ERP auf SAP umsatteln


Als Schmiede startete vor über 300 Jahren die Erfolgsgeschichte: Goldhofer ist inzwischen weltweit tätig und schmiedet heute Pläne für Lösungen im Schwerlast- und Spezialtransport. So hat man sich einen Namen gemacht für äußerst robuste und intelligente Transportsysteme für die Straße, Offroad oder am Flughafen.
Herzstück der Marke sind die kompromisslos einsatzorientierte Konstruktion von Fahrzeugen, die Zentrierung auf höchste Fertigungsqualität und eine kunden-orientierte Ausrichtung aller Unternehmensprozesse. Die steuert der Einzelfertiger seit 2024 in SAP.
Das alte ERP hatte ausgedient
„Wir hatten das ehemalige System über Jahre hinweg immer weiter an unsere internen Prozesse angepasst, den Standard modifiziert und sind damit an die Grenzen der Wartbarkeit gestoßen“, begründet Andreas Blanarsch, Head of Industrial Engineering bei Goldhofer, den ERP-Wechsel. Die Gründe für die Migration zum Marktführer waren vielfältig. Nicht zuletzt waren Skalierbarkeit, ein zukunftsfähiger modularer Aufbau und regelmäßige Updates entscheidend. Mit der unternehmensweiten Umstellung sah man sich auch in der Arbeitsplanung konfrontiert. Dort setzt man seit vielen Jahren auf die webbasierte Lösung von HSi.
Manuelle Tabelle zur Software
Die Ermittlung der Planzeiten erfolgte vor der Einführung einer Planungssoftware noch über manuell geführte Planzeittabellen. Später überführte und summierte man die Daten aus den Planzeittabellen im ehemaligen ERP. Dort wurden dann Arbeitspläne erzeugt. Da der analoge Prozess trotz Software nicht digitalisiert wurde, bestanden die Nachteile weiterhin: Jeder Wert musste manuell gerechnet werden, Reproduzierbarkeit oder Kopierfunktionen gab es nicht, die Werte waren fehleranfällig und wiesen eine unbestimmte Datenqualität auf.
So bereitete man die Einführung einer Lösung zur Arbeitsplanerstellung vor. Damit sollte die Datenqualität steigen, Planungssicherheit in der Arbeitsvorbereitung sowie Transparenz und Nachvollziehbarkeit in der Fertigung hergestellt und die Durchlaufzeiten gesenkt werden. Außerdem gehörten durchgängige Prozesse und eine gemeinsame Datenbasis mit hoher Datenqualität zu den Zielsetzungen. „Ein wesentliches Kriterium war damals die individuelle Ausbaufähigkeit der Planungssoftware. So sollten die Anwender eigenständig Technologiedaten, Regeln und Masken fortschreiben können“, berichtet Andreas Blanarsch über die Anforderungen.
Gewachsene Daten in SAP nutzen
Nach einer Marktsondierung entschied man sich für HSplan/ES. Die Lösung wurde dann bidirektional ans damalige ERP angebunden und übernahm die automatische Arbeitsplanerstellung. So konnte man bei Goldhofer den Planungsaufwand signifikant reduzieren, denn die im ERP hinterlegten Stammdaten konnten teilautomatisiert durch die Arbeitsplanungslösung übernommen und von den Bausteinen und Regeln verwendet werden.
Über eine intuitive Menüführung entsteht so Schritt für Schritt der finale Arbeitsplan. Ist der Planungsprozess abgeschlossen, geht der Arbeitsplan zurück ans ERP, wo schließlich der Fertigungsauftrag erstellt werden kann. „So konnten wir die Datenqualität und die Planungssicherheit steigern. Die Bearbeitungszeit für ein Projekt in der Arbeitsvorbereitung konnten wir um rund 50 Prozent reduzieren“, so Andreas Blanarsch. Auf diese Vorteile wollten die Arbeitsplaner von Goldhofer auch nach dem Umstieg auf SAP nicht verzichten. Somit war klar: HSplan muss mit. Nicht zuletzt war dafür ausschlaggebend, dass die Arbeitsplanungslösung bereits SAP-zertifiziert war und das Team der Erfurter Softwarefirma HSi, in der HSplan entwickelt wurde, umfassende Erfahrungen mit SAP vorweisen konnte.
„Die Daten, Regelwerke und Tabellen, die bereits über Jahre in der Webversion gewachsen waren, konnten wir eins zu eins auch in SAP nutzen. Das war ein entscheidendes Kriterium, denn die SAP-Umstellung allein ist schon sehr komplex. Da waren wir froh, dass wir die Datenbasis nicht noch anpassen mussten“, so Anton Zeller, Key-User von HSplan bei Goldhofer. So war HSplan auch bereits in der ersten der drei SAP-Testphasen vor dem Go-live startklar.

SAP-Arbeitsplanung in Echtzeit
Mit der Integration von HSplan/IS SAP werden die Vorgänge in der SAP-Vorgangsübersicht um eine zusätzliche Ebene, die Arbeitsstufen, erweitert. Wird ein neuer Vorgang markiert, gelangt man über die Editierfunktion in die Ebene der Arbeitsstufen im SAP. Dort haben Anwender dann nahezu alle Möglichkeiten, wie sie aus der Webversion bereits bekannt sind. Alle eingegebenen Parameter sind dann automatisch in der Zeitberechnung des Arbeitsplans in den SAP-Vorgängen hinterlegt. „HSplan/IS SAP ist eine vollintegrierte Komponente in SAP. Anwender merken gar nicht, dass sie im Hintergrund die Funktionalitäten unserer Anwendung nutzen“, so Christian Müller, Leiter Vertrieb und Projektmanagement bei HSi. Dabei läuft der gesamte Arbeitsplanungsprozess durchgängig und in Echtzeit. Einen Wermutstropfen gibt es aber doch: „Vorher konnten wir den gesamten Arbeitsplan bearbeiten und Vorgangsfolgen übersichtlich vergleichen. In der integrierten Version können wir aufgrund der SAP-Vorgaben immer nur eine Folge editieren“, zieht Key-User Anton Zeller die Vorher-nachher-Bilanz.
Man sei dazu aber bereits in einem intensiven Austausch mit den Experten von HSi, sodass man bald wieder auf den vollen Funktionsumfang zuzugreifen hofft. Dabei vertraut man bei Goldhofer auf die jahrelange fruchtbare Zusammenarbeit, auf deren Basis für alle gewachsenen Anfor-derungen Lösungen entwickelt wurden. „Wir treffen uns dazu regelmäßig in Online-Workshops. Mit unseren Anforderungen gehen wir dort auf HSi zu. Im nächsten Meeting bringt HSi dann zuverlässig vielversprechende Lösungsvorschläge mit. Es folgen Feedbackrunden und schließlich ziehen sich die IT-Experten zur Entwicklung ins stille Kämmerlein zurück“, beschreibt Andreas Blanarsch die eingespielte Zu-sammenarbeit. Es folgt dann eine Test-phase und wenn die Lösung den Vorstellungen der Anwender entspricht, folgt der Go-live.
Belastbare Arbeitspläne
Wo vor der Einführung der Software noch mit Papier, Bleistift und Taschenrechner geplant wurde, entstehen Arbeitspläne bei Goldhofer seit der Einführung von HSplan auf Basis transparenter, nachvollziehbarer und qualitativ hochwertiger Daten. Die zeitaufwändige Suche in Excel-Listen und anderen Systemen entfällt. Ändern sich Parameter, werden diese automatisiert für alle verknüpften Arbeitspläne übernommen. Regeln und Tabellen können von den Arbeitsplanern unternehmensspezifisch aufgesetzt werden.
So passt sich die Arbeitsplanungssoftware an die wachsenden Strukturen bei Goldhofer an. „Wo früher Wissen in Schubladen versteckt lag, ist es heute allen Kollegen digital zugänglich. Alle haben die gleiche Datenbasis und kommen so auch zum gleichen Ergebnis. So stützen wir unsere Entscheidungen heute auf belastbare Berechnungen“, resümiert Andreas Blanarsch. Man könne dabei auch detailliert nachvollziehen, wie sich eine Zeit zusammensetzt: „Wenn eine Maschine für das Drehen eines Bauteils zwanzig Minuten benötigt, ist in HSplan zusätzlich ersichtlich, dass diese sich auf acht Minuten Rüstzeit, fünf Minuten Nebenzeit und sieben Minuten Bearbeitungszeit verteilen. Durch diese Details können wir auch bisher ungenutzte Potenziale heben“, fügt er hinzu.
Vorantreiben möchte man in Zukunft die Teilautomatisierung. So soll der zeitliche Aufwand für die Arbeitsplanung reduziert werden. Dann soll es mehr darum gehen, diese Potenziale stärker unter die Lupe zu nehmen und die Produktion effizienter und bestenfalls auch kostengünstiger zu gestalten. (Quelle: HSI)
Goldhofer
Goldhofer mit Sitz in Memmingen hat sich seit der Gründung 1705 von einer Schmiede zu einem weltweit anerkannten Premium-Anbieter für Transportlösungen entwickelt. Heute beschäftigt das Unternehmen rund 1000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und erzielt einen Jahresumsatz von etwa 300 Millionen Euro. Mit Niederlassungen in Europa, Nordamerika, Indien und dem Nahen Osten ist Goldhofer international präsent.
Goldhofer entwickelt passgenaue Lösungen, die neue Standards setzen. Nachhaltigkeit, Transparenz und Mitarbeiterorientierung prägen das Handeln. Das Portfolio umfasst zwei Bereiche: Transport Technology mit Lösungen für Schwerlast-, Spezial- und Langmaterialtransporte sowie Airport Technology für Flugzeug- und Frachttransporte. Als Unternehmen in Stiftungsbesitz agiert Goldhofer unabhängig und langfristig.






