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Das Fundament muss stehen

KI ist längst Realität. Modelle sind eingekauft, Plattformen stehen, Budgets sind freigegeben. Auf Strategiecharts wirkt das schlüssig. Im Tagesgeschäft bleibt der Effekt jedoch ernüchternd.
Stefan Maxones
27. März 2026
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Automatisierungen greifen oft nur punktuell, Prognosen werden vorsichtig genutzt, und das Vertrauen in datenbasierte Entscheidungen ist brüchig. Das Problem liegt selten in der KI selbst. Es liegt tiefer – in der Architektur. In meiner Praxis an der Schnittstelle von Daten­architektur und Unternehmenssteuerung habe ich eines gelernt: Die glänzende Oberfläche neuer Technologien ist wertlos, wenn der Maschinenraum darunter nicht funktioniert.

Operative Stabilität

Wer sich S/4-Transformationen genauer ansieht, erkennt ein bekanntes Muster. Priorität hat, was den Betrieb absichert: sta­bile Prozesse, saubere Releases, ein möglichst störungsfreier Go-live. Analytics gilt als komplex, potenziell riskant oder als Thema für eine spätere Phase. Erst einmal live gehen – dann weitersehen.

Nach dem Go-live zeigt sich jedoch, was diese Entscheidung kostet. Historische ­Daten fehlen oder sind nur noch eingeschränkt nutzbar. Kennzahlen wurden neu definiert, oft ohne nachvollziehbare Übergangslogik. Reports liefern andere Werte als früher, ohne dass sich operativ etwas geändert hätte. Genau hier beginnt das KI-Problem. Modelle benötigen stabile Zeitreihen, konsistente Logiken und reproduzierbare Datenstände. KI wird dann nicht zur Produktivkraft, sondern zum Experiment. Der Denkfehler liegt im Ansatz: Operative Architektur und analytische Architektur werden getrennt gedacht. KI gilt als Aufsatz auf ein fertiges System. Dabei werden Architekturentscheidungen getroffen, ohne ihre analytischen Konsequenzen mitzudenken.

KI entsteht zwischen Systemen

Relevante KI-Anwendungen entstehen fast nie in einem einzelnen System. Sie entstehen zwischen Systemen. Transaktionale Daten aus S/4 liefern den fachlichen Kontext. Sensor- und Ereignisdaten bringen zeitliche Dynamik. Externe Daten ergänzen Markt- oder Lieferketteninformationen. Diese Daten sprechen unterschiedliche Sprachen. Zeitbezug, Granularität und Bedeutung unterscheiden sich – oft historisch gewachsen und nur implizit bekannt. Ohne klare Entkopplung entstehen fragile Abhängigkeiten. Technisch zeigt sich das in fehlenden oder nicht versionierten Schnittstellen, in sogenannten Data Contracts.

Ein Data Contract ist dabei mehr als ein technisches Dokument; er ist ein digitaler Handschlag zwischen der operativen IT und den Datennutzern. Er legt verbindlich fest, welche Datenqualität und welche ­Semantik aus dem ERP geliefert wird. Fehlt dieser „Vertrag“, bricht die Kette bei jedem kleinen Systemupdate. Ein Instandhaltungsprojekt aus der Praxis verdeutlicht das: Ziel war es, Maschinenausfälle vorherzusagen. Nach einem S/4-Release änderten sich Materiallogiken im ERP. Für die Fach­bereiche blieb alles gleich, doch für das ­Modell drifteten die Vorhersagen, ohne dass ein Fehler sichtbar war. Die Ursache war banal: ein Integrationsbruch, weil eine fachlich relevante Änderung weder versioniert noch kommuniziert worden war.

Mit generativer KI verschärft sich dieses Muster. Sprachbasierte Modelle sind besonders abhängig von konsistentem Kontext und historisierten Informationen. Wenn Daten bei jedem Release ihre Bedeutung ändern, bleiben Ergebnisse oberflächlich. Ohne stabile Semantik – also klar definierte Bedeutungen von Kennzahlen und Zeitbezügen – wird generative KI zur bloßen textlichen Assistenz, aber nicht zum Entscheidungsinstrument.

Dabei rückt oft das Thema Echtzeit in den Mittelpunkt. Doch für lernende KI ist etwas anderes entscheidend: Persistenz. Modelle, die primär auf aktuellen Streams reagieren, verlieren historische Muster und saisonale Effekte. Echtzeit steuert Verhalten, aber Persistenz schafft das notwendige Verständnis für echte Business-Intelligence.
Organisation schlägt Technik: Wer besitzt die Daten? Ein oft unterschätzter Faktor ist die Organisation. Datenverantwortung ist häufig unklar oder nur projekt­bezogen verteilt. IT optimiert auf Systembetrieb, Kosten und Verfügbarkeit. Wenn Zahlen nicht mehr passen, beginnt die ­Suche nach dem Schuldigen. Governance existiert häufig auf dem Papier, greift aber nicht im Alltag. Hinzu kommt eine fragmentierte Kompetenzlandschaft: BW-Experten verstehen Datenmodelle, Funktionsberater kennen Prozesse, und Data-­Scientists arbeiten modellgetrieben – oft ohne tiefen Einblick in die ERP-Semantik. Jeder ist gut in seinem Bereich, doch dazwischen entsteht wenig.

Echte Veränderung beginnt bei der fachlichen Ownership. Datenverantwortung darf kein IT-Ticket sein. Es braucht Verantwortliche in den Fachbereichen, die nicht nur für den Prozess (zum Beispiel den Wareneingang), sondern auch für die Datenqualität und deren analytische Bedeutung gerade­stehen. Nur wenn das Business erkennt, dass Daten ein Vermögenswert sind, wird die technologische Modernisierung nachhaltig.

Drei strategische Hebel für 2026

Aus diesen Beobachtungen lassen sich konkrete Chancen ableiten:

1. Analytik als Design-Kriterium: Analytische Anforderungen müssen von Beginn an Teil der Architektur sein – gleichwertig neben der operativen Stabilität.

2. Explizite Semantik: Data Contracts und versionierte Schnittstellen sind keine Theorie, sondern die Bauanleitung dafür, dass Daten über S/4-Hana-Releases hinweg ihre Bedeutung behalten.

3. Dauerhafte Verantwortung: Datenhoheit braucht klare, dauerhaft verankerte fachliche Ownership.

Wer Architektur weiterhin primär auf operativen Betrieb optimiert, wird auch künftig beeindruckende KI-Demos sehen – aber wenig Wirkung im Alltag erzielen. Wer den Unterbau jetzt aufräumt, gewinnt ein Unternehmen, das nicht nur bereit für KI ist, sondern das seine eigene Realität endlich präzise steuern kann. (Quelle: Stefan Maxones)

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Stefan Maxones

Stefan Maxones ist selbstständiger ­Senior-Berater in Wien.


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Die Arbeit an der SAP-Basis ist entscheidend für die erfolgreiche S/4-Conversion. 

Damit bekommt das sogenannte Competence Center bei den SAP-Bestandskunden strategische Bedeutung. Unhabhängig vom Betriebsmodell eines S/4 Hana sind Themen wie Automatisierung, Monitoring, Security, Application Lifecycle Management und Datenmanagement die Basis für den operativen S/4-Betrieb.

Zum vierten Mal bereits veranstaltet das E3-Magazin in Salzburg einen Summit für die SAP-Community, um sich über alle Aspekte der S/4-Hana-Basisarbeit umfassend zu informieren.

Veranstaltungsort

FourSide Hotel Salzburg,
Trademark Collection by Wyndham
Am Messezentrum 2, 5020 Salzburg, Österreich
+43-662-4355460

Veranstaltungsdatum

Mittwoch, 10. Juni, und
Donnerstag, 11. Juni 2026

Nur KI-Erlebnisworkshop am 11. Juni 2026 (limitierte Plätze)
Bonus: Zugang zu allen Vorträgen am 11. Juni 2026

Reguläres Ticket

Vorträge, Abendveranstaltung und je Verfügbarkeit der KI-Workshop am 11. Juni 2026
Die Plätze beim KI-Erlebnisworkshop sind limitiert und eine Anmeldung ist erforderlich.

Abonnenten des E3-Magazins Ticket

ermäßigt mit Promocode CCAbo26

Studierende*

ermäßigt mit Promocode CCStud26.
Studiennachweis bitte per Mail an office@b4bmedia.net senden.
*Die ersten 10 Tickets sind für Studierende kostenfrei. Versuchen Sie Ihr Glück! 🍀
EUR 305 exkl. USt.
EUR 590 exkl. USt.
EUR 390 exkl. USt.
EUR 290 exkl. USt.

Veranstaltungsort

Hotel Hilton Heidelberg
Kurfürstenanlage 1
D-69115 Heidelberg

Veranstaltungsdatum

Mittwoch, 22. April und
Donnerstag, 23. April 2026

Tickets

Nur KI-Erlebnisworkshop am 23. April 2026 
Bonus: Zugang zu allen Vorträgen am 23. April 2026
Reguläres Ticket
22. April 2026: Vorträge und Abendveranstaltung
23. April 2026: Vorträge und KI-Workshop
EUR 305 exkl. USt
EUR 590 exkl. USt
Abonnenten des E3-Magazins
ermäßigt mit Promocode STAbo26
EUR 390 exkl. USt
Studierende*
ermäßigt mit Promocode STStud26.
Studiennachweis bitte per Mail an office@b4bmedia.net senden.
EUR 290 exkl. USt
*Die ersten 10 Tickets sind für Studierende kostenfrei. Versuchen Sie Ihr Glück! 🍀
Veranstalter ist das E3-Magazin des Verlags B4Bmedia.net AG. Die Vorträge werden von einer Ausstellung ausgewählter SAP-Partner begleitet. Der Ticketpreis beinhaltet den Besuch aller Vorträge des Steampunk und BTP Summit 2026, den Besuch des Ausstellungsbereichs, die Teilnahme an der Abendveranstaltung sowie die Verpflegung während des offiziellen Programms. Das Vortragsprogramm und die Liste der Aussteller und Sponsoren (SAP-Partner) wird zeitnah auf dieser Website veröffentlicht.