SAP Anwendervereine: Der Offenbarungseid


Die Ergebnisse der Bestandsaufnahme offenbaren Schlimmes: Public Cloud ist kein akzeptiertes Betriebsmodell, denn die überwiegende Mehrheit der SAP-Anwender bevorzugt On-prem oder hybride Modelle. Das seit einiger Zeit prognostizierte Nebeneinander von On-prem- und Cloud-Lösungen hat die DSAG-Umfrage bestätigt: Viele Unternehmen setzen auf hybride Szenarien oder planen diese, und das wird bis auf Weiteres so bleiben, meint auch DSAG-Chef Jens Hungershausen.
Zum Jahresende 2025 ist es für SAP-Chef Christian Klein schlecht gelaufen: Die SAP-Systemlandschaften sind vorwiegend hybrid und mit der neuen Business Suite ist bislang erst ein Drittel der vom Anwenderverein DSAG Befragten vertraut. Die SAP-Kommunikation hat versagt und Public Cloud ist eine Randerscheinung.
Das Ergebnis der DSAG-, ASUG-, UKISUG- und JSUG-Umfrage: Hybride Szenarien bestimmen das Bild. Laut dieser gemeinsamen Umfrage von SAP-Anwendergruppen in Nordamerika, Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie Großbritannien und Japan nutzen mehr als zwei Drittel aller Befragten Cloud-Lösungen für Unternehmensanwendungen, Workloads oder die Speicherung von Daten. Aber die eingesetzten SAP-Systemlandschaften sind vorwiegend hybrid – sie bestehen also aus On-prem- und Cloud-Lösungen.

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„In Richtung Cloud muss SAP attraktive Wege zu einer modularen Clean-Core-Landschaft aufzeigen.“
Jens Hungershausen,
Vorstandsvorsitzender,
DSAG
Cloud ist nicht gleich Cloud: Die SAP-Community scheint sich mit differenziertem Blick dem Thema Cloud zu widmen. Hyperscaler scheinen mit ihrem Storage- und KI-Angebot richtig zu liegen und sie nutzen die Gunst der Stunde. SAP hingegen tut sich schwer, die Vorteile eines Vendor-Lock-ins durch die Public Cloud und eines dominierenden End-to-End-Systems wie der neuen SAP Business Suite zu rechtfertigen.
Cloud ja, SAP nein
Das Ergebnis der DSAG-Umfrage 2025 ist für SAP-Chef Christian Klein eine bittere Pille: Sehr wahrscheinlich hat SAP den Anstoß für ein allgemeines Cloud Computing unter den Bestandskunden gegeben, der ERP-Konzern kann aber selbst davon kaum profitieren. Wie der Anwenderverein DSAG meldete, ist die Verbreitung von Cloud-Lösungen in der SAP-Community hoch. Dazu gehören aber auch Anwendungen von Microsoft, IBM, Workday, Oracle, Salesforce, Google und AWS.
76 Prozent der befragten DSAG-Mitglieder setzen aktuell Cloud-Lösungen für Unternehmensanwendungen, Workloads oder die Speicherung von Daten ein. „Im internationalen Vergleich sehen wir, dass die Cloud-Nutzung auch bei unseren Mitgliedern stetig zunimmt – wenn auch mit anderer Dynamik als etwa in den USA. Die DACH-Region zeichnet sich durch gewachsene On-premises-Landschaften, hohe Anforderungen an Datenschutz und ein starkes Bewusstsein für Investitionssicherheit aus. Das erklärt die vorsichtigere, aber dafür nachhaltige Herangehensweise vieler Unternehmen an die Cloud-Transformation“, sagt Jens Hungershausen angesichts der für SAP wenig schmeichelhaften Zahlen.
Von der Verlagerung von Workloads oder der Speicherung von Daten in den Cloud-Systemen der Hyperscaler kann SAP nicht profitieren. SAP-Bestandskunden, die mit den eigenen ERP-Lizenzen in die Cloud gehen, sind für SAP verloren. Nur das Unterschreiben eines Rise-with-SAP-Vertrags bringt die Anwender in den gewünschten Vendor-Lock-in und SAP selbst eine wahrscheinliche Umsatzsteigerung um das Drei- bis Vierfache, wie SAP-Chef Christian Klein auf der Hauptversammlung 2025 auf Anfrage eines Aktionärs erklärte. Für SAP ist Rise ein Lotto-Jackpot. Für einen SAP-Bestandskunden eine Reise ohne Wiederkehr und ohne Cloud-Exit.
Der Weg in die Cloud, insbesondere über das kommerzielle Vehikel Rise with SAP, gleicht für viele Bestandskunden einer strategischen Einbahnstraße, an deren Ende der Cloud-Exit als ungelöstes Risiko droht. Die Kernproblematik liegt in der vertraglichen Metamorphose des Kunden vom Lizenzeigentümer zum bloßen Mieter. Im Zuge der Transformation und der Anwendung des Full-Use-Equivalent-Modells (FUE) geben Unternehmen häufig ihre dauerhaften On-prem-Nutzungsrechte auf und tauschen diese gegen temporäre Cloud-Subskriptionen ein. Dieser Verlust der Autonomie wiegt schwer, denn eine native Exit-Strategie seitens der SAP, die eine Rückkehr in die On-prem-Welt oder einen reibungslosen Wechsel zu einem anderen Provider unter Mitnahme der funktionellen Logik ermöglicht, existiert faktisch nicht.

Funktionsübersicht der SAP Business Data Cloud mit Datasphere, Analytics Cloud, Data Warehouse und SAP Databricks.
Cloud-Exit-Strategie
Experten aus der SAP-Community verweisen darauf, dass ein bloßer Download der Datenbank nach Vertragsende wertlos ist, da ohne die proprietäre SAP-Softwarelizenz die betriebswirtschaftliche Logik und Interpretierbarkeit der Daten verloren gehen – Daten ohne Algorithmen haben keinen Wert. Hier hakt der Anwenderverein DSAG ein und fordert seit Langem verbindliche Szenarien für den Ausstieg. Die Anwendervertreter betonen, dass Rise keine Sackgasse sein darf und transparente Prozesse für den Schritt von der Kauflizenz in die Subscription – und gegebenenfalls zurück – vertraglich fixiert sein müssen. Die Sorge ist begründet: Scheitert die Cloud-Transformation oder werden die Kosten untragbar, steht der Kunde ohne alte Lizenzen da und ist dem Preisdiktat bei Vertragsverlängerungen schutzlos ausgeliefert.

Wie gut kennen Sie sich anhand des Diagramms, siehe Seitenanfang, mit der SAP Business Data Cloud aus? n=274. Quelle: DSAG
In dieses Vakuum stößt der EU Data Act als regulatorisches Korrektiv. Die Verordnung zielt darauf ab, den „Vendor-Lock-in“ aufzubrechen, indem sie Anbieter von Datenverarbeitungsdiensten gesetzlich verpflichtet, alle kommerziellen, technischen und organisatorischen Hindernisse für einen Anbieterwechsel zu beseitigen. Juristisch relevant ist die Pflicht, Wechselentgelte („Switching Charges“) schrittweise abzuschaffen, sodass diese ab Januar 2027 gänzlich unzulässig sind. Zudem müssen Anbieter funktionelle Äquivalenz bei IaaS und Interoperabilität bei SaaS durch offene Schnittstellen gewährleisten, um die Datenportabilität zu sichern.
Obwohl der Data Act somit einen Rechtsanspruch auf den Cloud-Exit statuiert, bleibt die technische Realität im SAP-Kontext komplex. Die juristische Pflicht zur Herausgabe von Daten löst noch nicht das Lizenzproblem der fehlenden Applikationslogik nach Vertragsende. SAP wird zwar durch die Regulierung gezwungen sein, Exit-Klauseln in die AGBs aufzunehmen, doch für den Bestandskunden bleibt das Risiko bestehen, dass die Daten im reinen Exportformat operativ nutzlos sind. Eine valide Exit-Strategie erfordert daher oft den Erhalt von „Notfall-Lizenzen“ oder den Einsatz spezialisierter Data-Retention-Lösungen, die Daten losgelöst vom SAP-System rechtskonform archivieren.
Nur 10 Prozent der DSAG-Mitglieder (ASUG: 21 Prozent, UKISUG: 15 Prozent, JSUG: 24 Prozent) sind der Meinung, dass die Rise- und Grow-Journeys ihren Schritt in die Cloud grundsätzlich verbessern (siehe Cloud-Exit) oder beschleunigen werden. Das erscheint als Wunsch an einen zukünftigen Releasewechsel, ganz nach dem Motto: Die Hoffnung stirbt zuletzt. Ein strukturiertes Cloud-Angebot soll die SAP-Bestandskunden dabei unterstützen, schrittweise ihre Landschaften zu modernisieren.
Auch wenn vereinzelte SAP-Ankündigungen bereits kleine Anreize auf dem Weg in die Cloud schaffen, so braucht es nach Meinung des Anwendervereins DSAG noch mehr Initiativen, um den wirklichen Weg in die Cloud zu beschleunigen. Viele Unternehmen betreiben mit S/4-On-prem noch hochindividualisierte Systeme. „Damit sich mehr Kunden aktiv in Richtung Cloud bewegen, muss SAP attraktive Wege zu einer modularen Clean-Core-Landschaft aufzeigen“, erklärt DSAG-Chef Jens Hungershausen.
Systemlandschaften
Befragt nach den aktuell eingesetzten SAP-Systemlandschaften, sind 78 Prozent der DSAG-Mitglieder mit hybriden On-prem- und Cloud-Lösungen unterwegs (ASUG: 49 Prozent, UKISUG: 56 Prozent, JSUG: 55 Prozent). Auf die Private Cloud setzen nur 7 Prozent der DSAG-Mitglieder (ASUG: 23 Prozent, UKISUG: 14 Prozent, JSUG: 10 Prozent). Die Public Cloud ist lediglich bei 1 Prozent der DSAG-Mitglieder Favorit, aber nicht operativ (ASUG/JSUG: 4 Prozent, UKISUG: 8 Prozent). Damit fällt das Bekenntnis zu einer zukünftigen Public-Cloud-Nutzung unter die statistische Schwankungsbreite.

Welche der folgenden Umgebungen beschreibt Ihre aktuelle Systemlandschaft am besten?
n=274. Quelle: DSAG
Fazit: Public Cloud wird in der SAP-Community de facto nicht existent sein! Einen Mix aus Private und Public Cloud bevorzugen laut der DSAG-Studie nur 7 Prozent (ASUG: 24 Prozent, UKISUG: 17 Prozent, JSUG: 27 Prozent). „Die Zurückhaltung der Unternehmen bei der Public Cloud liegt u. a. an der Komplexität bestehender Kundenlandschaften, der Befürchtung, Systemanpassungen und eingespielte Funktionen zu verlieren, und nicht zuletzt auch an den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, wodurch einige am Return on Investment zweifeln.
Und schließlich spielt auch die potenzielle Abhängigkeit von einem Anbieter eine wichtige Rolle bei den Überlegungen“, fasst Jens Hungershausen zusammen. Möglicherweise von einem Anbieter wie SAP abhängig zu sein, beunruhigt die Hälfte der DSAG-Mitglieder (ASUG: 21 Prozent, UKISUG: 33 Prozent, JSUG: 29 Prozent). Hinzu kommen Bedenken hinsichtlich des fehlenden internen Know-hows oder der Cloud-Readiness bei 27 Prozent der DSAG-Mitglieder (ASUG: 18 Prozent, UKISUG: 22 Prozent, JSUG: 27 Prozent).
Das fehlende Investment von SAP in eine CCoE-Struktur (Customer Center of Expertise) und in eine Cloud-Exit-Struktur beginnt sich nun als schwerwiegender Fehler zu entwickeln. Somit erscheint es folgerichtig, dass S/4-On-prem bei 55 Prozent der DSAG-Mitglieder im Einsatz ist (ASUG: 28 Prozent, UKISUG: 23 Prozent, JSUG: 18 Prozent). Auch bei der zukünftigen Planung des S/4-Hana-Einsatzes liegt On-prem mit 31 Prozent vorn (ASUG: 15 Prozent, UKISUG: 10 Prozent, JSUG: 6 Prozent).
S/4 Hana als Private Cloud Edition nutzen aktuell nur 18 Prozent der befragten SAP-Bestandskunden (ASUG: 33 Prozent, UKISUG: 18 Prozent, JSUG: 44 Prozent). Der momentane operative S/4-Public-Cloud-Einsatz ist vergleichsweise gering vertreten, nur 4 Prozent der hier befragten DSAG-Mitglieder nutzen bislang diese Option (ASUG: 10 Prozent, UKISUG: 10 Prozent, JSUG: 13 Prozent) – zukünftig werden noch weniger Anwender das allgemeine Public-Cloud-Angebot von SAP nutzen, siehe oben.

Wo setzen Sie SAP S/4 Hana ein oder planen Sie den Einsatz (Mehrfachauswahl möglich)?
n=274. Quelle: DSAG
Geplant ist der Private-Cloud-Einsatz von S/4 Hana bei 35 Prozent (ASUG: 50 Prozent, UKISUG: 35 Prozent, JSUG: 28 Prozent). Mit der S/4-Public-Cloud planen 7 Prozent der DSAG-Mitglieder (ASUG: 11 Prozent, UKISUG: 10 Prozent, JSUG: 16 Prozent). Die Zurückhaltung der DACH-Unternehmen beim Thema Cloud ist nach Meinung des Anwendervereins DSAG eher kultureller und struktureller als technischer Natur.
Datenschutz und Security
Das ausgeprägte Datenschutzbedürfnis in der DACH-Region und damit verbundene Bedenken aufgrund möglicher Zugriffe, z. B. auf Daten, die bei US-amerikanischen Hyperscalern lagern, spielen bei den Überlegungen eine Rolle. In Zahlen liest sich das laut Umfrage wie folgt: 45 Prozent der DSAG-Mitglieder (ASUG: 52 Prozent, UKISUG: 47 Prozent, JSUG: 31 Prozent) haben beim Betrieb von zentralen SAP-Workloads und -Anwendungen in der Public Cloud Sicherheits- und Datenschutzbedenken.
Einen Verlust von Systemanpassungen und Funktionen fürchten 63 Prozent im DACH-Raum (ASUG: 36 Prozent, UKISUG: 58 Prozent, JSUG: 49 Prozent). Trotz SAP BTP (Business Technology Platform) erscheint den DSAG-Mitgliedern die Chance auf Modifikationen in der Public Cloud als zu gering. Die DSAG-Umfrage hat gezeigt, dass sich 43 Prozent der Mitglieder mehr Flexibilität bei der Wahl der Bereitstellungsmodelle, also Private Cloud, Public Cloud oder On-prem, wünschen (ASUG: 32 Prozent, UKISUG: 36 Prozent, JSUG: 37 Prozent).
Dieses Ergebnis spiegelt die Forderung des Anwendervereins DSAG nach einem offenen, standardisierten und flexiblen Bereitstellungsmodell für die Public und Private Cloud wider. „Die Kunden benötigen echte Wahlfreiheit und müssen selbst entscheiden können, ob sie ihre Systeme on-premises, in der Private Cloud oder der Public Cloud betreiben wollen. SAP muss dafür die Voraussetzungen schaffen, mit transparenten und skalierbaren Lizenz- und Kostenmodellen sowie klaren Migrationspfaden“, wiederholt Jens Hungershausen eine zentrale DSAG-Forderung vom Jahreskongress 2025 in Bremen.
SAP-Lizenzen und PKL
Kommunikationsbemühungen braucht es aus Sicht der Bestandskunden bezüglich der Lizenz- und Preismodelle der Business Suite. In den vergangenen Monaten waren die SAP-Kommunikation und das SAP-Marketing nicht präsent. Beobachter der SAP-Community sind sich weitgehend einig, dass SAP die alte Marketingregel „Tue Gutes und rede darüber“ vernachlässigt. SAP schweigt und 70 Prozent der DSAG-Mitglieder bemängeln Wissenslücken im Bereich Suite-Roadmap und Maintenance (ASUG: 39 Prozent, UKISUG: 61 Prozent, JSUG: 68 Prozent). „Auch wenn die neue Business Suite verhältnismäßig kurz am Markt ist, ist das für die DACH-Region ein hoher Wert. Da müssen wir als DSAG gemeinsam mit SAP noch deutlich bessere Aufklärungsarbeit leisten“, fordert und hofft Jens Hungershausen.
Konkret fehlen der Hälfte der DSAG-Mitglieder Informationen zur langfristigen Roadmap und den Support-Zeitachsen (ASUG: 40 Prozent, UKISUG: 54 Prozent, JSUG: 35 Prozent). Vertraut mit der neu gestalteten Business Suite ist nur ein Drittel der Teilnehmer der Anwenderumfrage (ASUG: 22 Prozent, UKISUG: 27 Prozent, JSUG: 18 Prozent). Als einigermaßen vertraut sehen sich 31 Prozent der DSAG-Mitglieder (ASUG: 28 Prozent, UKISUG: 37 Prozent, JSUG: 29 Prozent). Wenig und überhaupt nicht vertraut sind 35 Prozent der DSAG-Befragten (ASUG: 51 Prozent, UKISUG: 36 Prozent, JSUG: 53 Prozent).
Auch bei jüngeren SAP-Produkten haben das Marketing und die Kommunikation versagt: Befragt nach dem Wissen über die Business Data Cloud (BDC), gaben nur 15 Prozent an, damit vertraut zu sein (ASUG: 17 Prozent, UKISUG: 19 Prozent, JSUG: 11 Prozent). Einigermaßen vertraut ist im deutschsprachigen Raum lediglich die Hälfte der Umfrageteilnehmer (ASUG: 61 Prozent, UKISUG: 53 Prozent, JSUG: 66 Prozent). Gar nicht vertraut mit BDC sind 31 Prozent (ASUG: 22 Prozent, UKISUG: 30 Prozent, JSUG: 22 Prozent). Bei den Wissenslücken über die Business Data Cloud belegen die ersten drei Plätze die Integrationsfähigkeit, die Lizenz- und Preismodelle sowie die Unterschiede zu früheren SAP-Datenlösungen. Viele Unternehmen haben noch zu wenig Orientierung bei der Business Data Cloud.

Die SAP Business Suite und der digitale Arbeitsplatz bilden eine harmonisierte, intelligente und kontinuierlich integrierte Umgebung.
BDC und BTP mit vielen Fragen
Das heißt für das SAP-Marketing und die Kommunikationsabteilungen konkret: Die Business Data Cloud muss verständlich, zugänglich und offen gestaltet sein, damit alle SAP-Bestandskunden, sowohl in der Cloud als auch On-prem, davon profitieren können. Es darf keine Abhängigkeit von einzelnen kommerziellen Konstrukten geben und es braucht noch eine klarere Kommunikation und mehr Informationen von SAP über Voraussetzungen und den konkreten Nutzen der Lösung. „Nur so kann die Business Data Cloud zu einem echten Mehrwert für die gesamte SAP-Kundenbasis werden“, fasst Hungershausen zusammen.

Wie gut kennen Sie sich anhand des Diagramms auf dieser Seite (oben) mit der neu gestalteten SAP Business Suite aus? n=274. Quelle: DSAG
Die Cloud-Lösungen im Allgemeinen (Microsoft, Workday, IBM, Oracle, Salesforce etc.) sind weiter auf dem Vormarsch. Auch das seit einiger Zeit prognostizierte Nebeneinander von On-prem- und Cloud-Lösungen hat die Anwenderumfrage bestätigt: Die Umfrage unter den SAP-Anwendergruppen aus der DACH-Region, den USA, Großbritannien und Japan zeigt: Die SAP-Cloud-Strategie wurde von CEO Christian Klein an die Wand gefahren und das SAP-Marketing und die Kommunikationsabteilungen haben versagt. Kaum ein SAP-Bestandskunde weiß Bescheid über Business Data Cloud und die neue SAP Business Suite sowie zukünftige Support- und Betriebsmodelle.
Offensichtlich sehen Finanzanalysten die prekäre Lage von SAP ähnlich wie der Anwenderverein DSAG: Der SAP-Aktienkurs lag zu Beginn 2026 unter 200 Euro, nach einem Allzeithoch von etwa 275 Euro im vergangenen Jahr. Die Umfrage wurde im Juli und August 2025 unter den SAP-Anwendergruppen aus DACH, USA, Großbritannien, Japan und Australien durchgeführt. Aus der DACH-Region wurden 274 Teilnehmende registriert. 80 Prozent davon haben ihren Hauptsitz in Deutschland. Die Top 5 der vertretenen Branchen bilden der Maschinen-, Geräte- und Komponentenbau, gefolgt von der Versorgungswirtschaft und dem öffentlichen Sektor. Auf Rang vier folgen die professionellen Dienstleistungen vor den Finanzdienstleistungen.





