{"id":97112,"date":"2021-10-04T08:00:00","date_gmt":"2021-10-04T06:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/e3mag.com\/?p=97112"},"modified":"2021-09-17T10:42:31","modified_gmt":"2021-09-17T08:42:31","slug":"radikaler-wandel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/e3mag.com\/de\/radikaler-wandel\/","title":{"rendered":"Radikaler Wandel"},"content":{"rendered":"\n<p>SAP hat zwanzig Jahre lang mit betriebswirtschaftlichen, organisatorischen und technischen Innovationen die IT revolutioniert \u2013 zu Beginn von SAP nannte man die IT noch DV\/Org. An dieser Stelle muss der Vorg\u00e4nger des <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/e3mag.com\/category\/meinung\/noname\/\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/e3mag.com\/category\/meinung\/noname\/\" target=\"_blank\">E-3 No\/\u00adNames<\/a> erw\u00e4hnt werden. Jahrzehntelang schrieb Sebastian Trauerwein als DV\/Org-Leiter und sp\u00e4ter als Informa\u00adtion Resources Manager in der deutschen Computerwoche \u00fcber IT und gegen IBM und SAP. Was beweist, dass SAP immer schon eine Herausforderung f\u00fcr Anwender, Analysten und Journalisten war.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Fundament des ERP-Konzerns entstand durch zahlreiche IT-Innovationen, die damals ein Alleinstellungsmerkmal waren. Die Ausrichtung auf Software in einer Zeit, als IBM noch Milliardenums\u00e4tze mit Hardware machte, war auch der Grund, warum die f\u00fcnf ehemaligen IBM-Manager ihrem Arbeitgeber k\u00fcndigten und SAP gr\u00fcndeten. Der Single Point of Truth als zentraler Datenbankserver in einem dreistufigen Client\/Server-Modell war revolution\u00e4r, die vielen betriebswirtschaftlichen Algorithmen einzigartig.<\/p><div class=\"great-fullsize-content-de\" style=\"float: left;\" id=\"great-2886569871\"><div id=\"great-1728981636\" style=\"margin-bottom: 20px;\"><a data-no-instant=\"1\" href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=6ZGXMPyM-nU\" rel=\"noopener\" class=\"a2t-link\" target=\"_blank\" aria-label=\"banner_26-04_29_1200x150\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1.jpg\" alt=\"\"  srcset=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1.jpg 1200w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-400x50.jpg 400w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-768x96.jpg 768w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-100x13.jpg 100w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-480x60.jpg 480w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-640x80.jpg 640w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-720x90.jpg 720w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-960x120.jpg 960w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-1168x146.jpg 1168w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-18x2.jpg 18w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-600x75.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" width=\"1200\" height=\"150\"  style=\" max-width: 100%; height: auto;\" \/><\/a><\/div><\/div>\n\n\n\n<p>Aktuell bem\u00fcht sich SAP, mit beliebigen Allerweltsprodukten aus dem IT-Bauchladen seine Ums\u00e4tze zu erzielen. SAP ist auf dem Weg zu Austauschbarkeit. Sp\u00e4testens 2030 wird SAP kein einziges Produkt mehr besitzen, das ein Alleinstellungsmerkmal besitzt! Dann werden die SAP-Bestandskunden die ERP-Angebote wechseln k\u00f6nnen, wie heute schon PCs, Tablets und Smartphones beliebig ausgewechselt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch das Hana-Lock-in verliert bis 2030 seine G\u00fcltigkeit. Noch immer wird S\/4 nur auf \u201eHana\u201c zum Laufen kommen, aber Open Source, neues Silicon (siehe auch M1-Prozessor von Apple) und Simulationsprogramme werden zahlreiche Hana-Clones hervorbringen, die wesentlich preiswerter als das Original sein werden \u2013 und wahrscheinlich auch schneller und ressourcenschonender.<\/p>\n\n\n\n<p>Gute Nachrichten f\u00fcr die SAP-Community: eine offene und preiswerte Hard- und Software-Infrastruktur, Hana-kompatible Datenbanken, zahlreiche ERP-Module von SAP, Partnern und Drittherstellern.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber SAP wird seine Preise dem allgemeinen Marktniveau anpassen m\u00fcssen. SAP wird nicht mehr bestimmend in den ERP-Rechenzentren sein. Der Marktwert von SAP wird so weit sinken, dass eine \u00dcbernahme durch Google, Microsoft oder AWS wahrscheinlich wird \u2013 und das Kartellamt wird nichts dagegen einwenden, weil die Bedeutung von SAP dann nur noch ein Bruchteil der aktuellen Vormachtstellung ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Und die SAP-Community? Weil Algorithmen und Datenstrukturen transparenter und preiswerter werden, wird die Community f\u00fcr Gesch\u00e4ftsprozesse und Organisation (siehe oben: DV\/Org) exponentiell wachsen. Die Herausforderungen werden in Zukunft nicht weniger, womit das betriebswirtschaftliche Standardwissen der SAP-Algorithmen inklusive Z-Namensraum nicht nur \u00fcberlebenswichtig sein wird, sondern sich dynamisch weiterentwickeln wird.<br>Das Narrativ von SAP-Chef Christian Klein ist naturgem\u00e4\u00df ein anderes! Aber seine Botschaft verf\u00e4ngt sich nicht mehr in den Pl\u00e4nen der Investoren und Konzepten der Bestandskunden. Anl\u00e4sslich der Pr\u00e4sentation der Zahlen zum zweiten Quartal sprach SAP-Chef Christian Klein von einem \u201efantastischen Quartal\u201c \u2013 und ordentlichen Zahlen in Sichtweite f\u00fcr Ende dieses Jahres. Er und SAP-Finanzvorstand Luka Mucic zeigten mit den aktuellen Cloud-Diensten sowie einer leichten Anhebung der Prognose einen gewissen Optimismus. Der verhaltene Aktienkurs widerspiegelt diesen Optimismus jedoch nicht. Die Zustimmung der Community ist vorhanden, aber viele SAP-Bestandskunden erwarten sich mehr von SAP.<\/p>\n\n\n\n<p>Christian Klein und der gesamte SAP-Vorstand haben keine vorzeigbare Strategie, die \u00fcber 2023 hinausgeht. Es gibt kein Narrativ, das die ERP-Welt jenseits von 2025 erkl\u00e4rt und skizziert, was mit S\/4 nach 2030 passiert. Wer in den kommenden f\u00fcnf Jahren auf S\/4 migriert, der will auch wissen, wie das SAP\u2019sche ERP-System in zehn Jahren aussieht. Die Bestandskunden brauchen Planungssicherheit und bekommen als Antwort: Intelligent Enterprise. \u201eSch\u00f6n\u201c und \u201eintelligent\u201c sind wir ohnehin! Mit dem beliebigen Versprechen eines intelligenten Enterprise-ERP erh\u00f6ht Christian Klein den Diskussionsbedarf, statt konkrete Antworten zu liefern. Es braucht viel Mut f\u00fcr einen S\/4-Releasewechsel. Auf dem kommenden DSAG-Onlinekongress will Christian Klein erkl\u00e4ren, was das Intelligente am Intelligent Enterprise werden k\u00f6nnte und wo in Zukunft die Alleinstellungsmerkmale von SAP zu finden sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Bleibt die Frage nach der Notwendigkeit des radikalen Wandels und den Vor- und Nachteilen. F\u00fcr SAP werden die kommenden Jahre eine Herausforderung darstellen in der Transformation vieler Alleinstellungsmerkmale der Vergangenheit hin zu standardisierten und damit austauschbaren Produkten. Inspiration kann sich SAP bei Microsoft holen, das einstige Windows- und Office-Unternehmen ist nun eine Cloud Company inklusive Open Source.<\/p>\n\n\n\n<p>SAP sollte andere erfolgreiche IT-Unternehmen nicht kopieren, sondern einen eigenen Weg finden, der auch einen radikalen Wandel einschlie\u00dfen kann.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kein IT-Unternehmen hat sich einem \u00e4hnlich radikalen Wandel wie SAP unterworfen. Der \u00dcbergang von Windows zu Office zu Cloud bei Microsoft erscheint dazu als harmloser Sonntagsspaziergang.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":4146,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"pmpro_default_level":"","footnotes":""},"categories":[8,39790],"tags":[15484,59,8855,39824],"coauthors":[27825],"class_list":["post-97112","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-editorial","category-mag-21-09","tag-editorial","tag-microsoft","tag-peter-faerbinger","tag-pmf","pmpro-has-access"],"acf":[],"featured_image_urls_v2":{"full":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Editorial-e1699258340479.jpg",1000,400,false],"thumbnail":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Editorial-e1699258340479-150x150.jpg",150,150,true],"medium":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Editorial-e1699258340479-400x160.jpg",400,160,true],"medium_large":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Editorial-e1699258340479-768x307.jpg",768,307,true],"large":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Editorial-e1699258340479.jpg",1000,400,false],"image-100":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Editorial-e1699258340479-100x40.jpg",100,40,true],"image-480":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Editorial-e1699258340479-480x192.jpg",480,192,true],"image-640":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Editorial-e1699258340479-640x256.jpg",640,256,true],"image-720":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Editorial-e1699258340479-720x288.jpg",720,288,true],"image-960":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Editorial-e1699258340479-960x384.jpg",960,384,true],"image-1168":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Editorial-e1699258340479.jpg",1000,400,false],"image-1440":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Editorial-e1699258340479.jpg",1000,400,false],"image-1920":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Editorial-e1699258340479.jpg",1000,400,false],"1536x1536":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Editorial-e1699258340479.jpg",1000,400,false],"2048x2048":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Editorial-e1699258340479.jpg",1000,400,false],"trp-custom-language-flag":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Editorial-e1699258340479-18x7.jpg",18,7,true],"bricks_large_16x9":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Editorial-e1699258340479.jpg",1000,400,false],"bricks_large":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Editorial-e1699258340479.jpg",1000,400,false],"bricks_large_square":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Editorial-e1699258340479.jpg",1000,400,false],"bricks_medium":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Editorial-e1699258340479-600x240.jpg",600,240,true],"bricks_medium_square":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Editorial-e1699258340479-600x400.jpg",600,400,true],"profile_24":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Editorial-e1699258340479-24x24.jpg",24,24,true],"profile_48":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Editorial-e1699258340479-48x48.jpg",48,48,true],"profile_96":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Editorial-e1699258340479-96x96.jpg",96,96,true],"profile_150":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Editorial-e1699258340479-150x150.jpg",150,150,true],"profile_300":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Editorial-e1699258340479-300x300.jpg",300,300,true]},"post_excerpt_stackable_v2":"<p>Kein IT-Unternehmen hat sich einem \u00e4hnlich radikalen Wandel wie SAP unterworfen. 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