{"id":72296,"date":"2021-04-01T08:00:00","date_gmt":"2021-04-01T06:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/e3mag.com\/?p=72296"},"modified":"2021-04-06T13:45:24","modified_gmt":"2021-04-06T11:45:24","slug":"deadlock","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/e3mag.com\/de\/deadlock\/","title":{"rendered":"Deadlock"},"content":{"rendered":"\n<p>Hier werden keine Schulnoten vergeben oder Manager an den Pranger gestellt, weil es ausschlie\u00dflich um die SAP-Community geht, um eine Roadmap f\u00fcr SAP-Bestandskunden. Konstruktiv und wichtig war die Wartungsverl\u00e4ngerung f\u00fcr den S\/4-Releasewechsel.<\/p>\n\n\n\n<p>Bis 2027\/2030 sollten alle Antworten auf dem Tisch liegen, sodass ein Bestandskunde evaluieren kann, mit welchem ERP-System er die kommenden 25 Jahre arbeiten will. Michael Kroker schrieb in der Wirtschaftswoche vollkommen richtig: \u201e<em>Ein DAX-Gigant unter Druck. Einmal SAP, immer SAP? Diese Zeiten sind vorbei!\u201c<\/em><\/p><div class=\"great-fullsize-content-de\" style=\"float: left;\" id=\"great-4030835252\"><div id=\"great-2662401246\" style=\"margin-bottom: 20px;\"><a data-no-instant=\"1\" href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=6ZGXMPyM-nU\" rel=\"noopener\" class=\"a2t-link\" target=\"_blank\" aria-label=\"banner_26-04_29_1200x150\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1.jpg\" alt=\"\"  srcset=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1.jpg 1200w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-400x50.jpg 400w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-768x96.jpg 768w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-100x13.jpg 100w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-480x60.jpg 480w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-640x80.jpg 640w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-720x90.jpg 720w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-960x120.jpg 960w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-1168x146.jpg 1168w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-18x2.jpg 18w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-600x75.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" width=\"1200\" height=\"150\"  style=\" max-width: 100%; height: auto;\" \/><\/a><\/div><\/div>\n\n\n\n<p>Anders gesagt: Christian Klein hat mit analytischem Verstand versucht, f\u00fcr SAP die Quadratur des Kreises zu finden. Was beim Gro\u00dfen fermatschen Satz nach 350 Jahren einigen brillanten Mathematikern gelang, werden wahrscheinlich die drei Musketiere \u2013 Christian Klein, J\u00fcrgen M\u00fcller und Thomas Saueressig \u2013 so schnell nicht hinbekommen. <\/p>\n\n\n\n<p>Nach der ruppigen \u00dcbergabe der SAP-F\u00fchrung von Bill McDermott an Jennifer Morgan und Christian Klein erschien die Herausforderung noch relativ simpel \u2013 \u00e4hnlich wie der Satz von Pierre de Fermat aus dem 17. Jahrhundert. Ausgangspunkt f\u00fcr Fermat war der jedem bekannte und vielfach angewendete Satz des Pythagoras: a2 + b2 = c2. Innerhalb weniger Minuten l\u00e4sst sich der Satz des Pythagoras f\u00fcr jeden anschaulich beweisen. <\/p>\n\n\n\n<p>Vielleicht \u00e4hnlich einfach wie ein Greenfield-Customizing von Hana und S\/4. Was Fermat tat, war nicht nur sehr anschaulich, sondern auf den ersten Blick sehr simpel \u2013 \u00e4hnlich wie die bekannte Formel von Bill McDermott: Run Simple.<\/p>\n\n\n\n<p>Fermat ersetzte im Satz des Pythagoras die Quadratsymbole durch \u201en\u201c mit n ist gleich gr\u00f6\u00dfer 2. Was nun? Gibt es eine L\u00f6sung f\u00fcr die Gleichung an + bn = cn? Nach 350 Jahren wissen wir: Es ist nur m\u00f6glich f\u00fcr n gleich 1 oder 2. Nun hat Christian Klein weder diese Zeit noch erscheint er als Teamspieler. Kurz nach der neuerlichen Doppelspitze bei SAP \u00fcbernahm Klein das Ruder und SAP-Co-CEO Jennifer Morgan musste gehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Konstruktiver Widerspruch ist in Walldorf nicht erw\u00fcnscht. Bereits zuvor musste unter Bill McDermott der damalige Technikvorstand Bernd Leukert \u00fcber Nacht gehen, weil er andere Vorstellungen von der Integration der Cloud-Zuk\u00e4ufe eines McDermotts hatte. Aktuell ist Leukert sehr erfolgreich als Technikvorstand bei der Deutschen Bank. <\/p>\n\n\n\n<p>Ein \u00e4hnliches Schicksal erfuhr Cloud-Pionier und SAP-Vorstand Rob Enslin. Auch seine Meinung war nicht gefragt und er ging zu Google. Jennifer Morgan musste ebenso gehen wie SAP-Vorst\u00e4ndin Adaire Fox-Martin, die den weltweiten Vertrieb hervorragend leitete.<\/p>\n\n\n\n<p>Gro\u00dfe Herausforderungen lassen sich aber nur im Team l\u00f6sen oder gemeinsam mit einer Community, siehe Gro\u00dfen fermatschen Satz. Fraglich ist, ob sich \u00fcberhaupt eine L\u00f6sung finden wird: Der Informatiker w\u00fcrde von Deadlock sprechen. Befriedigt SAP-Chef Klein seine Bestandskunden, verliert er die Cloud-Story. Gibt sich Klein innovativ und kauft er ein Start-up wie das Berliner Unternehmen Signavio, dann feiern ihn die Analysten und die Presse, aber die Bestandskunden bleiben verwirrt zur\u00fcck \u2013 ein \u00e4hnliches Produkt wie von Signavio steht seit vielen Jahren auf der SAP-Preisliste (PKL) und wird von Celonis geliefert.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Cloud-Story scheint momentan die gr\u00f6\u00dfte Baustelle zu sein, weil neue SAP-Kunden naturgem\u00e4\u00df zum anfangs preiswerten Cloud-Modell greifen. Aber finanztechnisch w\u00e4re es f\u00fcr SAP wichtig, nicht nur einen schnellen S\/4-Releasewechsel zu vollziehen, sondern ihre Bestandskunden auch in die Cloud zu heben. <\/p>\n\n\n\n<p>Ein weiterer Deadlock: Cloud ist die Story, aber die langj\u00e4hrigen Anwender verharren im On-premises. Langfristig erscheint die Cloud als zu teuer und zu unflexibel. Und \u00e4hnlich, wie SAP keine Antwort auf AnyDB nach 2025 hat, gibt es auch keine \u00fcberzeugende Cloud-Exit-Strategie. Wer aber nicht wei\u00df, wie er wieder rauskommt, will offensichtlich auch nicht hinein \u2013 ein weiterer Deadlock.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Liste der Ungereimtheiten l\u00e4sst sich fast beliebig fortsetzen: Den SAP-Bestandskunden wird eine No-Code\/Low-Code-Anwendung nach der anderen pr\u00e4sentiert. Vor einigen Jahren beschloss SAP eine \u00dcbereinkunft mit der Siemens-Tochter Mendix. Vergangenes Jahr pr\u00e4sentierte Technikvorstand J\u00fcrgen M\u00fcller Ruum als SAP-eigenes Low-Code-Angebot. <\/p>\n\n\n\n<p>Vor wenigen Wochen erkl\u00e4rte SAP-Chef Christian Klein den SAP-Bestandskunden die \u00dcbernahme des Berliner Start-ups Signavio f\u00fcr den geplanten Schwerpunkt Process Mining, aber auch inklusive einer No-Code-Anwendung. Mitte Februar verlautete SAP die \u00dcbernahme des No-Code-Entwicklers AppGyver. Somit sollten sich im n\u00e4chsten Quartal auf der PKL (Preis- und Konditionenliste) vier No-Code\/Low-Code-Anbieter <br>wiederfinden \u2013 der SAP-Bestandskunde hat die Qual der Wahl.<\/p>\n\n\n\n<p>Was zu Beginn der CEO-Karriere von Christian Klein noch einfach, wie der Satz des Pythagoras, aussah, entwickelte sich innerhalb k\u00fcrzester Zeit zum Jahrhundertproblem \u00e4hnlich dem Satz von Fermat. Wenn es in dieser Richtung weitergeht, wird SAP zum Stillstand kommen und der Deadlock ist endg\u00fcltig. <\/p>\n\n\n\n<p>Hoffnung gibt jedoch der SAP-Vorstand als Ganzes. Die Mischung mit den Neuzug\u00e4ngen von Microsoft, Sabine Bendiek und Julia White, ist nahezu perfekt. Wenn jetzt Christian Klein auch noch ein Teamspieler wird, ohne \u00fcberm\u00e4\u00dfige Lust am Controlling, k\u00f6nnte alles wieder gut werden.<\/p>\n\n\n\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist mehr als ein Lockdown. In Walldorf versucht man die Quadratur<br \/>\ndes Kreises und SAP wird scheitern. 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