{"id":161058,"date":"2026-02-24T17:28:00","date_gmt":"2026-02-24T16:28:00","guid":{"rendered":"https:\/\/e3mag.com\/?post_type=tribe_events&#038;p=161058"},"modified":"2026-08-27T13:21:05","modified_gmt":"2026-08-27T11:21:05","slug":"e3-roundtable-databricks-snowflack-datasphere-und-sap-bdc","status":"publish","type":"tribe_events","link":"https:\/\/e3mag.com\/de\/event\/e3-roundtable-databricks-snowflack-datasphere-und-sap-bdc\/","title":{"rendered":"E3-Roundtable: Mittelstand zwischen monolitischer Suite und Composable ERP"},"content":{"rendered":"<h2>Monolithische Suite versus Composable Enterprise<\/h2>\n<p>F\u00fcr klassische Industriekunden etabliert sich in der Praxis immer h\u00e4ufiger ein hybrider Koexistenz-Ansatz. Es geht um die Frage der Produktivit\u00e4t von End-to-End-Prozessen. Wie erreicht der Mittelstand ohne gro\u00dfe IT-Abteilungen eine ERP-Produktivit\u00e4t f\u00fcr seine Gesch\u00e4ftsprozesse: Welche IT-Architektur, Software-Auswahl und Organisationsform ist notwendig oder gew\u00fcnscht?<\/p>\n<p>F\u00fcr SAP-Bestandskunden ist die Frage nach der optimalen Software-Infrastruktur l\u00e4ngst zu einer strategischen Grundsatzentscheidung eskaliert. W\u00e4hrend SAP \u00fcber Jahrzehnte das Dogma der integrierten Gesamtsuite (Best-of-Suite) predigte \u2013 bei dem von der Produktion bis zur Gehaltsabrechnung alles in einem einzigen System lief \u2013, bricht dieses Monopol in der Cloud-\u00c4ra unaufhaltsam auf.<\/p>\n<p>Der Markt driftet un\u00fcbersehbar in Richtung einer Composable-ERP-Architektur, bei der spezialisierte Marktf\u00fchrer (Best-of-Breed) \u00fcber standardisierte Schnittstellen miteinander verkn\u00fcpft werden. In diesem Spannungsfeld stehen sich die beiden Softwareriesen SAP und der US-Herausforderer Workday gegen\u00fcber. Bestandskunden, die vor dem erzwungenen S\/4-Umstieg stehen, nutzen diesen technologischen Wendepunkt zunehmend, um ihre Kernbereiche \u2013 namentlich das Personalwesen (HCM) und das Finanzwesen (Finance) \u2013 kritisch zu evaluieren und gegebenenfalls neu auszurichten.<\/p>\n<p>Der Unterschied zwischen Workday und SAP liegt in der DNA ihrer Software-Architektur. Workday wurde von Anfang an konsequent als cloudnatives System ohne die l\u00e4stigen Altlasten jahrzehntealter On-prem-Systeme konzipiert. Das gesamte Plattformversprechen basiert auf dem Prinzip einer einzigen, einheitlichen Datenquelle (Single Source of Truth), ein konsistentes Sicherheitsmodell, eine durchg\u00e4ngige User Experience und ein einziger Releasestand f\u00fcr alle Kunden weltweit.<\/p>\n<p>Die Entscheidung f\u00fcr das eine oder andere System muss sich strikt am Gesch\u00e4ftsmodell des Anwenders orientieren: F\u00fcr Dienstleister, Medienh\u00e4user oder Handelsunternehmen, bei denen die Mitarbeiter und deren spezifische Skills das wichtigste Asset und der gr\u00f6\u00dfte Kostenblock sind, bietet Workday die deutlich modernere, flexiblere und wartungs\u00e4rmere Plattform. Die globale SAP-Anwendergemeinschaft blickt irritiert auf die oft sprunghaften Cloud-Botschaften aus Walldorf, die Kunden zwischen Hybrid-, Private- und Public-Szenarien ohne klaren Kompass gefangen halten. F\u00fcr mittelst\u00e4ndische Unternehmen \u2013 die von Workday pragmatisch anhand einer Mitarbeiterzahl von bis zu 3.500 definiert werden \u2013 und f\u00fcr SAP-Bestandskunden bietet der US-amerikanische Herausforderer Workday einen technischen und organisatorischen Befreiungsschlag. Der entscheidende Hebel liegt in der kompromisslosen Cloud-only- und Cloud-native-Philosophie.<\/p>\n<p>Speziell f\u00fcr den Mittelstand, der im volatilen Marktumfeld im Gegensatz zu Weltkonzernen weder \u00fcber unbegrenzte IT-Budgets noch \u00fcber riesige Entwickler-Ressourcen verf\u00fcgt, hat der Cloud-Anbieter mit Workday GO ein ma\u00dfgeschneidertes, vorkonfiguriertes Paket geschn\u00fcrt. Dieses Angebot b\u00fcndelt HR, globale Entgeltabrechnung und Finanzen auf einer einzigen Plattform und erm\u00f6glicht einen schnellen, risikoarmen Go-live auf Basis von \u00fcber 270 vordefinierten Best-Practice-Prozessen. Die Implementierung erfolgt dabei im Rahmen eines transparenten Festpreispakets mit klar definiertem Funktionsumfang (Fix-Scope). Dies sichert einen schnellen Return on Investment und schont die internen IT-Teams, da der gesamte Support und die Wartung der Hard- und Software vollst\u00e4ndig in die Cloud ausgelagert werden.<\/p>\n<p>Zudem partizipieren mittelst\u00e4ndische Anwender \u00fcber die einheitliche Plattform unmittelbar an technischen Innovationen \u2013 wie dem sofortigen Zugriff auf hochentwickelte KI-Agenten \u2013, die sonst nur von finanzstarken Gro\u00dfkonzernen vorangetrieben werden k\u00f6nnten. Aus Sicht der Anwender und Fachbereiche f\u00fchrt dieser Wechsel zu einer sp\u00fcrbaren Steigerung der Produktivit\u00e4t und einer modernen Employee Experience, die herk\u00f6mmliche, men\u00fclastige ERP-Systeme nicht bieten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Workday orientiert sich konsequent an den Bed\u00fcrfnissen der Belegschaft und erm\u00f6glicht \u00fcber einen intuitiven Mobile-First-Ansatz den weltweiten Echtzeit-Zugriff auf HR- und Finanzprozesse rund um die Uhr. F\u00fcr den klassischen SAP-Bestandskunden bedeutet der Weg zu Workday keineswegs eine r\u00fccksichtslose Rip-and-Replace-Aktion, bei der das m\u00fchsam aufgebaute ERP-Fundament vernichtet werden muss. Vielmehr etabliert sich in der Praxis ein hochgradig agiles Best-of-Breed-Szenario. W\u00e4hrend komplexe physische Kernprozesse der Produktion, Materialwirtschaft oder Logistik weiterhin im bew\u00e4hrten SAP-System abgewickelt werden, lagern Unternehmen das strategische Talentmanagement, die Personalplanung und zukunftsorientierte Finanzsimulationen in die Workday-Cloud aus.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Monolithische Suite versus Composable Enterprise F\u00fcr klassische Industriekunden etabliert sich in der Praxis immer h\u00e4ufiger ein hybrider Koexistenz-Ansatz. Es geht um die Frage der Produktivit\u00e4t von End-to-End-Prozessen. Wie erreicht der Mittelstand ohne gro\u00dfe IT-Abteilungen eine ERP-Produktivit\u00e4t f\u00fcr seine Gesch\u00e4ftsprozesse: Welche IT-Architektur, Software-Auswahl und Organisationsform ist notwendig oder gew\u00fcnscht? 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