Unternehmen fremdeln noch mit SAP Joule


Noch immer ist ein großer Teil der Unternehmen dabei, ihre Geschäftsprozesse auf SAP S/4 Hana umzustellen. Eine internationale und branchenübergreifende Studie von Horváth unter 200 Unternehmen, die SAP nutzen und einen Jahresumsatz von 200 Millionen Euro aufweisen, zeigt: Sechs von zehn der Organisationen stecken noch in der Transformationsphase.
„Eigentlich eine gute Ausgangsbasis, um die Integration von KI-Tools direkt einzuplanen und zu umzusetzen, etwa den KI-Agenten Joule von SAP. Doch kommt dieser Aspekt in der Umstellung meistens zu kurz beziehungsweise zeigen sich die Organisationen nicht agil, leistungsfähig und flexibel genug, um das Thema ganzheitlich und fundiert zu integrieren“, sagt Stefan Maus, SAP-Experte und Partner bei der Managementberatung Horváth.
Die Systemumstellung entpuppt sich häufig auch ohne umfangreiche „KI-Add-ons“ als herausfordernder als zunächst angenommen. Fast jedes zweite Unternehmen (46 Prozent) würde im Nachhinein mehr Zeit und ein höheres Budget veranschlagen, um allen Anforderungen die mit einer S/4 Hana-Transformation einhergehen, gerecht zu werden und vor allem auch genügend Zeit zur Nachjustierung und Optimierung zu haben. Dennoch: Automation und KI stehen in fast allen Unternehmen ganz oben auf der Management-Agenda – es ist Zeit zu handeln.

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„In den kommenden fünf Jahren wird Joule ein fester Bestandteil der Geschäftsprozesse in Unternehmen sein, die SAP-Software einsetzen.“
Stefan Maus,
Partner,
Horváth
KI-Optimierung nach Umstellung
Zwar kommt der gezielte Einsatz des KI-Agenten Joule vor allem in Greenfield-Szenarien optimal zur Entfaltung, bei denen vor der Systemumstellung zunächst Prozesse neu und optimiert aufgesetzt werden. Doch macht es dem Horváth-Experten zufolge auch in der Optimierungsphase Sinn, die Funktionen des im System voll integrierten und in verschiedenen Lizenzmodellen standardmäßig enthaltenen KI-Agenten für Standardisierung und Automation individuell zu prüfen und gezielt zu nutzen.
Erste Projekte zeigen bereits Effizienzgewinne durch spezifischere und auf den einzelnen User zugeschnittene Suchergebnisse innerhalb des Systems, geringere manuelle Tätigkeiten und schnellere Entscheidungen durch eine genauere Darstellung der entscheidungsrelevanten Daten. Gleichzeitig befindet sich SAP Joule noch im Early-Bird-Stadium: Viele Erfahrungen basieren bislang auf Tests und Proof-of-Value-Projekten. Umfassende Praxiserfahrungen liegen Horváth-Experten Stefan Maus zufolge in der Breite der Unternehmen noch nicht vor.
Wettbewerbsvorteile für Early Birds
Für die Unternehmen lohnt es sich aber, das Potenzial gezielt unter die Lupe zu nehmen und als Early-Bird-Nutzer von Erfahrungswerten und Effizienzvorteilen zu profitieren. „Zur Standardisierung und Automatisierung von Prozessen kann Joule ein Gamechanger sein, wenn er dort eingesetzt wird, wo er echten Nutzen bringt“, so Maus.
Was die Nutzung besonders attraktiv mache, sind die geringen beziehungsweise nicht vorhandenen Anschaffungskosten. Beispielsweise ist der KI-Agent im Lizenzmodell Rise in der Public Cloud bereits komplett enthalten, in der Private Cloud immerhin mit Basisfunktionen. Zudem entsteht kein Implementierungsaufwand, da der Agent bereits fest in der S/4-Hana-Umgebung integriert ist. Auch Schnittstellen müssen nicht geschaffen werden. „Es besteht quasi kein Risiko – außer dem, sich zu verzetteln“, so der Experte.
Er empfiehlt, den Fokus zunächst auf Massenverarbeitung beziehungsweise Prozesse mit Standardfällen zu legen, wo der Einsatz unmittelbar den größten Nutzen bringen kann. „Besser gezielt Geschäftsprozesse auswählen und diese richtig und komplett automatisieren als alles ein bisschen.“ Ein Beispiel aus dem Einkauf: Hier kann der KI-Agent komplett automatisiert Angebote von Lieferanten einholen, diese vergleichen und einen Bestellvorschlag entwerfen. „In den kommenden fünf Jahren wird Joule ein fester Bestandteil der Geschäftsprozesse in Unternehmen sein, die SAP-Software einsetzen“, ist Stefan Maus überzeugt.
Quelle: Horvath




