Gute Gründe für die SAP Business Suite


Mit der SAP Business Suite entsteht ein übergeordneter strategischer Rahmen für alle Cloud-Lösungen des -Unternehmens – inklusive SAP S/4 Hana Cloud, SAP SuccessFactors, SAP Ariba, SAP Customer Experience und SAP Business Network. Ziel ist eine nahtlose Integration dieser Systeme zu einer modernen, einheitlichen Business-Plattform für das digitale Unternehmen.
E3-Magazin: Was sind Gründe, sich jetzt für die SAP Business Suite zu entscheiden?
Manuel Sedlak, Nagarro: Unternehmen werden natürlich auch von dem getrieben, was aktuell auf dem Markt passiert, sprich künstlicher Intelligenz und allem, was dazugehört. Das funktioniert aber nur, wenn man eine sinnvolle Datenbasis hat – dann entsteht ein ganzheitlicher Blick auf das Unternehmen. Genau hier kommt die SAP Business Suite ins Spiel, die alles zusammenführt. Wer sich dafür entscheidet, sollte sich im Idealfall alles aus einer Hand holen.
E3: Wodurch zeichnet sich die SAP Business Suite aus?
Sedlak: Ein Vorteil ist, dass Produkte über Schnittstellen ganzheitlich in der Business Suite integriert sind, auf die gleichen Stammdaten zugreifen und sie (trotzdem) modular aufgebaut ist. Das heißt, der Kunde kann sich genau das raussuchen, was er braucht. Den Kern bildet in der Regel das ERP-System oder aber auch SAP S/4 Hana Public oder Private Cloud. Dieser Kern wird operativ ergänzt durch spezialisierte Cloud-Lösungen wie SAP Salescloud, SAP Concur, SAP SuccessFactors und SAP Ariba. Erweitert wird diese Landschaft durch die SAP Business Data Cloud als zentrale Datenplattform für KI- und Analytics-Anwendungen. Durch weitere Lösungen für Servicemanagement, Fertigung oder Logistics ist sie leicht um branchenspezifische Anforderungen ergänzbar und kann gezielt erweitert und ausgeprägt werden.
E3: Wie gelingt der Aufbau der Business Suite und wie leicht ist sie in die Gesamtarchitektur zu integrieren?
Sedlak: Der Aufbau der SAP Business -Suite erfolgt in der Regel schrittweise. Unternehmen starten meist mit dem Cloud ERP als digitalem Kern und ergänzen dieses anschließend um weitere Lösungen. Entscheidend ist dabei ein klares Architekturzielbild, das Prozesse, Anwendungen und Daten zusammenführt. Die Integration selbst ist heute deutlich einfacher als früher, da viele Komponenten der Suite bereits standardisiert miteinander arbeiten. Über die SAP Business Technology Platform, standardisierte APIs und gemeinsame Datenmodelle lassen sich die Systeme zu einer durchgängigen End-to-End-Architektur verbinden.
E3: SAP hat mit der neuen Business Suite ein ganzheitliches Zielbild für zukünftige SAP- beziehungsweise IT-Architekturen in der Cloud vorgegeben. Wie würden Sie dieses Zielbild aus Ihrer Sicht beschreiben?
Sedlak: Aus meiner Sicht beschreibt die SAP Business Suite vor allem ein strate-gisches Zielbild für moderne Unternehmens-IT: eine integrierte Plattform, auf der Geschäftsprozesse, Daten und KI zusammenwirken. Statt vieler isolierter Einzellösungen entsteht eine durchgängige digitale Prozesslandschaft mit einer gemeinsamen Datenbasis. Dieses Zielbild geht über reine Systemintegration hi-naus: Es schafft durchgängige Unternehmensprozesse, eine konsistente Datenbasis und damit die Voraussetzung für datengetriebene Entscheidungen und KI-gestützte Innovationen.

“KI wird den Dienstleistungsmarkt stärker
revolutionieren, als Industrie 4.0 es je getan hat.”
Manuel Sedlak,
Global Head of SAP Cloud ERP,
Nagarro
E3: Wichtig ist, zu prüfen, wo noch Ballast mit in die Cloud übernommen wird und wie ein gezielter Clean-Core-Ansatz neue Ressourcen freisetzen kann. Wonach sollten Unternehmen diese Entscheidung treffen?
Sedlak: Beim ERP gibt es zwei grundlegende Lösungen: die Public Cloud und die Private Cloud. Die Private Cloud ist vergleichbar mit früheren On-Prem-Systemen, die Unternehmen deutlich mehr Flexibilität für individuelle Anpassungen bieten. Bislang war es hier auch möglich, Altlasten wie Programmierungen und Codings zu übernehmen. In der Public Cloud war das nie möglich – man musste sie modernisieren, sprich Applikationen umbauen und in eine moderne Architektur bringen, um letztendlich dem Clean-Core-Gedanken gerecht zu werden. Spannenderweise versucht die SAP genau das jetzt auch im Private-Cloud-Umfeld. Das heißt, SAP verfolgt zunehmend das Ziel, den Clean-Core-Ansatz auch im Private-Cloud-Umfeld stärker zu etablieren, um möglichst nah am Standard zu bleiben, denn dann funktioniert KI am besten.
E3: Laut einer Umfrage der DSAG ist die Vertrautheit mit der neuen Business Suite ausbaufähig. Wie kann diese Vertrautheit hergestellt werden?
Sedlak: Die SAP Business Suite ist für viele Unternehmen ein loser Begriff und schwer zu verstehen, weil sie ständig um neue Produkte erweitert wird und sehr umfangreich ist. Wichtig ist, ein klares Bild über die Architektur zu haben, was SAP und Non-SAP ist, wie das Ganze aufgebaut ist und wie man Daten sinnvoll zusammenführt, um zukünftig eigene Agents und Chatbots zu bauen oder vorhandene Lösungen wie SAP -Joule nutzen zu können. Nach dem Ansatz kann man dann schauen, welche SAP-Tools operativ dabei unterstützen.
E3: Wie kann eine langfristige Roadmap aussehen?
Sedlak: Im ersten Schritt empfehle ich, das ERP-System solide aufzustellen und auf den neuesten Stand zu bringen. Im zweiten Schritt sollten Bereiche wie CRM, Concur oder Analytics, die noch manuell ablaufen, integriert, sprich technologisch unterstützt werden. Und dann sollte das Portfolio im Sinne der Business Suite immer weiter ausgebaut werden. Wichtig ist dabei eine transparente Roadmap mit klaren Phasen und realistischen Zeitfenstern. Typischerweise beginnt sie mit der Stabilisierung und Modernisierung des digitalen Kerns, gefolgt von der Integration weiterer Geschäftsbereiche, dem Aufbau einer konsistenten Datenplattform sowie der Einführung von KI- und Automatisierungsfunktionen. Entscheidend ist, dass diese Roadmap flexibel bleibt, um neue Technologien, regulatorische Anforderungen und veränderte Geschäftsmodelle berücksichtigen zu können.
E3: Unklar sind vielen Unternehmen auch die Support-Zeitachsen und die -Lizenz- und Preismodelle. Was sollte man hierzu wissen?
Sedlak: Grundsätzlich werden die meisten Lösungen innerhalb der SAP Business Suite heute im Subscription-Modell bereitgestellt, also als Cloud-Service mit nutzungs- oder nutzerbasierten Lizenzmodellen über definierte Vertragslaufzeiten. Für Unternehmen bedeutet das planbare Kosten sowie regelmäßige Innovationen durch kontinuierliche Updates. Wichtig ist dabei, sich frühzeitig mit Themen wie Support-Leveln, SLA-Vereinbarungen, Verantwortlichkeiten sowie den jeweiligen Lizenzmodellen auseinanderzusetzen. Dazu gehören beispielsweise der konkrete Nutzungsumfang, Skalierungsmöglichkeiten, Erweiterungen über zusätzliche Cloud-Services sowie mögliche Zusatzkosten für Integrationen oder Erweiterungen. Eine transparente Vertrags- und Kostenstruktur schafft hier die notwendige Planungssicherheit.
E3: Damit die Business Suite ihr volles Potenzial entfalten kann, müssen Cloud ERP, Business AI und die Business Data Cloud auf der Business Technology
Platform zusammenspielen. Was bietet SAP an, um das Potenzial zu nutzen?
Sedlak: SAP bietet integrierte Bausteine auf der Business Technology Platform: Cloud ERP als zentrale Betriebsplattform, Business AI zur Automatisierung und Entscheidungsunterstützung sowie die Business Data Cloud als zentrale Datenplattform für konsolidierte, qualitativ hochwertige Daten. Durch standardisierte APIs, offene Datenmodelle und gemeinsame Governance ergeben sich nahtlose Datenströme, sichere Zugriffe und konsistente Datenqualität über alle Anwendungen hinweg. Das Ziel ist eine End-to-End-Daten- und Prozesslandschaft mit KI-gestützten Optimierungen.
E3: Wie können Tools wie Signavio und LeanIX den Adoptionsprozess unterstützen?
Sedlak: Ich sehe SAP Signavio als ein Tool, das den kompletten Lebenszyklus eines Produkts beziehungsweise eines Prozesses begleitet – und der ist in der Regel sehr lang. Der erste Schritt ist immer, Prozesse klar zu beschreiben: Was wird im Unternehmen gemacht und wie wird es gemacht? Das ist zunächst toolunabhängig und rein prozessual gedacht. Signavio unterstützt genau dabei – bei der strukturierten Aufnahme, Darstellung und Analyse von Prozessen. In Kombination mit SAP Lean-IX entsteht zusätzlich Transparenz über die bestehende IT- und Prozesslandschaft. So lassen sich Ist-Prozesse auswerten, visualisieren und gezielt optimieren.
E3: Stark mit der Business Suite verbunden ist das Thema KI. Welche Relevanz messen Sie KI-gestützten Funktionen bei und welche Anwendungsfälle sind besonders interessant?
Sedlak: Ich stelle bewusst eine steile These auf: KI wird den Dienstleistungsmarkt stärker revolutionieren, als Industrie 4.0 es je getan hat. Wenn man sich anschaut, wie ein Automobilhersteller vor 50 Jahren produziert hat und wie heute weitgehend automatisierte Produktionsumgebungen funktionieren, erkennt man, wie radikal sich Prozesse verändern können – in jeglichen Bereichen. KI wird künftig kleinere und mittlere Entscheidungen eigenständig treffen. Dafür braucht es jedoch qualitativ hochwertige, strukturierte Unternehmensdaten und klare Systemarchitekturen. Ein gutes Beispiel ist die Lieferkette, die durch geopolitische Ereignisse gestört wird. Eine KI kann automatisch prüfen: Welche meiner Waren sind betroffen? Welche Kunden müssen informiert werden? Welche Alternativen gibt es – etwa andere Transportwege oder Nachbestellungen? Solche Prüf- und Entscheidungsprozesse lassen sich künftig weitgehend automatisiert durchführen. Menschen werden weiterhin kontrollieren und steuern, aber die Analyse und Ableitung von Handlungsempfehlungen übernimmt zunehmend die KI. Wichtig ist dabei, dass diese Lösungen auf unternehmenseigene Daten zugreifen und nicht auf allgemeine Informationen aus dem Internet.
E3: Wie kommen Unternehmen nun konkret in die Umsetzung?
Sedlak: Der wichtigste Schritt ist, mit einem klaren Zielbild zu starten und die Transformation anschließend in überschaubaren Etappen umzusetzen. In der Praxis bedeutet das häufig, zunächst den digitalen Kern – also das ERP-System – zu stabilisieren und danach weitere Geschäftsbereiche sowie Datenplattformen und KI-Funktionen schrittweise zu integrieren. Wichtig ist dabei, möglichst nah am Standard zu bleiben und einen Clean-Core-Ansatz zu verfolgen. Dadurch bleiben Systeme wartbar, Innovationen lassen sich schneller nutzen und Unternehmen können ihre Architektur langfristig flexibel weiterentwickeln.
E3: Danke für das Gespräch. (rk, Quelle: Nagarro)
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