{"id":72362,"date":"2021-04-14T08:00:00","date_gmt":"2021-04-14T06:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/e3mag.com\/?p=72362"},"modified":"2024-01-19T14:48:14","modified_gmt":"2024-01-19T13:48:14","slug":"ein-marathon-fuer-die-it-ein-halbmarathon-fuer-die-energiebranche","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/e3mag.com\/de\/ein-marathon-fuer-die-it-ein-halbmarathon-fuer-die-energiebranche\/","title":{"rendered":"Ein Marathon f\u00fcr die IT \u2013 ein Halbmarathon f\u00fcr die Energiebranche"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Mit welchen Produkten sind Sie gestartet?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wolfgang D\u00f6rr:<\/strong> Mit konkreten Produkten eigentlich weniger. Gestartet sind wir alle an der Uni mit der Univac 1108, also so ein alter \u201eVorkriegstrecker\u201c. Wir haben Kundenl\u00f6sungen mit IBM-Midrange-Rechnern beginnend mit IBM\/3 bis IBM\/38 und dann \u00fcber die AS\/400 bis heute zur i5 entwickelt. Um es vorsichtig auszudr\u00fccken: Der Kundenkreis war nicht ganz so spendabel wie die Unternehmen, die im Gro\u00dfrechnerbereich unterwegs waren. <\/p><div class=\"great-fullsize-content-de\" style=\"float: left;\" id=\"great-1027225033\"><div id=\"great-487655052\" style=\"margin-bottom: 20px;\"><a data-no-instant=\"1\" href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=6yfv7eho3Gc\" rel=\"noopener\" class=\"a2t-link\" target=\"_blank\" aria-label=\"Fullsize\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150.jpg\" alt=\"Fullsize\"  srcset=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150.jpg 1200w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-400x50.jpg 400w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-768x96.jpg 768w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-100x13.jpg 100w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-480x60.jpg 480w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-640x80.jpg 640w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-720x90.jpg 720w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-960x120.jpg 960w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-1168x146.jpg 1168w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-18x2.jpg 18w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-600x75.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" width=\"1200\" height=\"150\"  style=\" max-width: 100%; height: auto;\" \/><\/a><\/div><\/div>\n\n\n\n<p>Deswegen ist zum Beispiel SAP eine ganz andere Erfolgsstory. Bei deren Kunden sa\u00df das Geld etwas lockerer. Das ist ein Riesenunterschied, damit kann man einfacher Produkte kreieren. Grunds\u00e4tzlich hat die SAP nichts anderes gemacht als wir: Sie hat aus ihren Kundeninstallationen den Honig gesaugt und gesagt: Hurra, wir haben einen Standard. <\/p>\n\n\n\n<p>Wir haben dagegen Produkte auf Zuruf entwickelt, beispielsweise eine Auftragsabwicklung. Angefangen hat es mit dem Rechnungswesen, also Finanz- und Anlagenbuchhaltung, und dann war irgendwann das erste ERP-Modul an der Reihe f\u00fcr den Vertrieb, die Beschaffung oder sp\u00e4ter die Produktionssteuerung.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Welche Herausforderungen bietet die jahrelange SAP-Zusammenarbeit?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>D\u00f6rr<\/strong>: Die Gr\u00f6\u00dfenunterschiede waren in den Achtzigerjahren nicht dramatisch, aber das Potenzial war bei uns m\u00e4\u00dfig im Vergleich zu dem, was SAP realisieren konnte. Deshalb gab es von unserer Seite auch niemals Befindlichkeiten gegen\u00fcber SAP. Wir hatten immer Hochachtung in Richtung Walldorf und deren Klasse-Job in einem anderen Marktumfeld anerkannt. <\/p>\n\n\n\n<p>Die Namen kannte man, wir waren ja in r\u00e4umlicher N\u00e4he, hatten aber miteinander nie gro\u00dfartig Ber\u00fchrungspunkte bis zum Jahr 1995, als wir mit der SAP unseren Systemhausvertrag ausgehandelt haben. Damals verhandelte etwa noch ein Dietmar Hopp mit uns. Wir haben damals einen der ersten Systemhausvertr\u00e4ge mit SAP unterschrieben. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"800\" title=\"Ein marathon f\u00fcr die it \u2013 ein halbmarathon f\u00fcr die energiebranche\" src=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Wolfgang-doerr.jpg\" alt=\"Wolfgang-doerr.jpg\" class=\"wp-image-72365\" srcset=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Wolfgang-doerr.jpg 800w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Wolfgang-doerr-150x150.jpg 150w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Wolfgang-doerr-768x768.jpg 768w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Wolfgang-doerr-100x100.jpg 100w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Wolfgang-doerr-480x480.jpg 480w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Wolfgang-doerr-640x640.jpg 640w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Wolfgang-doerr-720x720.jpg 720w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Wolfgang-doerr-24x24.jpg 24w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Wolfgang-doerr-48x48.jpg 48w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Wolfgang-doerr-96x96.jpg 96w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Wolfgang-doerr-300x300.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption><strong>Wolfgang D\u00f6rr<\/strong>, IT-Unternehmensgr\u00fcnder mit viel SAP-Erfahrung: \u201eLangfristig zufriedene Kunden \u2013 haben wir erreicht.\u201c<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Der Unterschied zu heute ist die klare Ansage. Man musste akzeptieren, dass der gro\u00dfe Partner diktiert, welche Musik gespielt wird. Da konnten Sie nicht dran vorbei. Da braucht man nicht dar\u00fcber nachdenken, wer die Leitlinien vorgegeben hat. Der Umgang mit Dietmar Hopp war aber immer von Fairness gepr\u00e4gt. <\/p>\n\n\n\n<p>Nicht der kumpelhafte Typ, um Gottes willen, das ist er bestimmt nicht; aber er hatte Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Situation des anderen und hat auch mal nachgegeben. Das ist ein Unterschied zu heute, denn heute f\u00e4llt es ganz schwer, das Wort \u201enachgegeben\u201c mit SAP in Verbindung zu bringen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Worauf kommt es heute bei SAP an?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>D\u00f6rr<\/strong>: Es ist wichtig, dass man bei den vielen Tausend Mitarbeitern ein paar Personen noch pers\u00f6nlich kennt, mit denen man sich im Zweifelsfall austauschen kann, wo man \u2013 wie hei\u00dft es so sch\u00f6n \u2013 auf dem kleinen Dienstweg auch mal was bewegen kann. Nat\u00fcrlich nicht an der Administration vorbei, sonst gibt es \u00c4rger mit der Rechtsabteilung. <\/p>\n\n\n\n<p>Ich habe von Anfang an gesagt: Wer mit dem Teufel isst, muss einen langen L\u00f6ffel haben. Dies gilt inzwischen wahrscheinlich bei allen Gro\u00dfen, wenn man als Kleiner mit ihnen Gesch\u00e4fte machen will. Als SAP-Partner sind wir auf deren Produkte angewiesen und wir wollen mit den SAP-Kunden arbeiten. <\/p>\n\n\n\n<p>Demzufolge ist klar: Wir m\u00fcssen ein gutes Klima und Arrangement nach Walldorf herstellen. Grunds\u00e4tzlich haben wir mit der Holding, der SAP SE, wenig zu tun, sondern wir arbeiten ja vorwiegend mit den Landesgesellschaften zusammen. Es gab jedoch eine Zeit, da stand bei der SAP der Profit absolut im Vordergrund. <\/p>\n\n\n\n<p>Aber wenn man die Partnerwelt \u201eplattwalzt\u201c, dann hat man letztendlich auch nichts davon. Das hat man inzwischen verstanden. In letzter Zeit ist die Zusammenarbeit wieder besser und einfacher geworden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Was sind denn die Besonderheiten Ihrer Unternehmensgruppe?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>D\u00f6rr<\/strong>: Wir hatten anfangs sehr viele Studenten von der Uni Karlsruhe eingestellt. Die hatten zuvor noch nie einen anderen Arbeitgeber gehabt. Ein positives Signal und etwas Besonderes f\u00fcr sie war zu sehen, dass die Chefs richtig mitgearbeitet haben. Ein D\u00f6rr, der morgens sp\u00e4testens um acht Uhr auf der Matte stand, an ihrem Schreibtisch, und gearbeitet hat wie jeder andere auch. <\/p>\n\n\n\n<p>Das ist sicherlich ein Punkt, der offensichtlich bei anderen Unternehmen nicht so selbstverst\u00e4ndlich war. Hinzu kommen die Freiheitsgrade. Wir hatten von Anfang an Vertrauensarbeitszeit. Wir haben diese Vorz\u00fcge in den Bewerbungsgespr\u00e4chen schon immer deutlich adressiert.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Was waren die Gr\u00fcnde f\u00fcr den Aufbau des Bereichs Energie?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>D\u00f6rr<\/strong>: Unsere L\u00f6sung, die auf der eigenen ERP-L\u00f6sung basierte, lief bis in die Neunzigerjahre hinein, aber Zukunftschancen hatten wir nicht. Wir h\u00e4tten diese neu aufsetzen m\u00fcssen, aber das war wirtschaftlich nicht darstellbar. Die Frage war: Was machen wir mit unserem Know-how? Mit SAP haben wir uns f\u00fcr ein damaliges Wettbewerbsprodukt entschieden. <\/p>\n\n\n\n<p>Das hat sich angeboten, da wir ja einen Systemhausvertrag hatten. 1998 haben wir uns f\u00fcr IS-U nominieren lassen. 2001 sind wir mit dem ersten Kunden produktiv gegangen. Heute kann ich sagen: Die Entscheidung war richtig.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Danke f\u00fcr das Gespr\u00e4ch.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Jahr 1978 gr\u00fcndete Wolfgang D\u00f6rr mit Kommilitonen der Uni Karlsruhe sein erstes IT-Unternehmen. 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