{"id":70988,"date":"2021-01-13T14:13:47","date_gmt":"2021-01-13T13:13:47","guid":{"rendered":"http:\/\/e3mag.com\/?p=70988"},"modified":"2021-01-13T14:13:49","modified_gmt":"2021-01-13T13:13:49","slug":"vorstudie-schafft-transparenz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/e3mag.com\/de\/vorstudie-schafft-transparenz\/","title":{"rendered":"Vorstudie schafft Transparenz"},"content":{"rendered":"\n<p>Die Frage nach ihrem k\u00fcnftigen ERP-System k\u00f6nnen Anwender mit SAP-Software im Einsatz gew\u00f6hnlich schnell beantworten: Die Zukunft hei\u00dft S\/4HANA! Weniger eindeutig f\u00e4llt die Antwort nach dem besten Weg einer S\/4HANA-Implementierung aus. Laut einer aktuellen Studie der DSAG \u2013 der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe \u2013 sucht noch ein Drittel der Firmen den aussichtsreichsten Transformationsansatz f\u00fcr die eigene Organisation.<\/p>\n\n\n\n<p>Dabei stehen grunds\u00e4tzlich zwei Verfahren f\u00fcr den \u00dcbergang zur Wahl: Wer in S\/4HANA als digitalen Kern die Chance f\u00fcr eine komplette Neuausrichtung von Gesch\u00e4ftsfeldern und -prozessen sieht, landet in seinen \u00dcberlegungen schnell bei einer Neuimplementierung auf der gr\u00fcnen Wiese (Typ Greenfield). Wer eine stabile System- und Prozesslandschaft weiterhin bewahren m\u00f6chte, wird dagegen den Weg einer technischen Systemkonvertierung mit \u00fcberschaubaren, schrittweisen Modifikationen (Typ Brownfield) einschlagen. <\/p><div class=\"great-fullsize-content-de great-entity-placement\" style=\"float: left;\" id=\"great-3222699689\"><div id=\"great-1812731187\" style=\"margin-bottom: 20px;\"><a data-no-instant=\"1\" href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=6ZGXMPyM-nU\" rel=\"noopener\" class=\"a2t-link\" target=\"_blank\" aria-label=\"banner_26-04_29_1200x150\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1.jpg\" alt=\"\"  srcset=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1.jpg 1200w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-400x50.jpg 400w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-768x96.jpg 768w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-100x13.jpg 100w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-480x60.jpg 480w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-640x80.jpg 640w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-720x90.jpg 720w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-960x120.jpg 960w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-1168x146.jpg 1168w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-18x2.jpg 18w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-600x75.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" width=\"1200\" height=\"150\"  style=\" max-width: 100%; height: auto;\" \/><\/a><\/div><\/div>\n\n\n\n<p>Mitunter werden beide Ans\u00e4tze auch kombiniert als selektive Datentransition (Typ Blue- oder Orangefield), wenn beispielsweise im Rahmen einer technischen Migration gleichzeitig eine System- oder Prozesskonsolidierung angegangen wird. Oder es werden \u201eGreen-field\u201c-Prozesse selektiv mit einer Auswahl von Altdaten, Prozessen und Eigen\u00adentwicklungen beziehungsweise Add-ons zusammengef\u00fcgt. <\/p>\n\n\n\n<p>Aus \u201eHubschrauber\u201c-Perspektive schwingt bei der Wahl des Transformationsansatzes die Frage mit, ob die Einf\u00fchrung der neuen ERP-Generation prim\u00e4r als Business-Project- oder als IT-Vorhaben behandelt respektive gehandelt wird. Mithin: Wie stark soll mit der Migration auf S\/4HANA bereits in die Digitalisierung des Unternehmens eingezahlt werden? Beziehungsweise: Mit welchem Aufwand sind die implementierten Prozesse mit der neuen SAP-Welt zu harmonisieren? <\/p>\n\n\n\n<p>Die individuell gewachsenen Prozess- und Systemlandschaften in Unternehmen als auch die Branchen-Spezifika bedingen, dass die Wahl des Migrationspfads individuell zu treffen ist. In den meisten Firmen gibt es auch schon eine gewisse Vorstellung im Groben \u2013 sprich ein Bauchgef\u00fchl \u2013 \u00fcber den passenden Transformationsansatz und Aufwand.<\/p>\n\n\n\n<p>In Anbetracht der Bedeutung und Tragweite der SAP-Software-Transition sollte sich jedoch niemand allein auf sein Bauchgef\u00fchl verlassen m\u00fcssen. Es ist daher ratsam, diese Entscheidung auf Basis eines klar herleitbaren, objektiven Analyseergebnisses zu f\u00e4llen. Um den passenden Transformationsansatz f\u00fcr die Organisation eines Unternehmens zu identifizieren und damit den L\u00f6sungsraum f\u00fcr die Berechnung eines detaillierten Business Cases zu reduzieren, wendet BTC ein Scoringmodell an.<\/p>\n\n\n\n<p>Dabei werden im Rahmen einer mehrstufigen Vorstudie die installierte Systemlandschaft sowie die vorhandenen Gesch\u00e4ftsprozesse und die Kundenbed\u00fcrfnisse als auch die unternehmenseigene Risikobereitschaft systematisch erfasst und analysiert. Den Kern bildet eine Matrix, die technische und prozessuale Grundlagen des Unternehmens aufnimmt und mithilfe eines Scoring-Modells in ihrer Relevanz gewichtet. Die so entstehenden Punktwerte verdichten sich zu einem an Fakten orientierten Transformationsprofil. Auf dieser Basis l\u00e4sst sich dann ein pr\u00e4ziser Business Case f\u00fcr die avisierte S\/4HANA-Transformation entwickeln.<\/p>\n\n\n\n<p>Dass eine sorgf\u00e4ltige Planung im Vorfeld vor so manch b\u00f6ser \u00dcberraschung sch\u00fctzt und Schl\u00fcssel zum Projekterfolg ist, muss nicht extra betont werden. Vor dem Kick-off zur eigentlichen Vorstudie der S\/4HANA-Einf\u00fchrung empfiehlt es sich daher zus\u00e4tzlich, Klarheit \u00fcber die grundlegenden Aspekte der Migration zu gewinnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Kurzum: Es gilt die klassischen W-Fragen \u2013 wer, was, warum, wie, wann \u2013 zu beantworten, die den Rahmen jedes Projektvorhabens bilden (sollten). Das hei\u00dft, neben dieser ersten Zielsetzung soll auch ein Eindruck gewonnen werden, welche Aufgaben anfallen und welche \u00c4nderungen auf die eigene Organisation zukommen. Folgende Schritte machen das Vorprojekt aus:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"460\" src=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/btc_grafik_vorprojekt-sap-s4hana_raster.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-70995\" srcset=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/btc_grafik_vorprojekt-sap-s4hana_raster.jpg 1000w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/btc_grafik_vorprojekt-sap-s4hana_raster-768x353.jpg 768w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/btc_grafik_vorprojekt-sap-s4hana_raster-100x46.jpg 100w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/btc_grafik_vorprojekt-sap-s4hana_raster-480x221.jpg 480w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/btc_grafik_vorprojekt-sap-s4hana_raster-640x294.jpg 640w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/btc_grafik_vorprojekt-sap-s4hana_raster-720x331.jpg 720w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/btc_grafik_vorprojekt-sap-s4hana_raster-960x442.jpg 960w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Bestandsaufnahme und Vorarbeiten<\/h3>\n\n\n\n<p>Nach der Kl\u00e4rung der grundlegenden Ausrichtung wird die eigentliche Analyse vorbereitet, die detaillierte Bestandsaufnahme. Die vorhandene System- und Prozesslandschaft wird auf ihre S\/4HANA-\u00ad\u201eReadiness\u201c gecheckt. In dieser Phase wird beispielsweise gepr\u00fcft, ob das vorhandene SAP-ERP-System bereits mit einem S\/4HANA-kompatiblen Release-Stand arbeitet und den Unicode-Zeichensatz unterst\u00fctzt. Ebenso werden erste Eckdaten bez\u00fcglich des Zuschnitts der Ziel-Systemlandschaft (Server, Datenbanken oder Cloud) definiert. <\/p>\n\n\n\n<p>Breiten Raum nehmen zugleich anwendungsbezogene Fragestellungen ein. Gestartet wird mit vergleichsweise einfachen Arbeiten, etwa der \u00dcberpr\u00fcfung, ob individuelle Kundenentwicklungen unter dem neuen ERP-System noch lauff\u00e4hig sind. Daneben ist es hilfreich, die Qualit\u00e4t der Stammdaten zu validieren und gegebenenfalls zu bereinigen. Mit Blick auf die Migration hilft dies, den Aufwand f\u00fcr die anstehende Daten\u00fcbernahme zu verschlanken und gleichzeitig Systemressourcen zu sparen. Unerl\u00e4sslich ist au\u00dferdem die Kontrolle, ob die im aktuellen ERP-System eingerichteten Prozess- und Objekt-Strukturen sich in S4\/HANA \u00fcberhaupt wiederfinden. <\/p>\n\n\n\n<p>Neue Objekte wie der zentrale Gesch\u00e4ftspartner mit der obligatorischen Debitoren-\/Kreditorenintegration (CVI) oder das zentrale Hauptbuch legen nahe, auch bisherige Finanz- und Logistikstrukturen zu hinterfragen. Das gilt ebenso f\u00fcr Summen- und Index-Tabellen, die infolge der HANA-In-Memory-Technik nicht mehr ben\u00f6tigt werden und \u2013 falls erforderlich \u2013 den Wechsel als \u201eSichten\u201c \u00fcberstehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der buchhalterische Charakter der Bestandsaufnahme mag ein wenig l\u00e4stig wirken. Sie ist jedoch fundamental, um die gewachsene System- und Prozesslandschaft einer Organisation mit dem Funktionsumfang von S\/4HANA zu vergleichen. Erfreulicherweise stellt SAP eine Reihe von Werkzeugen bereit, die die S\/4HANA-\u201eF\u00e4higkeit\u201c einer Umgebung aufwandsschonend auf unterschiedlichen Ebenen analysieren und bewerten. <\/p>\n\n\n\n<p>Das Tool Simplification Items Check listet beispielsweise die Objekte einer System\u00adumgebung auf, die in der neuen Software-Generation nicht oder nur in ver\u00e4nderter Form verf\u00fcgbar ist. Der Custom Code Check ermittelt wiederum, welche individuell entwickelten Add-ons oder Modifikationen f\u00fcr S\/4HANA geeignet sind. Und der Report zum Transaction Usage gibt Hinweise darauf, f\u00fcr welche Aufgaben den Anwendern Fiori-Apps bereitgestellt werden sollten.<\/p>\n\n\n\n<p>Die unter dem Dach der S\/4HANA-\u00adChecks geb\u00fcndelten Tools bedienen zuvorderst technisch angelehnte Fragestellungen. Der BSR-Report (Business Scenario Recommendations) behandelt dagegen prozessbezogene Aspekte, wie sie in der Regel von Mitarbeitern der Fachabteilungen nachgefragt werden. So sammelt das Tool in der vorhandenen Landschaft typische Leistungsdaten (KPIs) zu betriebswirtschaftlichen Aufgaben: etwa \u201eAnlegen eines Bestellvorgangs\u201c oder \u201eZahlungsziele\u201c. Diesen werden dann die Optimierungsoptionen der Best Practices im neuen System gegen\u00fcbergestellt (Benchmark zur Branche inklusive).<\/p>\n\n\n\n<p>Damit sind alle notwendigen Informationen f\u00fcr die Analysephase verf\u00fcgbar. In einem gemeinsamen Workshop k\u00f6nnen nun die Mitarbeiter der Fachabteilungen und die SAP-Experten des IT-Betriebs jeden wichtigen Prozess einer Fit und Gap-Analyse unterziehen und wesentliche \u00c4nderungen, insbesondere Verbesserungen durch die neue ERP-Generation, veranschaulichen. <\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr jeden Prozess werden die Relevanz und der Grad der Abweichung zum Standard festgehalten, um den notwendigen \u00c4nderungsumfang detailliert zu bestimmen. Abschlie\u00dfend f\u00fchrt das Projektteam auf aggregierter Ebene die Erkenntnisse f\u00fcr unternehmenskritische Prozesse, Status quo, \u00c4nderung und Benefit durch SAP S\/4HANA zusammen.<\/p>\n\n\n\n<p>In der darauffolgenden Bewertungsphase werden die in der Analyse ermittelten technischen und prozessualen Grundlagen gem\u00e4\u00df ihrer Relevanz sowie des Aufwandes f\u00fcr das Unternehmen bewertet und gewichtet. Dabei steht die Entscheidungsfindung zu einem Greenfield- oder Brownfield-Ansatz im Mittelpunkt. Alle Ergebnisse der analysierten Themenbereiche flie\u00dfen unmittelbar in das Scoringmodell ein, um die Entscheidung zum finalen Transformationsansatz aktiv zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die ermittelten Punktwerte in der Scoring-Matrix ergeben ein Entscheidungsmuster auf unterschiedlichen Ebenen \u2013 differenziert nach Systemlandschaft, Gesch\u00e4ftsprozessen, Schnittstellen, Stamm- und Bewegungsdaten, Add-ons\/Modifikationen. Das Resultat der Vorstudie ist ein verst\u00e4ndliches Transformationsprofil f\u00fcr das jeweilige Unternehmen \u2013 pr\u00e4zise priorisiert und gewichtet nach Greenfield- oder Brownfield-Typ.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Ergebnis des Workshops \u2013 also das an den realen Bedarfen abgeleitete Transformationsprofil \u2013 bildet eine erstklassige Grundlage, das avisierte SAP S\/4HANA-Transformationsprojekt zu konkretisieren. Unternehmen werden damit bef\u00e4higt, einen an Fakten orientierten Business-Plan schl\u00fcssig darzulegen, inklusive aller Chancen und Risiken. Bevor der zugeh\u00f6rige Implementierungsplan aufgestellt wird, das Scoping, sollte die Gelegenheit ergriffen werden, sich noch einmal grundlegende Gedanken zum Transformationsprojekt zu machen. <\/p>\n\n\n\n<p>Dazu z\u00e4hlt auch, die Frage zu beantworten, wie mutig die eigene Organisation aktuell ist beziehungsweise sein kann, Etabliertes zu hinterfragen und zu ver\u00e4ndern. Mit dem Wissen aus der Vorstudie k\u00f6nnen sich durchaus \u2013 entgegen der urspr\u00fcnglichen Zielsetzung \u2013 fallbezogen die Gewichte verschieben. Dadurch erst entscheidet sich, ob sich der Greenfield- oder der Brownfield-Ansatz empfiehlt oder, anders gesagt, ob ein Business Project oder ein IT-Vorhaben umgesetzt werden soll.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Frage nach der angemessenen SAP S\/4HANA-Transformationsstrategie brennt vielen SAP-Anwen-dern unter den N\u00e4geln. Ein Analyseverfahren mit Scoring-Modell im Vorfeld hilft bei der Beantwortung. 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