Die HR-Datenmaschine von SAP


SAP verfolgt mit neuen Features das Ziel, Personalprozesse stärker zu automatisieren und Unternehmen in Zeiten dynamischer Arbeitsmärkte mehr Transparenz über Fähigkeiten, Rollen und Organisationsstrukturen zu verschaffen.
Intelligente HR-Cloud statt HCM
SAP gilt seit Jahrzehnten als einer der wichtigsten Anbieter von Human-Capital-Management-Lösungen. Das klassische „SAP HR“ in der On-premises-Welt wurde über viele Jahre durch SAP HCM (Human Capital Management) geprägt. Mit der Cloud-Strategie des Unternehmens verlagerte sich der Fokus zunehmend auf SAP SuccessFactors, das heute als zentrale Plattform für alle HR-Prozesse in der Cloud gilt.
Die Plattform deckt Kernfunktionen wie Personalverwaltung, Entgeltabrechnung, Zeitwirtschaft und Organisationsmanagement ab. Darüber hinaus integriert sie Module für Recruiting, Learning, Performance-Management und Nachfolgeplanung. Der aktuelle Entwicklungsschwerpunkt liegt auf der intelligenten Verknüpfung dieser Module über KI-gestützte Analysen und automatisierte Prozessvorschläge.
KI, Skills und People Insights
Mit der Veröffentlichung der „2H 2025 Release“ stellte SAP Mitte Oktober neue Erweiterungen für SuccessFactors vor. Unter dem Motto „Leading HR with Confidence“ sollen Unternehmen mehr Einblicke in die Kompetenzen ihrer Mitarbeitenden gewinnen und datenbasierte Entscheidungen treffen können. Zu den zentralen Neuerungen zählen ein KI-gestütztes Skills-Framework, verbesserte Tools für Performance and Goals sowie eine überarbeitete Oberfläche für People Analytics. Machine-Learning-Algorithmen analysieren Qualifikationen und Projekterfahrungen, um Personalentwicklungsmaßnahmen oder interne Karrierepfade vorzuschlagen. Die Integration von „People Insights“ soll Führungskräften helfen, Personaltrends schneller zu erkennen und Ressourcen strategischer einzusetzen.
Auch der intelligente Assistent SAP Joule, der bereits in anderen Unternehmensbereichen eingeführt wurde, findet zunehmend Eingang in SuccessFactors. Joule kann HR-Mitarbeitende im Alltag unterstützen, etwa bei der Erstellung von Stellenprofilen, der Beantwortung wiederkehrender Anfragen oder der Auswertung von Mitarbeiterdaten.
Planung und Zeitmanagement
Bereits im Vorfeld der großen Oktober-Ankündigung hatte SAP im Rahmen der Veranstaltung SAP Connect 2025 neue Funktionen für die operative Personalsteuerung vorgestellt. Im Mittelpunkt standen dabei Erweiterungen in den Bereichen Workforce Scheduling, Schichtplanung und Zeiterfassung. Die Lösungen sollen Unternehmen helfen, den Personaleinsatz flexibler an Produktions- und Serviceanforderungen anzupassen.
Zugleich präsentierte SAP Neuerungen in der HR-Service-Delivery. Durch Self-Service-Portale und Chat-basierte HR-Assistenten sollen Mitarbeitende Anfragen künftig schneller klären können – etwa bei Urlaubsanträgen oder Gehaltsabrechnungen. Damit verschiebt sich der Fokus von der reinen Transaktionsabwicklung hin zu einer stärker nutzerzentrierten, dialogorientierten HR-Interaktion.
KI und Datenintegration
Die jüngsten Produktmeldungen fügen sich in die übergreifende Unternehmensstrategie ein, die SAP im Rahmen von „SAP Connect Business Suite“ Anfang Oktober vorstellte. Dabei betonte der Konzern die Rolle von KI als integralen Bestandteil aller Geschäftsprozesse – von Finanzen über Beschaffung bis hin zu Human Experience Management. Daten aus SuccessFactors sollen künftig nahtlos mit Informationen aus anderen SAP-Anwendungen, etwa S/4 Hana oder SAP Analytics Cloud, verbunden werden. Ziel ist eine einheitliche, datengetriebene Sicht auf die gesamte Organisation.
Für Anwender bedeutet das vor allem eine engere Verzahnung von HR- und Unternehmensdaten. Personalentscheidungen lassen sich künftig auf Grundlage aktueller Finanz-, Projekt- oder Lieferketteninformationen treffen. SAP positioniert sich damit stärker als Anbieter einer ganzheitlichen Unternehmensplattform, in der HR-Prozesse nicht isoliert, sondern als Teil eines integrierten Wertschöpfungsnetzwerks verstanden werden.
Fazit: HCM als Treiber
Die Ankündigungen verdeutlichen, dass SAP seine HR-Lösungen konsequent in Richtung KI, Automatisierung und Skills-basierte Personalentwicklung ausbaut. Während das klassische HCM noch stark auf administrative Abläufe fokussierte, rückt SuccessFactors zunehmend die strategische Rolle der Belegschaft in den Vordergrund.
Quelle: SAP



