{"id":75185,"date":"2021-07-14T17:50:00","date_gmt":"2021-07-14T15:50:00","guid":{"rendered":"http:\/\/e3mag.com\/?p=75185"},"modified":"2024-01-19T14:48:11","modified_gmt":"2024-01-19T13:48:11","slug":"gekauft-haben-wir-schon","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/e3mag.com\/de\/gekauft-haben-wir-schon\/","title":{"rendered":"Gekauft haben wir schon"},"content":{"rendered":"\n<p>Anfang Mai pr\u00e4sentierte Peter Hartmann die Ergebnisse einer Umfrage aus der Schweizer SAP-Community. Die Erkenntnisse von der Vereinigung IG SAP CH haben Gewicht, versammelt sich hier doch eine SAP-Lizenzsumme von \u00fcber 600 Mio. Schweizer Franken, daraus ergeben sich Wartungskosten von etwa 120 Mio. Franken pro Jahr. <\/p>\n\n\n\n<p>Diese Interessengruppe ist somit eine sehr gewichtige Stimme in der deutschsprachigen SAP-Community. Die IG SAP wurde im Jahr 2008 durch die Mitglieder des Ostschweizer CIO Circle gegr\u00fcndet und besteht aktuell aus C-Level-Management, SAP-CC-Leitern, SAP-Spezialisten, Rechts- und Lizenzexperten. Die Umfrage wurde durch die IG SAP im M\u00e4rz bis April 2021 bei ihren Mitgliedern durchgef\u00fchrt.<\/p><div class=\"great-fullsize-content-de\" style=\"float: left;\" id=\"great-256158839\"><div id=\"great-2963093502\" style=\"margin-bottom: 20px;\"><a data-no-instant=\"1\" href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=6yfv7eho3Gc\" rel=\"noopener\" class=\"a2t-link\" target=\"_blank\" aria-label=\"Fullsize\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150.jpg\" alt=\"Fullsize\"  srcset=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150.jpg 1200w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-400x50.jpg 400w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-768x96.jpg 768w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-100x13.jpg 100w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-480x60.jpg 480w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-640x80.jpg 640w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-720x90.jpg 720w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-960x120.jpg 960w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-1168x146.jpg 1168w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-18x2.jpg 18w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-600x75.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" width=\"1200\" height=\"150\"  style=\" max-width: 100%; height: auto;\" \/><\/a><\/div><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Loyal, aber nicht zufrieden<\/h3>\n\n\n\n<p>Die Ergebnisse der Schweizer Umfrage zeigen ein deutliches Bekenntnis zu SAP als ERP-Softwarelieferant, aber weniger eine Begeisterung f\u00fcr Cloud und nur differenziert f\u00fcr die neuen SAP-Themen. Die subjektive Einsch\u00e4tzung der E-3 Redaktion aus der Umfrage: Es gibt noch zu viele alte (Lizenz-)Baustellen, bevor hier keine Antworten von SAP geliefert werden, kann sich der SAP-Bestandskunde nicht auf neue Themen fokussieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Im vergangenen Jahr wurde die Wartungsverl\u00e4ngerung von ERP\/ECC 6.0 bis 2027 und erweitert bis 2030 angek\u00fcndigt. Das d\u00fcrfte zu einiger Entspannung bei den S\/4-Migrationsvorhaben gef\u00fchrt haben, vermutet Peter Hartmann auf Basis der vorliegenden Antworten. S\/4 Hana ist mittlerweile seit 2015 im Markt. Im Jahr 2020 waren gem\u00e4\u00df SAP-Quelle erst 8100 S\/4-Anwender von gesamt 440.000 produkiv. <\/p>\n\n\n\n<p>Der Blick auf die Umfrage zeigt, SAP-Bestandskunden tun sich immer noch schwer. Peter Hartmann f\u00fchrt als Gr\u00fcnde dazu an: zus\u00e4tzliche Kosten, mangelhafte Integration, fehlender Business Case und der Zwang in Richtung Cloud-L\u00f6sungen. In Summe verhindert das bei vielen SAP-ERP-Stammkunden die S\/4-Conversion, weil sie mit ihrem aktuellen Zustand, SAP Business Suite 7, zufrieden sind. <\/p>\n\n\n\n<p>Digitale Transformation geht auch so \u2013 wie auch der deutschsprachige Anwenderverein DSAG schon vor vielen Jahren feststellte. Laut Peter Hartmann entsteht dadurch Unzufriedenheit bei den Bestandskunden, weil der Gro\u00dfteil der einbezahlten Wartungskosten von SAP in S\/4 Hana investiert wird. Daraus folgt bei den Schweizer SAP-Anwendern schnell die Forderung, den Wartungssatz f\u00fcr das auslaufende System zu reduzieren.<\/p>\n\n\n\n<p>In der aktuellen Transformationsphase scheint nicht nur die Unzufriedenheit, sondern auch die Orientierungslosigkeit gro\u00df zu sein. Einer der Studienteilnehmer kommentiert folgend: \u201e<em>Bei SAP \u00e4ndert sich momentan permanent fast alles: Technologie, Produkte, Bezeichnungen, Lizenzmodelle, (End-)Termine, Preise, Konditionen, SAP-Ansprechpartner. Dabei ist in den vergangenen zw\u00f6lf Jahren vieles nicht besser geworden. Es ist insbesondere ein Problem, kompetente Ansprechpartner auf Augenh\u00f6he zu finden \u2013 das ist \u00e4u\u00dferst anstrengend geworden!\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Rise with SAP<\/h3>\n\n\n\n<p>Das Feedback der Schweizer SAP-Bestandskunden spricht eine klare Sprache. 97 Prozent sind kritisch gegen\u00fcber der aktuellen SAP-Strategie eingestellt. \u201eCloud only\u201c kommt nicht gut an, erkennt Peter Hartmann, weil viele Anwender weiterhin auf ihre bew\u00e4hrten und kosteng\u00fcnstigeren On-prem-Systeme bauen. Hartmann meint dazu: Man k\u00f6nnte gut zum Schluss kommen, dass SAP die Bed\u00fcrfnisse der Kunden nach mehr Transparenz, Verbindlichkeit und Orientierung nicht ernst nimmt. Mit der Rise-Initiative gab es aus Sicht der IG SAP noch mehr Verunsicherung. Dazu sind die Bestandskunden skeptisch, ob SAP auch ein Partner f\u00fcr Business Transformation sein kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Cloud first oder Cloud only scheint kein Erfolg in der SAP-Community zu werden, eine Stimme aus der Umfrage: \u201eMit den Cloud-L\u00f6sungen von SAP sind wir sehr eingeschr\u00e4nkt und sehr teuer unterwegs. Das macht aus der vorhandenen Erfahrung he-raus f\u00fcr uns keinen Sinn. Intern bringen wir auch den Standard nicht weiter, was auch gegen eine Cloud-Variante spricht. Der gro\u00dfe Ruck durch das Unternehmen, in Richtung S\/4 aufzubrechen, ist leider bis heute nicht sp\u00fcrbar \u2013 alle sind mit dem, was man an M\u00f6glichkeiten hat, ziemlich zufrieden.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Die S\/4-Conversion ist ins Stocken geraten. Der franz\u00f6sische Philosoph Voltaire (1694\u20131778) sagte es im Moralgedicht \u201eLa B\u00e9gueule\u201c deutlich: \u201e<em>Mein liebes Kind, nichts ist gef\u00e4hrlicher, als das Gute zu verlassen, um es noch besser zu haben.<\/em>\u201c Auch mit ECC 6.0 und einer On-prem-Architektur l\u00e4sst sich die digitale Transformation meistern \u2013 was naturgem\u00e4\u00df nicht gegen eine hybride Infrastruktur spricht. <\/p>\n\n\n\n<p>Ein anderer Studienteilnehmer meint dazu: \u201e<em>Das neue SAP-Management forciert die Integration auf allen Ebenen. Wir hoffen, dass es gelingt, die ambitionierte Zeitplanung einzuhalten, und dass wesentliche Verbesserungen bei der Implementierung von Zusatzprodukten schnell sichtbar werden. Ob SAP bereits die Kapazit\u00e4ten hat, um Rise umfassend zu liefern, sehen wir eher kritisch. Wie sich das Verh\u00e4ltnis zwischen S\/4 Hana on-premises und Cloud entwickeln wird, bleibt abzuwarten.<\/em>\u201c<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Mehrwert oder Abh\u00e4ngigkeit<\/h3>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die IG SAP Schweiz ist Fakt, dass der in \u201eRise with SAP\u201c enthaltene Ansatz einer gesamtheitlichen Sicht auf Gesch\u00e4ftsprozesse, Daten und Technologien bereits in vielen Bereichen in den Unternehmen etabliert ist. Da kann ein integriertes Zusammenspiel mit SAP durchaus positiv angesehen werden. Wie auch eine Vereinfachung des komplexen Vertragswerkes durch den Single Point of Contact. Allerdings stehen dem gro\u00dfe Vorbehalte der SAP-Anwender gegen\u00fcber \u2013 wegen zunehmender Abh\u00e4ngigkeit von SAP durch Rise.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Verlagerung von on-prem in die Cloud bringt gem\u00e4\u00df der IG-SAP-Beurteilung preislich keine Vorteile. SAP als gesamtheitlichen digitalen Dienstleister sieht man in der Schweiz eher nicht \u2013 auch wegen der noch h\u00f6heren Abh\u00e4ngigkeit. Weiter fasst Peter Hartmann die Meinung der Schweizer SAP-Community zusammen: \u201e<em>Zudem ist die Integration von verschiedenen L\u00f6sungen nicht die St\u00e4rke von SAP. So, wie wir SAP wahrnehmen, sind sie auch nicht so organisiert, als dass sie als einheitlicher Dienstleister auftreten k\u00f6nnten. <\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Es gibt z. B. Account Manager f\u00fcr On-prem-Lizenzen, f\u00fcr Cloud-L\u00f6sungen, f\u00fcr Service und Beratung, die aber alle aus anderen Bereichen kommen. An diese 20 Prozent TCO-Reduktion glauben wir nicht, mir w\u00e4re kein Ansatz von SAP bekannt, der in diese Richtung geht. SAP m\u00fcsste Lizenzwartungen und SaaS-Geb\u00fchren markant senken, damit wir als Kunde gr\u00f6\u00dfere Einsparungen erreichen k\u00f6nnten. Helfen w\u00fcrde auch ein flexibleres Lizenzmodell f\u00fcr On-prem-Lizenzen. Die Barrieren, um sich von Lizenzen zu trennen, die man nicht mehr braucht, sind viel zu hoch.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>SAP-Bestandskunden sind im Dilemma: Warten auf Business Case oder einfach strategische Entscheidungen treffen in Richtung S\/4? Dazu weg von on-prem und nur noch Cloud? Damit (noch) mehr Abh\u00e4ngigkeit von SAP in Kauf nehmen, aber daf\u00fcr wieder an den Innovationen partizipieren, die vorwiegend in S\/4 get\u00e4tigt werden? <\/p>\n\n\n\n<p>Fakt ist, dass SAP-Strategie und Erwartungen von SAP-Kunden divergieren. Zwar ist der Anteil an S\/4-Anwendern in den vergangenen zwei Jahren leicht gestiegen, aber vieles bleibt unklar: Produkt-Roadmaps fehlen, mangelnde Integration und Durchg\u00e4ngigkeit der S\/4-Produkte, ungen\u00fcgendes Preis-Leistungs-Verh\u00e4ltnis in den Wartungs-<br>modellen und insbesondere M\u00e4ngel in der Servicequalit\u00e4t.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Ergebnisse der Umfrage zeigen auch einen hohen Anteil an Hosting und Out-<br>sourcing, aber, wie schon erw\u00e4hnt, wenig Bereitschaft f\u00fcr Cloud Computing. Offensichtlich will der Markt ein On-premises-Modell mit ausgelagertem Rechenzentrum \u2013 letztendlich ist es eine gute Idee, die Herrschaft \u00fcber die eigenen Lizenzen zu behalten: Man wei\u00df nie, was kommt, oder?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die IG SAP Schweiz ist heute die einzige unabh\u00e4ngige Vereinigung in der SAP-Community mit Fokus auf rechtliche und kommerzielle Themen. 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