SAP Business AI Q1/2026: Joule für Entwicklerinnen und Datenexperten


Das Portfolio wird ergänzt durch neue Werkzeuge für Entwickler, Erweiterungen im Bereich Dokumentenverarbeitung sowie zusätzliche Funktionen innerhalb der AI Foundation.
Während Joule Studio bislang vor allem Low-Code-Szenarien adressierte, richtet SAP den Blick nun verstärkt auf professionelle Softwareentwickler und DevOps-Teams. Neu eingeführt werden ein Joule-Studio-Code-Editor als Erweiterung für Visual Studio Code sowie eine Kommandozeilen-Schnittstelle (CLI).
VS-Code-Editor
Der VS-Code-Editor integriert die KI-Funktionen von Joule direkt in die Entwicklungsumgebung. Dazu gehören unter anderem automatisierte Projektgerüste, kontextbezogene Codegenerierung und intelligente Empfehlungen während des Entwicklungsprozesses. Entwickler müssen ihre gewohnte Arbeitsumgebung nicht verlassen, um auf KI-gestützte Funktionen zuzugreifen.
Parallel dazu adressiert die neue Joule-Studio-CLI insbesondere Automatisierungs- und DevOps-Szenarien. Über die Befehlszeile lassen sich Projekte erstellen, Konfigurationen verwalten, Deployments durchführen und CI/CD-Prozesse orchestrieren. Damit erweitert SAP die KI-Strategie über grafische Oberflächen hinaus auf automatisierte Entwicklungs- und Betriebsabläufe.
Verfügbarkeit in SAP Datasphere
Eine weitere wichtige Neuerung betrifft SAP Datasphere. Die KI-Assistenz Joule steht dort nun allgemein zur Verfügung und ermöglicht Datenexperten die Interaktion mit der Plattform über natürliche Sprache.
Anwender können sich beispielsweise Funktionen erklären lassen, Informationen zu ihrer Datasphere-Instanz abrufen oder Systemeinstellungen ändern. Darüber hinaus kann Joule bestimmte Aktionen direkt ausführen, ohne dass Benutzer durch die klassische Benutzeroberfläche navigieren müssen. SAP verfolgt damit das Ziel, den Zugang zu komplexen Datenplattformen zu vereinfachen und Supportaufwände zu reduzieren.
Kontrolle, neue Dokumenttypen
Auch im Bereich der intelligenten Dokumentenverarbeitung erweitert SAP den Funktionsumfang von Document AI. Neu ist die Möglichkeit, individuelle Konfidenzschwellen für erkannte Dokumentenfelder festzulegen. Unternehmen können damit genauer definieren, welche Extraktionsergebnisse automatisch akzeptiert und welche manuell geprüft werden sollen.
Zudem unterstützt das Transportmanagement künftig den Export und Import von Kanälen sowie Workflows, was insbesondere in größeren SAP-Landschaften die Verwaltung von Entwicklungs-, Test- und Produktivsystemen erleichtert. Erweitert wurde außerdem das Spektrum unterstützter Dokumenttypen. Neu hinzugekommen sind Geschäftspartnerbelege sowie Lieferscheine für Warehouse-Management-Szenarien.
Governance und Retrieval
Im Generative AI Hub der SAP AI Foundation stehen mehrere Erweiterungen im Fokus, die vor allem Unternehmen mit anspruchsvollen KI-Anwendungen adressieren. Dazu zählt die Verwaltung von Metadaten für Dokumente, Sammlungen und Vektor-Chunks. Diese sollen eine präzisere Organisation und Filterung von Wissensbeständen ermöglichen. Ebenfalls neu ist eine erweiterte Retrieval-API.
Suchergebnisse können nun aus mehreren Datenquellen zusammengeführt, bewertet und nachbearbeitet werden. Damit stärkt SAP Funktionen für Retrieval-Augmented Generation (RAG), die in Unternehmensumgebungen zunehmend an Bedeutung gewinnen.
Im Bereich Prompt Engineering unterstützt die Plattform jetzt benutzerdefinierte Bewertungsmetriken. Unternehmen können Optimierungen damit stärker an eigenen Qualitätskriterien ausrichten. Zusätzlich lassen sich Trainings- und Testdatensätze getrennt verwalten, um Optimierungsprozesse transparenter zu gestalten. Mit der neuen Prompt Registry führt SAP zudem Funktionen für Versionierung, Governance und Nachvollziehbarkeit von Prompts und Orchestrierungen ein – ein Bereich, der mit zunehmender Verbreitung generativer KI in Unternehmen immer wichtiger wird.
Neue Sprachmodelle
Der Generative AI Hub wurde außerdem um weitere Sprachmodelle ergänzt. Neu unterstützt werden unter anderem OpenAI GPT 5.2, Gemini 3.0 Pro, Perplexity Deep Research sowie Anthropic Claude Opus 4.6. Damit verfolgt SAP weiterhin einen modelloffenen Ansatz und bietet Kunden die Möglichkeit, unterschiedliche Foundation Models innerhalb einer gemeinsamen Plattform zu nutzen.
Abap-KI-Funktionen
Im Umfeld von SAP Joule for Developers erweitert SAP die KI-Unterstützung für Abap-Entwickler. Nach Angaben des Unternehmens können Entwickler durch die neuen Funktionen den Aufwand für die Erstellung von Abap- und Java-Code um bis zu 20 Prozent reduzieren.
Für Testaktivitäten werden Einsparungen bis zu 25 Prozent genannt. Zu den Neuerungen zählt die automatische Generierung von Abap-Unit-Tests für öffentliche, geschützte und private Methoden globaler Klassen sowie für öffentliche Methoden lokaler Klassen innerhalb globaler Class-Pools.
Hinzu kommt ein neuer Dokumentations-Chat, der direkten Zugriff auf Inhalte des SAP Help Portal innerhalb der Entwicklungsumgebung ermöglicht. Entwickler erhalten dadurch kontextbezogene Antworten und Verweise auf relevante Dokumentationen, ohne ihre aktuelle Arbeitsumgebung verlassen zu müssen.
Darüber hinaus unterstützt Joule künftig die Analyse von ATC-Befunden und Eigenentwicklungen mit KI-generierten Erläuterungen. Ziel ist es, die Bewertung von Codequalität und Migrationsaufgaben zu beschleunigen. (Quelle: SAP)


