stabile Daten, integrierte Prozesse und kontrollierte Autonomie. ERP bleibt das Fundament. Die Frage lautet nicht, ob SAP durch KI ersetzt wird, sondern wie Unternehmen ihre ERP-Landschaft so aufstellen, dass autonome Systeme darauf verlässlich, kontrollierbar und wirtschaftlich arbeiten können. (Quelle:
All for One Group)

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Ulrich Faisst, All for One Group

Chief Technology Officer, All for One Group


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Die Arbeit an der SAP-Basis ist entscheidend für die erfolgreiche S/4-Conversion. 

Damit bekommt das sogenannte Competence Center bei den SAP-Bestandskunden strategische Bedeutung. Unhabhängig vom Betriebsmodell eines S/4 Hana sind Themen wie Automatisierung, Monitoring, Security, Application Lifecycle Management und Datenmanagement die Basis für den operativen S/4-Betrieb.

Zum vierten Mal bereits veranstaltet das E3-Magazin in Salzburg einen Summit für die SAP-Community, um sich über alle Aspekte der S/4-Hana-Basisarbeit umfassend zu informieren.

Veranstaltungsort

FourSide Hotel Salzburg,
Trademark Collection by Wyndham
Am Messezentrum 2, 5020 Salzburg, Österreich
+43-662-4355460

Veranstaltungsdatum

Mittwoch, 10. Juni, und
Donnerstag, 11. Juni 2026

Nur KI-Erlebnisworkshop am 11. Juni 2026 (limitierte Plätze)
Bonus: Zugang zu allen Vorträgen am 11. Juni 2026

Reguläres Ticket

Vorträge, Abendveranstaltung und je Verfügbarkeit der KI-Workshop am 11. Juni 2026
Die Plätze beim KI-Erlebnisworkshop sind limitiert und eine Anmeldung ist erforderlich.

Abonnenten des E3-Magazins Ticket

ermäßigt mit Promocode CCAbo26

Studierende*

ermäßigt mit Promocode CCStud26.
Studiennachweis bitte per Mail an office@b4bmedia.net senden.
*Die ersten 10 Tickets sind für Studierende kostenfrei. Versuchen Sie Ihr Glück! 🍀
EUR 305 exkl. USt.
EUR 590 exkl. USt.
EUR 390 exkl. USt.
EUR 290 exkl. USt.

Veranstaltungsort

Hotel Hilton Heidelberg
Kurfürstenanlage 1
D-69115 Heidelberg

Veranstaltungsdatum

Mittwoch, 22. April und
Donnerstag, 23. April 2026

Tickets

Nur KI-Erlebnisworkshop am 23. April 2026 
Bonus: Zugang zu allen Vorträgen am 23. April 2026
Reguläres Ticket
22. April 2026: Vorträge und Abendveranstaltung
23. April 2026: Vorträge und KI-Workshop
EUR 305 exkl. USt
EUR 590 exkl. USt
Abonnenten des E3-Magazins
ermäßigt mit Promocode STAbo26
EUR 390 exkl. USt
Studierende*
ermäßigt mit Promocode STStud26.
Studiennachweis bitte per Mail an office@b4bmedia.net senden.
EUR 290 exkl. USt
*Die ersten 10 Tickets sind für Studierende kostenfrei. Versuchen Sie Ihr Glück! 🍀
Veranstalter ist das E3-Magazin des Verlags B4Bmedia.net AG. Die Vorträge werden von einer Ausstellung ausgewählter SAP-Partner begleitet. Der Ticketpreis beinhaltet den Besuch aller Vorträge des Steampunk und BTP Summit 2026, den Besuch des Ausstellungsbereichs, die Teilnahme an der Abendveranstaltung sowie die Verpflegung während des offiziellen Programms. Das Vortragsprogramm und die Liste der Aussteller und Sponsoren (SAP-Partner) wird zeitnah auf dieser Website veröffentlicht.