Edge Computing vor starkem Wachstum


Die weltweiten Ausgaben für Edge Computing sollen in den kommenden Jahren deutlich steigen. Nach Angaben des Marktforschungsunternehmens IDC erreichten sie 2025 rund 265 Milliarden US-Dollar und sollen bis 2029 auf etwa 450 Milliarden US-Dollar anwachsen. Das entspräche einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von rund 15 Prozent. IDC veröffentlicht die Zahlen im „Worldwide Edge Spending Guide“ und will damit die Dynamik rund um verteilte IT-Architekturen und Edge-KI belegen.
Am Rande des Netzwerks
Als zentraler Treiber gilt der zunehmende Einsatz von künstlicher Intelligenz direkt am Rand des Netzwerks. Unternehmen wollen Daten dort verarbeiten, wo sie entstehen, um Entscheidungen in Echtzeit zu ermöglichen und Latenzen zu reduzieren. Laut IDC soll die Kombination aus ausgereiften Edge-Architekturen und schnell fortschreitender KI-Entwicklung die Art verändern, wie Organisationen Daten nutzen. Edge-KI sei nicht mehr experimentell, sondern werde bereits in Bereichen wie -Industrieautomation, vernetztem Handel, autonomen Fahrzeugen und im Gesundheitswesen eingesetzt.
IDC segmentiert die Edge-Ausgaben in mehr als 1000 konkrete Anwendungsfälle in sechs Technologiedomänen, darunter KI, IoT, AR, VR, Drohnen und Robotik. Besonders dynamisch soll sich der Bereich künstliche Intelligenz entwickeln. Viele Unternehmen planen KI-gestützte Anwendungen, die eine niedrige Latenz, lokale Inferenz und robuste, verteilte Infrastrukturen erfordern. Edge Computing soll dabei als grundlegende Schicht für diese Technologien dienen.

“Die Kombination aus reifer werdenden Edge-Architekturen und der rasanten Entwicklung von KI definiert Datenver-
arbeitung grundlegend neu.”
Alexandra Rotaru,
Data and Analytics Manager,
IDC Europe
Zu Beginn des Prognosezeitraums bleibt Hardware die größte Investitionskategorie. Hintergrund ist der Ausbau KI-beschleunigter Infrastrukturen sowie zunehmend leistungsfähiger Edge-Systeme. Unternehmen wollen ihre Architekturen so auslegen, dass komplexe KI-Workloads direkt vor Ort verarbeitet werden können. Bis 2029 sollen jedoch die kumulierten Service-Segmente, darunter bereitgestellte und professionelle Dienstleistungen, einen größeren Anteil erreichen als Hardware. Innerhalb der bereitgestellten Services gilt Infrastructure as a Service als am schnellsten wachsender Bereich. Organisationen setzten demnach verstärkt auf skalierbare, flexible und nutzungsbasierte Modelle, um steigende KI-getriebene Rechenanforderungen am Edge abzudecken. Branchenübergreifend soll der Handel weiterhin den größten Anteil an den Edge-Investitionen stellen. Gründe sind unter anderem KI- und IoT-Anwendungen wie Videoanalysen oder die Optimierung von Abläufen in Echtzeit. Die Industrie folgt mit Anwendungsfällen wie KI-gestützter Qualitätskontrolle, vo-rausschauender Wartung und automatisiertem Materialfluss. Am schnellsten wachsend gilt laut IDC der Finanzsektor, der verteilte Architekturen für KI-basierte Betrugserkennung nutzen will.
KI-fähige Edge-Plattformen
Auch Service-Provider sollen ihre Investitionen in KI-fähige Edge-Plattformen ausweiten. Dazu zählen unter anderem Multi-Access-Edge-Computing-Umgebungen, Content-Delivery-Netzwerke und virtualisierte Netzfunktionen. Bis 2029 könnten diese Anbieter laut Prognose fast ein Drittel des Gesamtmarktes ausmachen. Nordamerika dürfte beim Edge Computing weiterhin die weltweit höchsten Ausgaben verzeichnen. Grund dafür ist vor allem die schnelle Einführung von Edge-AI-Workloads sowie der Ausbau moderner Infrastrukturen. Dahinter folgen Westeuropa und China, wo insbesondere Investitionen aus Industrie und öffentlichem Sektor die Entwicklung KI-gestützter Anwendungen vorantreiben sollen. Das stärkste Wachstum erwarten die Analysten in den USA und in Lateinamerika. In beiden Regionen bauen Unternehmen derzeit verstärkt Anwendungsfälle aus, die auf geringe Latenzzeiten und KI-basierte Auswertungen angewiesen sind und von verteilten Edge-Architekturen profitieren. (Quelle: IDC)





